BIU: Spiele sind nicht der Grund für den Amoklauf

Spiele Nach dem Amoklauf an einer Schule in Winnenden warnen die Vertreter der Spielebranche vor einer unsachlichen Debatte über Computerspiele. Sie sollte nicht die Klärung der eigentlichen Tatumstände behindern. "Einzelnen Medienberichten ist zu entnehmen, dass im Haushalt des Delinquenten Computerspiele gefunden wurden, die ihn zur schrecklichen Tat ermutigt haben sollen. Die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, ist nicht weiter verwunderlich - Computerspiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur", heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU).

"Der tragische Vorfall von Winnenden deutet hingegen auf einen komplexen Tathintergrund hin. Es steht zu vermuten, dass insbesondere die psychische Kondition und das soziale Umfeld des Täters wichtige Faktoren darstellen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat von Winnenden ist nach derzeitigen Informationen nicht erkennbar."

Aus Sicht des BIU ist im vorliegenden Fall kein Versagen des Jugendschutzes festzustellen. Der BIU warnt mit Rücksicht auf die Opfer der Winnender Tragödie, den Blick auf die eigentlichen Tatumstände nicht durch eine unsachliche Debatte über ein Verbot von so genannten "Killerspielen" zu verstellen. Die aktuelle Gesetzeslage verbietet bereits heute die Verbreitung von "gewaltverherrlichenden" Computer- und Videospielen auf der Grundlage des Strafgesetzbuches.

Inzwischen hat sich auch Bundesjustizministerin Zypries zu dem Thema geäußert. Im Interview mit 'RP Online' sagte sie, dass sie bei dem Thema Computerspiele und Gewalt sehr vorsichtig ist. "Die meisten Wissenschaftler sagen, dass diese Spiele nicht ursächlich für Gewalttätigkeit sind. Natürlich muss man alle rechtlichen Instrumentarien nutzen, aber notwendig ist auch unbedingt eine vernünftige Medienerziehung. Da müssen wir erheblich mehr tun", so Zypries.
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