Apple kämpft mit Speicherpreisen - weitere Teuerungen möglich

Apple erwartet weitere Kostensteigerungen bei Speicherchips und schließt damit indirekt zusätzliche Preiserhöhungen für seine Produkte nicht aus. Konzernchef John Ternus bezeichnete die Entwicklung bei der Bilanzvorstellung als beispiellos.
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  • Drastisch steigende Speicherpreise belasten das Geschäft von Apple enorm
  • Die Verfügbarkeit von Macs und iPads im Weihnachtsgeschäft ist gefährdet
  • Gegenmaßnahmen wie hohe Vorratskäufe verlieren laut Ternus an Wirkung
  • Im Juni und September hatte der Konzern bereits die Preise angehoben
  • Die Bruttomarge für das laufende Quartal sinkt auf 45 bis 46 Prozent
  • Trotz guter Quartalszahlen gab die Aktie nachbörslich wegen der Marge nach

Maßnahmen zur Milderung

Die bisherigen Preisanpassungen und der Aufbau von Lagerbeständen sollen die Belastungen zwar abfedern, verlieren aber zunehmend an Wirkung, führte der neue Mann an der Spitze Apples aus. Gleichzeitig könnte die Speicherknappheit die Verfügbarkeit von Macs und iPads im Weihnachtsgeschäft einschränken.

"Was wir derzeit bei den Speicherpreisen beobachten, ist beispiellos", erklärte Ternus während einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen. Bereits im September-Quartal seien die Einkaufskosten höher gewesen als im vorherigen Zeitraum. Für das Dezember-Quartal erwartet Apple nochmals einen stärkeren Anstieg. Auch danach dürften die Preise für Speicher weiter zulegen.


Der Konzern versucht, die Folgen durch Vorratskäufe und günstigere Konditionen bei anderen Komponenten zu begrenzen. Apples Lagerbestände haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und erreichten einen Wert von 14,5 Milliarden Dollar (etwa 12,5 Milliarden Euro). Die Verpflichtungen für zukünftige Fertigungseinkäufe stiegen zwischen Juni und September zudem um 33 Milliarden Dollar (etwa 28,5 Milliarden Euro). Allerdings erwartet Ternus, dass der Vorteil zuvor günstiger beschaffter Speicher mit der Zeit abnimmt.




Die Frage nach einer erneuten Erhöhung der Verkaufspreise wollte Apple-COO Sabih Khan auf Nachfrage eines Analysten nicht konkret beantworten. Finanzchef Kevan Parekh erklärte aber, Apple habe die bisherigen Anpassungen nur widerwillig vorgenommen und müsse sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen berücksichtigen. Im Juni hatte der Konzern die Preise für Macs und iPads angehoben, im September folgten iPhones.

Marge sinkt

Die steigenden Kosten schlagen bereits auf die Profitabilität durch. Für das laufende Weihnachtsquartal erwartet Apple eine Bruttomarge zwischen 45 und 46 Prozent, nach 47,9 Prozent im vergangenen Quartal. Neben Speicherchips belasten auch Ausgaben für KI-Funktionen wie Siri das Ergebnis.

Dabei fiel die jüngste Bilanz insgesamt besser aus als erwartet. Apple erzielte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 114,48 Milliarden Dollar (etwa 98,5 Milliarden Euro) und einen Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar (etwa 1,80 Euro). Besonders das iPhone- und Mac-Geschäft übertraf die Analystenschätzungen. Die iPad-Sparte blieb dagegen zurück. Für das Weihnachtsquartal erwartet Apple ein Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent. Die Aktie reagierte dennoch mit nachbörslichen Verlusten auf den vorsichtigen Margenausblick.

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Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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