Breitband: Telekom nimmt Landbewohner nicht mit

Breitband Timotheus Höttges, Finanzchef der Deutschen Telekom, präsentierte auf der Konferenz "Telekommarkt Europa" zwar hohe Wachstumszahlen im Breitband-Bereich, kündigte aber eine Vernachlässigung ländlicher Regionen an. Er stellte klar, dass sein Konzern in diesem Jahr 100 Millionen Euro weniger in den Breitband-Ausbau auf dem Land investieren wird als geplant. Damit reduziert das Unternehmen den Etat in diesem Bereich im Vergleich zu früheren Ankündigungen um ein Drittel.

Höttges begründete diesen Schritt mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur, wonach die Telekom das Entgelt für die Vermietung von DSL-Anschlüssen auf der letzten Meile an Wettbewerber von 10,50 Euro auf 10,20 Euro im Monat senken muss. Die Regelung trat am 1. April in Kraft.

Die massive Senkung der Investitionen steht im Widerspruch zum schnell steigenden Bedarf und lässt voraussichtlich eine ganze Reihe von Interessenten auf dem Land im Regen stehen. Immerhin führte Höttges an gleicher Stelle aus, dass der Datenverkehr in den Netzen der Telekom förmlich explodiert.

Nachdem der Internet-Traffic von 2001 bis 2004 um rund 1.000 Prozent nach oben schoss, verzeichne man aktuell immer noch eine Zunahme von 50 Prozent jährlich. Höttges stellte klar, dass es technisch kein Problem gebe, den schnell wachsenden Bedarf zu decken - sei es nun um Festnetz oder im Mobilfunk. Allerdings werden davon wohl eher Nutzer profitieren, deren Wohnlage für die Telekom lukrativ genug ist.
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