Erwärmung formt Planeten:
Schmelzendes Eis macht unsere Erde runder
Schmelzende Eiskappen verändern den Druck auf die Erdkruste messbar. Satelliten registrieren bereits, wie sich das Gestein an den Polen langsam anhebt. Das abfließende Schmelzwasser löst am Äquator jedoch eine gegenläufige Reaktion aus.
Der Mechanismus ähnelt einem Brotteig. Verlieren die Eisschilde an den Polen an Masse, sinkt der Druck auf die darunterliegende Erdkruste, und sie hebt sich langsam an. Gleichzeitig fließt das Schmelzwasser Richtung Äquator. Dort drückt die wachsende Wassermasse auf den Meeresboden und senkt die Erdkruste leicht ab.
Details liefert eine von der AGU - American Geophysical Union im Fachjournal JGR Solid Earth veröffentlichte Studie. Der Wissenschaftler Christoforos Kotsakis von der Aristoteles-Universität Thessaloniki wertete mit einer neuen Methode Daten des globalen Navigationssatellitensystems GNSS aus.
Demnach beschleunigte sich die Anhebung der Pole von etwa 0,5 Millimetern pro Jahr Ende der 1990er-Jahre auf fast einen Millimeter pro Jahr im Zeitraum 2011 bis 2015.
Im gleichen Tempo schrumpfte die Ausbuchtung am Äquator. Gemessen am Äquatordurchmesser der Erde von etwa 12.756 Kilometern wirken die Werte gering, doch der Prozess beschleunigt sich: Pro Jahrzehnt nehmen die Anhebung der Pole und die Kontraktion am Äquator um schätzungsweise 0,25 Millimeter pro Jahr zu. Insgesamt geht die Abplattung um etwa 0,4 Millimeter pro Jahr zurück.
Die Massenverschiebungen haben weitere Folgen, da sie laut anderen Untersuchungen auch die Rotation der Erde verlangsamen. Mithilfe der hochpräzisen geodätischen Messungen können Forschende das langfristige Verhalten des Planeten besser einschätzen. Eine unmittelbare Gefahr für das Leben besteht durch die Verformung der Erdkruste nicht.
Hättet ihr gedacht, dass sich das schmelzende Eis messbar auf die Form der Erdkruste auswirkt? Teilt eure Gedanken und Theorien dazu gerne unten in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
- Durch das Schmelzen polarer Eiskappen verformt sich die Erdkruste messbar
- Wegen sinkenden Eisdrucks hebt sich das feste Gestein an beiden Polen an
- Schmelzwasser fließt zum Äquator und drückt dort auf den Ozeanboden herab
- GNSS-Satellitendaten belegen eine zunehmende Beschleunigung des Prozesses
- Bezieht man die Ozeane mit ein, flacht der gesamte Planet allmählich ab
- Die enormen Massenverschiebungen verlangsamen zudem die Erdrotation etwas
Eisschmelze formt den Planeten neu
Die Erde ist an den Polen leicht abgeflacht und am Äquator etwas bauchiger. Globale Satellitendaten zeigen nun, dass sich die feste Erdkruste beschleunigt verformt: Durch das Abschmelzen der polaren Eiskappen wird sie allmählich runder. Das verdeutlicht den Einfluss steigender Temperaturen auf die physikalischen Eigenschaften des Planeten.Der Mechanismus ähnelt einem Brotteig. Verlieren die Eisschilde an den Polen an Masse, sinkt der Druck auf die darunterliegende Erdkruste, und sie hebt sich langsam an. Gleichzeitig fließt das Schmelzwasser Richtung Äquator. Dort drückt die wachsende Wassermasse auf den Meeresboden und senkt die Erdkruste leicht ab.
Details liefert eine von der AGU - American Geophysical Union im Fachjournal JGR Solid Earth veröffentlichte Studie. Der Wissenschaftler Christoforos Kotsakis von der Aristoteles-Universität Thessaloniki wertete mit einer neuen Methode Daten des globalen Navigationssatellitensystems GNSS aus.
Demnach beschleunigte sich die Anhebung der Pole von etwa 0,5 Millimetern pro Jahr Ende der 1990er-Jahre auf fast einen Millimeter pro Jahr im Zeitraum 2011 bis 2015.
Im gleichen Tempo schrumpfte die Ausbuchtung am Äquator. Gemessen am Äquatordurchmesser der Erde von etwa 12.756 Kilometern wirken die Werte gering, doch der Prozess beschleunigt sich: Pro Jahrzehnt nehmen die Anhebung der Pole und die Kontraktion am Äquator um schätzungsweise 0,25 Millimeter pro Jahr zu. Insgesamt geht die Abplattung um etwa 0,4 Millimeter pro Jahr zurück.
Ozeane werden bauchiger
Die gemessene Rundung betrifft ausschließlich die feste Erdoberfläche. Bezieht man die Ozeane ein, wird der Planet insgesamt um etwa 0,8 Millimeter pro Jahr flacher. Da sich das Schmelzwasser am Äquator sammelt, wölbt sich der Ozean dort nach außen und überlagert die Rundung des Gesteins.Die Massenverschiebungen haben weitere Folgen, da sie laut anderen Untersuchungen auch die Rotation der Erde verlangsamen. Mithilfe der hochpräzisen geodätischen Messungen können Forschende das langfristige Verhalten des Planeten besser einschätzen. Eine unmittelbare Gefahr für das Leben besteht durch die Verformung der Erdkruste nicht.
Hättet ihr gedacht, dass sich das schmelzende Eis messbar auf die Form der Erdkruste auswirkt? Teilt eure Gedanken und Theorien dazu gerne unten in den Kommentaren mit uns!
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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