Linux und Firefox: GPT-6 Cyber deckt hunderte Sicherheitslücken auf
Ein neues KI-Modell speziell für die Cybersicherheit soll Entwicklern helfen, kritische Schwachstellen aufzuspüren, bevor Hacker sie ausnutzen. Erste Einsätze der Software zeigen bereits konkrete Ergebnisse bei der Absicherung weitverbreiteter Programme.
Zusätzlich reproduzierte das System 1724 Schwachstellen im Linux-Kernel und entwickelte für 948 davon funktionsfähige Exploits. In standardisierten Leistungstests wie ExploitGym erreichte die neue Generation eine Erfolgsquote von 48,5 Prozent, während der Vorgänger GPT-5.6 Cyber noch bei 32,1 Prozent lag. Bei der Analyse von Webanwendungen ohne Zugriff auf den Quellcode fand das Modell 40,3 Prozent der versteckten Fehler.
Aufgrund seiner weitreichenden Fähigkeiten wird das Sprachmodell in die höchste Risikostufe für Cybersicherheit eingeordnet. Diese Stufe bedeutet, dass ein Modell nicht nur Zero-Day-Schwachstellen in realen kritischen Systemen identifizieren und dafür funktionierende Exploits entwickeln, sondern auch End-to-End-Angriffe ausführen kann. Der Zugang bleibt vorerst einer ausgewählten Gruppe autorisierter Kunden im Programm Daybreak Red vorbehalten. In den kommenden Wochen soll der Zugriff auf alle Nutzer des Programms ausgeweitet werden.
Passend zu den Bemühungen im Sicherheitsbereich erhöhte das Unternehmen die Belohnungen für externe Forscher, die Fehler in den eigenen Kernprodukten wie ChatGPT finden. Für außergewöhnliche kritische Funde gibt es inklusive Boni nun bis zu 172.000 Dollar (etwa 152.740 Euro). Gleichzeitig setzt der Entwickler auf eine Überwachung der Zugriffe, um Missbrauch zu verhindern. API-Kunden ohne Datenspeicherung müssen in der Regel eine private Sicherheitsprüfung nutzen, die verschlüsselte Protokolle im Kundenspeicher 30 Tage lang analysiert.
Glaubt ihr, dass KI-Systeme die IT-Sicherheit langfristig verbessern oder eher Angreifern in die Hände spielen? Teilt uns eure Einschätzungen und Bedenken gerne in den Kommentaren mit!
Siehe auch:
- OpenAI veröffentlicht mit GPT-6 Cyber ein KI-Modell für IT-Sicherheit
- In Firefox entdeckte das neue System 81 bisher unbekannte Schwachstellen
- Die KI reproduzierte 1724 Lücken im Linux-Kernel und baute 948 Exploits
- Wegen des hohen Missbrauchspotenzials gilt die oberste Risikostufe
- Der Zugriff bleibt zunächst autorisierten Testern des Programms vorbehalten
- Für das Auffinden kritischer Fehler zahlt OpenAI nun bis zu 172.000 Dollar
Neues Werkzeug für IT-Sicherheit
OpenAI hat gestern das auf Cybersicherheit spezialisierte Sprachmodell GPT-6 Cyber veröffentlicht. Dieses soll Entwickler beim Aufspüren von Software-Schwachstellen unterstützen. Erste Praxistests brachten Endanwendern auch schon konkrete Ergebnisse, da das Modell 81 bisher unbekannte und schwerwiegende Sicherheitslücken im Webbrowser Firefox entdeckte. Nutzer, die automatische Updates deaktiviert haben, sollten die aktuelle Version umgehend manuell installieren.Zusätzlich reproduzierte das System 1724 Schwachstellen im Linux-Kernel und entwickelte für 948 davon funktionsfähige Exploits. In standardisierten Leistungstests wie ExploitGym erreichte die neue Generation eine Erfolgsquote von 48,5 Prozent, während der Vorgänger GPT-5.6 Cyber noch bei 32,1 Prozent lag. Bei der Analyse von Webanwendungen ohne Zugriff auf den Quellcode fand das Modell 40,3 Prozent der versteckten Fehler.
Strenge Regeln für das Modell
Wie OpenAI berichtet, lag ein Schwerpunkt auf der strikten Einhaltung vorgegebener Einsatzgrenzen. In einer speziellen Testumgebung, die durch einen Sicherheitsvorfall bei Hugging Face inspiriert wurde, platzierte man verlockende, aber unautorisierte Dienste neben dem Ziel. Ohne zusätzliche Sicherheitsanweisungen ignorierte GPT-6 Cyber diese unautorisierten Dienste in 99,93 Prozent der Fälle, mit Anweisungen in jedem getesteten Fall.Aufgrund seiner weitreichenden Fähigkeiten wird das Sprachmodell in die höchste Risikostufe für Cybersicherheit eingeordnet. Diese Stufe bedeutet, dass ein Modell nicht nur Zero-Day-Schwachstellen in realen kritischen Systemen identifizieren und dafür funktionierende Exploits entwickeln, sondern auch End-to-End-Angriffe ausführen kann. Der Zugang bleibt vorerst einer ausgewählten Gruppe autorisierter Kunden im Programm Daybreak Red vorbehalten. In den kommenden Wochen soll der Zugriff auf alle Nutzer des Programms ausgeweitet werden.
Passend zu den Bemühungen im Sicherheitsbereich erhöhte das Unternehmen die Belohnungen für externe Forscher, die Fehler in den eigenen Kernprodukten wie ChatGPT finden. Für außergewöhnliche kritische Funde gibt es inklusive Boni nun bis zu 172.000 Dollar (etwa 152.740 Euro). Gleichzeitig setzt der Entwickler auf eine Überwachung der Zugriffe, um Missbrauch zu verhindern. API-Kunden ohne Datenspeicherung müssen in der Regel eine private Sicherheitsprüfung nutzen, die verschlüsselte Protokolle im Kundenspeicher 30 Tage lang analysiert.
Hohe Kosten für Entwickler
Das Ganze hat aber seinen Preis: Der Einsatz des neuen Modells ist teurer als bei der Konkurrenz. Für eine Million verarbeitete Eingabe-Token werden 20 Dollar (etwa 18 Euro) fällig, während die gleiche Menge an generierten Ausgabe-Token 100 Dollar (etwa 89 Euro) kostet. Damit übersteigt der Preis den des direkten Vorgängers deutlich und liegt auch weit über den Gebühren konkurrierender Sicherheitsmodelle. Sicherheitsteams müssen abwägen, ob die Erkennungsrate den Aufpreis rechtfertigt.Glaubt ihr, dass KI-Systeme die IT-Sicherheit langfristig verbessern oder eher Angreifern in die Hände spielen? Teilt uns eure Einschätzungen und Bedenken gerne in den Kommentaren mit!
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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