Land unter bei EA: Moral der Mitarbeiter durch KI-Druck auf Tiefpunkt

Beim Spielekonzern Electronic Arts (EA) rumort es gewaltig. Diverse Mitarbeiter des Unternehmens sollen über erhebliche Veränderungen klagen, weil das Management großen Druck ausübt, um die weitrei­chende Verwendung von künstlicher Intelligenz zu erzwingen.
Gaming, Spiele, Electronic Arts, Ea, Videospiele, Publisher
Electronic Arts
  • Der Spielekonzern EA schloss das Studio BioWare und strich Mass Effect
  • Laut Insidern leidet die Arbeitsmoral wegen massiver Stellenstreichungen
  • Führungskräfte drängen das verbliebene Personal zum Einsatz neuer KI-Tools
  • Im oberen Management herrscht große Begeisterung für Claude-Technologien
  • Die Verwendung moderner KI-Dienste wird bei EA praktisch unausweichlich
  • Kritik an der verstärkten Nutzung von KI weisen viele Branchen-CEOs ab

Entlassungen und KI-Einsatz

EA ist als Spielehersteller schon lange umstritten, weil das Unternehmen immer wieder mit drastischen Maßnahmen versucht, Einsparungen zu erzielen. Erst kürzlich schloss man das Spielestudio BioWare und gab ein weitestgehend fertiggestelltes neues Spiel der Mass Effect-Reihe kurzerhand auf. Auch aus anderen Gründen soll die Motivation vieler Mitarbeiter inzwischen auf einem Tiefpunkt angekommen sein, so ein Bericht.

Wie Vertical News unter Berufung auf Quellen in der Belegschaft verschiedener Bereiche bei EA erfahren haben will, leidet die Arbeitsmoral bei dem Konzern derzeit massiv, weil die Entwickler die gleichen Abläufe mittlerweile mit erheblich weniger Kollegen bewältigen müssen. Gleichzeitig sollen Führungskräfte starken Druck ausüben, was den Einsatz von KI-Technologien betrifft.


Management von Claude & Co mehr als begeistert

EA erzwinge die Verwendung von KI bei der Spieleentwicklung zwar bisher nicht ausdrücklich, doch behaupten die Quellen, dass die Vorgesetzten ihren Untergebenen ständig einimpfen, KI sei die Zukunft und müsse verwendet werden. Gerade im oberen Management sei man trotz der von Mitarbeitern geäußerten Bedenken "sehr von Claude und den Möglichkeiten der KI begeistert", heißt es weiter.

Mittlerweile werde es den Entwicklern bei EA zudem deutlich erschwert, die vom Management eingeführten KI-Dienste nicht zu verwenden. Claude Code und andere Tools werden mittlerweile von vielen Software-Entwicklern verwendet, auch weil sie oft repetitive Abläufe automatisieren, auch wenn die Qualität des Codes unter Umständen leiden kann. Vor allem aber ermöglichen die KI-Tools die schnelle Umsetzung von bestimmten Aufgaben, die sonst nur mit viel personellem und zeitlichem Aufwand zu realisieren wären, sofern man bereit ist, die Kosten dafür in Kauf zu nehmen.

Electronic Arts hatte schon 2024 klargemacht, dass man bei der Spieleentwicklung voll auf Künstliche Intelligenz setzen will. Auch bei einigen anderen Spieleherstellern wird KI in massivem Maßstab eingesetzt. So setzt Epic-Boss Tim Sweeney voll auf die Technologie, um Spiele wie Fortnite weiterzuentwickeln, und macht daraus auch kaum ein Geheimnis. Kritik an der Strategie lassen die CEOs der Spielebranche in den meisten Fällen nicht gelten.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

WinFuture bei Google bevorzugenJetzt hinzufügen
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!