Industrie untätig im EU-Verfahren gegen Microsoft?

Microsoft Der Vorsitzende der Free Software Foundation Europe (FSFE), einem Zusammenschluss von Unterstützern freier Software, Georg Greve, hat am Mittwoch die IT-Industrie für ihre Untätigkeit bei dem immer noch anhängigen Monopolverfahren der Europäischen Kommission gegen Microsoft kritisiert. Obwohl das Verfahren größte Bedeutung habe, weil es versuche, einheitliche Bedingungen für alle Firmen aus der IT-Branche zu schaffen, sei die EU-Kommission bei ihrem Vorgehen gegen Microsoft bisher vor allem von der FSFE und anderen Vertretern der Open-Source Szene unterstützt worden.

Greve sagte, dass er auf den Beistand von mehr Firmen hoffe, die ihre Interessen verteidigen lassen wollen. Bisher sei keine Hilfe aus dem kommerziellen Software-Geschäft angeboten worden. Neben der FSFE stünden nur wenige Organisationen, darunter auch ein Industrie-Zusammenschluss namens ECIS, auf der Seite der EU-Kommission.

ECIS, ein von IBM, Nokia, RealNetworks und Red Hat geführter Zusammenschluss von Microsoft-Konkurrenten, hatte erst am Montag eine Beschwerde gegen die Geschäftspraktiken des Redmonder Software-Riesen eingereicht. Darin forderte man die EU-Kommission auf, die geschäftsschädigenden Praktiken von Microsoft zu untersuchen und gegebenenfalls zu unterbinden.

Die Gruppe, zu der auch Sun, Corel, Linspire und der Browser-Hersteller Opera gehören, begründet ihre Forderungen damit, dass Microsofts Verhalten Endkunden und Unternemen die Option auf freie Auswahl unter konkurrierenden Software-Produkten nehme.

Greve begrüßte den Schritt ausdrücklich, wies jedoch daraufhin, dass es bedenklich sein, wenn zu der Vereinigung gehörende Firmen wie Real Networks sich, wie bereits vor einigen Monaten geschehen, mit Microsoft aussergerichtlich einigten. Dadurch werde die Glaubwürdigkeit der neuen Beschwerde untergraben, hieß es.
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