EU-Beschwerde: Microsoft-Software soll zu teuer sein

Microsoft Der Niederländer Samir Abdalla hat bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Microsoft eingereicht. Er behauptet darin, dass die von Microsoft in Europa betriebene Preispolitik gegen die hier gültigen Wettbewerbsgesetze verstößt. Abdalla wirft Microsoft vor, dass das Unternehmen in Europa mindestens ein Drittel mehr für seine Produkte verlangt als in den USA. Die EU-Kommission soll nun bestätigen, dass tatsächlich eine Verletzung ihrer Vorgaben vorliegt.

Die Anwälte des Klägers ließen verlauten, dass klare Anzeichen für Preisunterschiede zwischen den USA und Europa von 30 bis 50 Prozent erkennbar seien. Es gebe riesige Unterschiede, die Microsoft durch sein geistiges Eigentum kontrolliere, hieß es.

Der klagende Softwarehändler streitet sich in einem anderen Fall bereits seit Mai mit Microsoft. Die Redmonder verklagten ihn als Chef der holländischen Handelsfirma HW Trading, weil er in den USA unlizenzierte Microsoft-Software verkauft und damit umgerechnet 2,9 Milliarden Euro verdient haben soll.

Microsoft behauptet seinerseits, Abdalla habe ein ägyptisches Programm ausgenutzt, mit dem die dortige Regierung ihren Bürgern vergünstigt Software anbietet. Der Händler soll die Software über das Programm billig eingekauft und in die USA exportiert haben. In Ägypten brachte er im Gegenzug angeblich illegale Kopien in Umlauf.

Abdalla beruft sich in diesem Fall auf EU-Recht, wonach Grauimporte von Software legal sind. Seine neue Beschwerde gegen Microsoft muss nun von der EU geprüft werden. Erst wenn die Kommission tatsächlich Anhaltspunkte für eine Verletzung des Wettbewerbsrechts findet, kann sie weiter gehende Ermittlungen einleiten.
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