Nach iOS-Jailbreak-Comeback:
Jetzt ist auch noch der Hackintosh zurück

Jahrelang galt die Sache als "erledigt". Als Apple sich von Intel-Prozessoren verabschiedete und auf seine eigenen M-Chips umstieg, schien auch die Ära des sogenannten Hackintosh endgültig vorbei zu sein. Doch nun gibt es ein Comeback.
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WinFuture/KI-generiert
  • Ein Entwickler bringt macOS auf einem Laptop mit Windows zum Laufen
  • Das ASUS Zenbook A16 nutzt Qualcomms modernen Snapdragon X2 Elite
  • Das Vorhaben läuft unter dem Namen Snapintosh auf GitHub als Projekt
  • Die Grafikbeschleunigung der verbauten GPU funktioniert schon direkt
  • Im aktuellen Stadium reagiert das Betriebssystem allerdings ruckelig
  • Der Programmierer Miguel C will den Code des Projekts weiter säubern
  • Langfristig könnte macOS auf günstigerer Hardware nutzbar werden

Snapintosh statt Hackintosh

Über Jahre hinweg hatten Technikbegeisterte und Sparfüchse das Kunststück vollbracht, Apples Betriebssystem MacOS auf gewöhnlichen Windows-PCs zu installieren - oft auf günstigerer oder flexibel aufrüstbarer Hardware, als man sie im Laden mit dem Apfellogo bekam. Doch weil Apple seine Software mittlerweile exakt auf die hauseigenen Prozessoren zuschneidet, wirkte die Hürde für fremde Geräte unüberwindbar. Bis jetzt.

Auf der Plattform X sorgt derzeit ein kurzes Video für Aufsehen in der "Szene". Zu sehen ist ein Asus Zenbook A16, also ein klassisches Windows-Notebook, angetrieben von Qualcomms aktuellem Snapdragon X2 Elite. Doch auf dem Bildschirm begrüßt den Betrachter nicht das gewohnte Windows-Startmenü, sondern die Benutzeroberfläche von MacOS 27.

Hinter dem Experiment steckt ein Tüftler, der unter dem Namen Miguel C auf X auftritt und sein Vorhaben passend auf den Namen Snapintosh auf GitHub getauft hat. Seine Botschaft ist eindeutig: Ein Hackintosh auf ARM-Basis ist absolut machbar.

Ein Meilenstein mit kleinen Rucklern

Dass überhaupt ein Bild auf dem Monitor erscheint, ist weit mehr als eine optische Spielerei. Das Notebook startet direkt in den MacOS-Desktop, und selbst die Grafikbeschleunigung der verbauten GPU arbeitet bereits mit dem fremden System zusammen. Fenster, Menüs und Symbole werden so dargestellt, wie Apple es vorgesehen hat.

Von einem geschmeidigen Arbeitsalltag ist das Projekt in diesem frühen Stadium allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Miguel C beschreibt die Bedienung derzeit als nutzbar, aber noch nicht flüssig. Wer sich auf das Experiment einlässt, müsse mit einer sehr rauen Erfahrung rechnen, während er im Hintergrund daran arbeitet, den Programmcode weiter aufzuräumen und zu optimieren.


Technischer Machbarkeitsbeweis mit Reiz

Ob ein solcher Eigenbau jemals ernsthaft mit einem echten MacBook konkurrieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Selbst ein perfekt abgestimmter Snapintosh dürfte in Sachen Leistung und Effizienz kaum an ein aktuelles M-Serien-MacBook herankommen.

Dennoch weckt der Ansatz Begehrlichkeiten. Nicht jeder Nutzer möchte sich an Apples Hardware-Design binden, und mit günstigeren Ablegern der Snapdragon-X2-Familie könnte langfristig wieder das ursprüngliche Hackintosh-Versprechen aufleben: ein vollwertiges MacOS auf preiswerterer Hardware von Drittanbietern. Noch beschränkt sich das Experiment zwar exklusiv auf den Spitzenchip Snapdragon X2 Elite. Doch selbst wenn Snapintosh am Ende ein Nischenprojekt für Bastler bleibt, beweist der Vorstoß schon jetzt, dass der totgeglaubte Tüftlergeist rund um Apples Betriebssystem im Zeitalter der ARM-PCs ein unerwartetes zweites Leben gefunden hat.

Was meint ihr: Hat das Hackintosh-Konzept auf ARM-Basis eine echte Zukunft oder bleibt "Snapintosh" eine reine Machbarkeitsstudie für Bastler? Diskutiert mit uns in den Kommentaren. Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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