Student baut gesamte Schweiz 1:1 in Minecraft nach - Das Ergebnis

Ein 22-jähriger Student der ETH Zürich hat die gesamte Schweiz im Maßstab 1:1 in Minecraft nachgebaut. Das Projekt verwandelt mittels speziell entwickelter Software echte Geodaten in eine riesige begehbare Landschaft.
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Manifold
  • Ein ETH-Student bildete die gesamte Schweiz im Maßstab 1:1 in Minecraft nach
  • Ein eigener Generator wandelt Geodaten automatisch in die Blockwelt um
  • Vollzugriff gibt es kostenpflichtig vorerst nur mit Schweizer Wohnsitz
  • Eine Modifikation überwindet das normale Höhenlimit des Klötzchenspiels
  • Mindestens 16 GB RAM und 60 GB Speicherplatz werden empfohlen
  • Zukünftige Updates der Early-Access-Karte sollen bestehende Lücken füllen

Schweiz als riesige Blockwelt

Das Sandbox-Videospiel Minecraft wird immer wieder Schauplatz beachtlicher Projekte, die die reale Welt eins zu eins nachbauen. Schon vor über 10 Jahren wurde so ein virtuelles Abbild von ganz Dänemark erschaffen. Auch New York City ist momentan Gegenstand eines solchen spektakulären Vorhabens. Jetzt hat zudem ein 22-jähriger Student der ETH Zürich die gesamte Schweiz im originalen Maßstab in Minecraft übertragen.

Das ursprünglich als Grundlage für 3D-gedruckte Landschaftsmodelle gestartete Projekt verwandelt die Landesfläche von 41.285 Quadratkilometern in eine begehbare Landschaft, wobei ein Minecraft-Block exakt einem Meter entspricht. Wer außerhalb der Schweiz wohnt, muss sich vorerst aber mit einer Demo-Version begnügen. Sie umfasst einen rund 2400 Quadratkilometer großen Abschnitt rund um das UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Die komplette Welt wird ab 15 Franken (etwa 16 Euro) ausschließlich an Personen mit Schweizer Wohnsitz verkauft.


Spezielle Software hilft

Für den Nachbau setzte der unter dem Pseudonym Manifold auftretende Entwickler Beda Good die Blöcke natürlich nicht von Hand. Stattdessen programmierte er einen Generator, der Geodaten des Bundesamtes für Landestopografie in die bekannte Klötzchenoptik umwandelt. Wie die Webseite des Projekts ausführt, fließen dabei zahlreiche verschiedene Datensätze ein.

Das Resultat ist detailreich. Die Dufourspitze ragt exakt 4634 Blöcke in die Höhe, der tiefste Punkt am Lago Maggiore liegt bei 193 Blöcken. Ein genaues Abbild der Schweiz liefert der Minecraft-Nachbau dennoch nicht. So fehlen etwa etliche Gebäudedaten. An entsprechenden Stellen wie rund um Genf stehen daher oft Bäume statt Häuser. Die Schweiz: 1-zu-1 Nachbau in MinecraftDer Walensee in den östlichen Voralpen, im Kanton St. Gallen
Die Schweiz: 1-zu-1 Nachbau in MinecraftDie Schweiz: 1-zu-1 Nachbau in MinecraftDie Schweiz: 1-zu-1 Nachbau in MinecraftDie Schweiz: 1-zu-1 Nachbau in Minecraft

Besondere Anforderungen

Der virtuelle Nachbau eines gesamten Landes erforderte einige Vorbereitungen. Da die reguläre Spielversion auf eine Höhe von 384 Blöcken begrenzt ist, kommt etwa die Modifikation Cubic Chunks zum Einsatz. Die Erweiterung hebt das Höhenlimit auf und lädt Weltabschnitte dynamisch in der Vertikalen. Das funktioniert jedoch nur mit der veralteten Java Edition 1.12.2 aus dem Jahr 2017. Konsolen, Mobilgeräte und die Bedrock-Version bleiben außen vor.

Der Spaziergang durch die Alpen verlangt dem Computer zudem viel Rechenleistung ab. Empfohlen werden vom Entwickler mindestens 16 GB RAM. Getestet wurde die Welt unter anderem auf Systemen mit Ryzen 7 7800X3D und 32 GB RAM sowie auf einem MacBook Pro mit M1 Max und 64 GB. Besonders rechenintensiv ist der erste Besuch eines Ortes, da das Spiel die Umgebung dann erst aus den Basisdaten zusammenbauen muss. Auf der Festplatte belegt das gesamte Projekt etwa 60 GB Speicherplatz.

In Grenzgebieten greift das System auf das europäische Copernicus-Höhenmodell zurück, was dort zu einer gröberen und teilweise lückenhaften Darstellung führt, da nur alle 30 Meter ein Messpunkt vorliegt. Derzeit befindet sich die Karte aber ohnehin noch im Early Access. Zukünftige Updates, die im Kaufpreis enthalten sind, sollen die Darstellung von Gewässern verbessern sowie Lücken an den Landesgrenzen schließen.

Wie findet ihr die Idee, echte Geodaten in Spiele zu übertragen? Würdet ihr euch auch für Deutschland einen entsprechenden Minecraft-Nachbau wünschen? Teilt eure Gedanken dazu gerne in den Kommentaren!

Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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