Yahoo: Google-Dienste sind kaum benutzerfreundlich
Beim Konkurrenten Yahoo will man nun die Ursache für das begrenzte Interesse der potenziellen Nutzer gefunden haben. Jeff Bonforte, der bei Yahoo für die Echtzeitkommunikation zuständig ist, führt die fehlende Akzeptanz der Anwender auf Mängel bei der Benutzerfreundlichkeit zurück. Die Dienste seien einfach nicht anwenderfreundlich genug, sagte er.
Aktuelle Marktforschungsergebnisse belegen, dass Yahoos Webmail-Service mit über 500 Millionen Nutzern derzeit der Marktführer ist, während Gmail, wahrscheinlich auch aufgrund der langen geschlossenen Betaphase, 60 Millionen Nutzer verzeichnet. Bei den Instant Messengers sieht die Situation ähnlich aus, dort ist jedoch Microsoft mit über 180 Millionen Nutzern Marktführer, während Google Talk bisher nur 3,4 Millionen User hat.
Nach Auffassung von Bonforte spricht Google mit seinen Zusatzdiensten vor allem technisch versierte Kunden an, doch der Großteil der Anwender, die eben weniger erfahren sind, seien bisher nur für die Suchmaschine und den Kartendienst Google Earth zu begeistern. Die anderen Dienste würden aufgrund mangelnder Benutzerfreundlichkeit kaum angenommen, so der Yahoo-Mann.
Die Bedienbarkeit sei das größte Problem, wenn es darum geht, ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sagte Bonforte weiter. Man könne "Geeks" vieles vorsetzen, doch der Massenmarkt sei nur mit einfach zu bedienenden Produkten ansprechbar. Es habe sich außerdem gezeigt, dass ein zu großer Funktionsumfang die Nutzerzahlen negativ beeinflusst.
Als Beispiel nannte Bonforte den Yahoo Messenger für Mac OS, bei dem man durch weniger Funktionen eine deutliche Steigerung der Nutzerzahlen erreichen konnte. Google müsse bei seinen Produkten ähnliche Konzepte anwenden, um Erfolg bei einem großen Publikum zu haben. Stattdessen werde das Unternehmen von Ingenieuren geführt, die kein Gefühl für Benutzerfreundlichkeit hätten, hieß es abschließend.
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