Israel: Google Earth und iPhone vs. Geheimdienst

Datenschutz Der Chef des israelischen Inlands-Geheimdienstes Shin Bet, Yuval Diskin, sieht in vielen modernen, zivilen Internet-Anwendungen ein klares Sicherheitsrisiko. Informationen, die früher nur einem eingeschränkten Personenkreis in staatlichen Stellen zur Verfügung standen, können nun von jedermann abgerufen werden. Insbesondere militante Gruppen kämen so an sensible Daten, erklärte er auf einer Sicherheits-Konferenz in Tel Aviv.

"Einst hatten nur Staaten und Weltmächte Zugang zu Informationen, die heute über Internet-Systeme wie Google Earth, weltweit verstreute Webcams oder iPhone-Applikationen, die in Echtzeit hochwertige Daten liefern, verfügbar sind", so Diskin.

Seiner Ansicht nach geht dies soweit, dass die online verfügbaren Informationen inzwischen sogar eine Qualität haben, dass einige Internet-Angebote eine regelrechte Konkurrenz zu der bisherigen geheimdienstlichen Arbeit aufgefasst werden kann.

Zwar ist bisher noch nicht viel öffentlich darüber bekannt geworden, dass Web-Anwendungen für terroristische Zwecke missbraucht werden, allerdings gab es bereits einen exemplarischen Fall. Ende 2008 kam es im indischen Mumbai zu Angriffen, die unter anderem mit Hilfe von Google Earth koordiniert wurden.
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