BitTorrent-Tracker: Polizei durchsucht Wohnungen
Zwei der Durchsuchten werden beschuldigt, einen so genannten Tracker und damit die Steuerungseinheit für die Verbreitung von Raubkopien in dem BitTorrent-Netzwerk mit knapp 2.000 angemeldeten Nutzern betrieben zu haben. Mitgliedern dieses Netzwerks gewährten die Betreiber gegen Zahlung von 15 Euro einen Download-Bonus von 30 Gigabyte sowie besondere Privilegien. Die weiteren vier Personen stehen im dringenden Verdacht, das Netzwerk mittels eigens angemieteten Servern kontinuierlich mit illegalen Kopien von aktuellen Kinofilmen, PC- und Konsolengames, Software und Musik versorgt zu haben.
Zur Erlangung weiterer Beweismittel beschlagnahmten die Beamten insgesamt sieben Rechner, elf Festplatten, mehrere USB-Sticks, 870 CDs und DVDs sowie diverse Dokumente. Zeitgleich wurden im sächsischen Bennewitz Unterlagen bei einem Internetbezahldienst sichergestellt. Bei einem Erfurter Internetdienstanbieter gelang die Sicherung der Tracker-Datenbank mit der die weiteren Mitglieder dieser BitTorrent-Tauschbörse nun ermittelt werden können.
Allen sechs Durchsuchungen liegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken zugrunde. Auf ihren Antrag hin hatte das dortige Amtsgericht die Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Sämtliche Asservate werden derzeit durch die IT-Spezialisten des Landeskriminalamtes Saarbrücken und der beteiligten Polizeibehörden ausgewertet.
Begonnen hatte das Verfahren mit Internetermittlungen durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) im Jahr 2007. Diese Organisation entdeckte den so genannten Anti-Leech-Tracker, dessen Regeln den Nutzern vorschrieben, für jeden Download auch eine bestimmte Dateimenge illegal zum Upload zur Verfügung zu stellen. Zugang wurde erst nach Email-Registrierung gewährt. Über 500 Titel standen im Dezember 2007 in insgesamt 18 Kategorien illegal zur Verfügung, darunter auch damals aktuelle Kinofilme wie "Operation Kingdom". Bereits zu jenem Zeitpunkt waren insgesamt 76,31 Terabyte dieser Raubkopien hoch und runtergeladen worden, was einer Datenmenge von annähernd 107.000 Film-DVDs im XviD-Format entspricht.
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Michael Diestelberg
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