Crescent Island: Intel stellt Grafikkarte mit bis zu 480 GB Speicher vor

Intel hat auf der Konferenz OCP 2026 seine neue GPU-D-Serie vorgestellt und erstmals konkrete Leistungsdaten genannt. Die unter dem Codenamen Crescent Island entwickelte Beschleunigerfamilie soll eine Spitzenleistung von 1,3 Petaflops erreichen.
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WinFuture/KI-generiert
  • Die neue GPU-D-Serie von Intel besitzt bis zu 480 Gigabyte LPDDR5X-Speicher
  • Eine Bandbreite von 1,5 Terabyte pro Sekunde trifft auf 350 Watt Verlustleistung
  • Das System basiert auf Xe3P und verzichtet fast völlig auf Grafikfunktionen
  • In herkömmlichen Servern lassen sich bis zu acht Karten per Luftkühlung kühlen
  • Konfigurationen eignen sich für Inferenzmodelle mit über einer Billion Parameter
  • Erste Kunden testen die Chips bereits, doch ein Marktstarttermin fehlt bisher

Einsatz für KI

Entsprechend üppig lesen sich die zugrundeliegenden Spezifikationen: Die Speicherbandbreite gibt der Hersteller mit 1,5 Terabyte pro Sekunde an. Ihre thermische Verlustleistung (TDP) liegt bei 350 Watt. Als Speicher kommen bis zu 480 Gigabyte LPDDR5X zum Einsatz.

Die Chips sind vor allem für die Inferenz großer KI-Modelle vorgesehen, also für die Verarbeitung von Anfragen durch bereits trainierte neuronale Netze. Die GPU-D-Serie basiert auf Intels Grafikarchitektur Xe3P, verzichtet allerdings weitgehend auf klassische Grafikfunktionen. Stattdessen ist die Architektur auf massive parallele Berechnungen ausgelegt, wie sie bei KI-Anwendungen anfallen. Die Beschleuniger sollen als PCIe-Karten mit Luftkühlung erhältlich sein.


Damit zielt Intel auf eine andere Leistungsklasse als die besonders leistungsstarken KI-Systeme von Nvidia. Zum Vergleich: Eine GPU im rackbasierten Vera-Rubin-NVL72-System des Konkurrenten soll theoretisch 17,5 Petaflops bei FP8-Berechnungen erreichen. Diese Beschleuniger benötigen allerdings Flüssigkeitskühlung und eine deutlich aufwendigere Infrastruktur. Intel setzt dagegen auf eine Integration in herkömmliche, luftgekühlte Rack-Server.

Software-Plattform steht

In einem solchen Server sollen sich bis zu acht GPU-D-Chips kombinieren lassen. Intel zufolge könnten solche Konfigurationen KI-Modelle mit mehr als einer Billion Parametern für die Inferenz betreiben. Als weitere Einsatzgebiete nennt das Unternehmen große Sprachmodelle, die Verarbeitung langer Kontexte und den parallelen Betrieb mehrerer KI-Dienste. Auch für Robotik und andere Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Reaktionsgeschwindigkeit sollen sich die Beschleuniger eignen.

Entscheidend dürfte dabei neben der Hardware die Software sein. Intel verweist auf eine gemeinsame Xe-Softwarebasis, die bereits bei integrierten und eigenständigen Grafikchips für KI-Anwendungen zum Einsatz kommt. Sie soll helfen, mehrere Beschleuniger effizient zusammenarbeiten zu lassen. Für die Einführung kooperiert Intel nach eigenen Angaben mit Serverherstellern, Auftragsfertigern, Cloud-Anbietern und Softwareunternehmen.

Erste Kunden erhalten bereits Testmuster der GPU-D-Serie. Einen Termin für die breite Markteinführung nannte Intel bislang nicht. Ob das Unternehmen damit im umkämpften Markt für KI-Beschleuniger Fuß fassen kann, bleibt offen. Frühere Anläufe, darunter die Data-Center-GPU-Max-Familie mit dem Codenamen Ponte Vecchio, konnten sich nicht dauerhaft etablieren.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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