Windows Vista wird ein Jahr alt - Top oder Flop?
Nach Angaben von Microsoft wurde Windows Vista bisher über 88 Millionen Mal verkauft. Der Marktanteil des neuen Betriebssystems dementsprechend kontinuierlich und liegt laut Statistiken von Net Applications inzwischen bei 7,91 Prozent. Der Vorgänger XP ist also weiterhin Marktführer und wird von etwas über 79 Prozent der Anwender eingesetzt.
XP weiterhin beliebt
Inzwischen werden fast alle vorkonfigurierten PC-Systeme mit Windows Vista ausgeliefert, auch wenn viele Hersteller den Kunden aufgrund der großen Nachfrage die Möglichkeit einräumen, auf Windows XP "abzurüsten". XP bleibt auch weiterhin Vistas größter Konkurrent, da sich viele Anwender bisher nicht für das neue Windows begeistern können.
Vor allem Probleme mit der Kompatibilität von älteren Hardware-Geräten und zahlreichen Software-Produkten sorgen schon seit der Fertigstellung von Vista für negative Schlagzeilen. Auch wenn die Zahl der für Vista verfügbaren Treiber mittlerweile stark gesteigert werden konnte, melden viele Anwender noch immer Probleme.
Microsoft versucht deshalb schon seit langem, bei den Hard- und Software-Herstellern für die Entwicklung von passenden und vor allem funktionierenden Treibern zu werben. Dabei bemüht man sich auch, die Partnerunternehmen zur Bereitstellung von Software für ältere Produkte zu bewegen, da viele Anwender nicht mit den neuesten Peripheriegeräten oder Programmen arbeiten wollen oder müssen.
Warten auf Service Pack 1
Gerade Geschäftskunden sind aufgrund der Kompatibilitätsprobleme noch immer skeptisch, was einen Umstieg auf Windows Vista angeht. Viele Firmen warten auf das Service Pack 1, auch wenn Microsoft seit Monaten predigt, dass dies nicht notwendig ist, da Vista schon jetzt stabil und zuverlässig arbeiten soll.
Dennoch will Microsoft - vielleicht gerade wegen der zuvor genannten Zurückhaltung im Geschäftskundebereich - das Service Pack 1 schon im Frühjahr 2008 veröffentlichen. Auch wenn die millionenschwere Werbekampagne für Vista, bei der es um den "Wow"-Effekt beim ersten Anblick ging, offenbar grandios gescheitert ist, kann Microsoft zumindest in einer Hinsicht die Mission Vista für erfolgreich erklären.
Mehr Sicherheit
Dank neuer Sicherheitsmaßnahmen, die oft eine Umgewöhnung auf Seiten der Anwender bedeuten, kann Windows Vista tatsächlich als das bisher sicherste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft bezeichnet werden. Bisher sind nur verhältnismäßig wenige schwerwiegende Sicherheitslücken in Vista entdeckt worden, weshalb sich die Autoren von Viren, Würmern und anderer Schadsoftware verstärkt nach neuen Angriffszielen umschauen.
Selbst die anfangs als beinahe unerträglich empfundenen Warnmeldungen der neuen Benutzerkontensteuerung werden von den meisten Anwendern mittlerweile wohl als notwendiges Übel akzeptiert. Wie es mit Windows Vista weitergeht, lässt natürlich Raum vor Spekulationen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Vista mit der Veröffentlichung des Service Pack 1 endlich den Durchbruch bei der Akzeptanz durch die Kunden erreichen wird.
Microsoft schmiedet unterdessen bereits Pläne für kommende Windows-Versionen, die dann vielleicht auch endlich die während der Entwicklungsphase von Vista angekündigten bedeutenden Neuerungen mit sich bringen werden. Vorausgesetzt natürlich, dass es nicht wie bei Vista massive Probleme bei der Entwicklung gibt, wodurch die hoch gesteckten Ziele nicht erreicht werden können.
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