Neuer Tiefpunkt: Pentagon will Erschießung von Attentäter livestreamen
Das US-Militär plant einen in der jüngeren amerikanischen Geschichte beispiellosen Schritt: Die Exekution eines verurteilten Attentäters durch ein Erschießungskommando soll live übertragen werden. Das Vorhaben stößt auf scharfe Kritik.
Die Exekution soll nämlich einerseits durch ein Erschießungskommando erfolgen und andererseits als öffentlicher Livestream im Internet übertragen werden. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Erschießung empfohlen und die in der modernen US-Geschichte beispiellose öffentliche Übertragung angekündigt. Präsident Donald Trump stimmte dem Vorhaben laut Angaben des Pentagons zu.
Hegseth rechtfertigte den Schritt damit, dass die Öffentlichkeit die Konsequenzen für derartige Taten sehen müsse. Die Rahmenbedingungen sind kein Zufall: Die Erschießung soll an einem Donnerstag um 13 Uhr stattfinden. Das entspricht dem Zeitpunkt des damaligen Attentats.
Das Vorgehen weckt bei Rechtsexperten und Historikern erhebliche Bedenken. Die USA wenden damit eine Praxis an, die heute vor allem in autoritär geführten Staaten wie dem Iran oder unter den Taliban in Afghanistan üblich ist.
Ein solcher Rechtsstreit könnte den Termin verzögern und die aktuelle Regierung womöglich überdauern. Auf die Frage nach möglichen letzten Wünschen des Verurteilten entgegnete Verteidigungsminister Hegseth lediglich, dass ihn das nicht interessiere.
Üblicherweise sind bei Exekutionen nur kleine Gruppen von Beobachtern zugelassen. Trump hatte öffentliche Hinrichtungen im Iran in der Vergangenheit kritisiert und mögliche Tötungen von Demonstranten zeitweise als mögliche Begründung für ein militärisches Vorgehen angeführt.
Was haltet ihr von der Entscheidung des Pentagons, eine Exekution live ins Netz zu übertragen? Überschreitet die US-Regierung hier eine moralische Grenze? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Das Pentagon plant die Hinrichtung eines früheren Armee-Psychiaters in Texas
- Der Amokläufer tötete 2009 am Militärstützpunkt Fort Hood dreizehn Menschen
- Die geplante Exekution per Erschießungskommando soll live gestreamt werden
- Donald Trump stimmte dem Vorschlag seines Verteidigungsministers Hegseth zu
- Fachleute äußern starke Bedenken wegen Parallelen zu autoritären Regimen
- Rechtliche Schritte vor einem Bundesgericht könnten die Hinrichtung verzögern
- Seit dem Jahr 1961 vollstreckte das US-Militär keine Todesstrafe mehr
Pentagon bricht mit Traditionen
Das US-Verteidigungsministerium plant am 3. Dezember 2026 die Hinrichtung des ehemaligen Armee-Psychiaters Nidal H. auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Der Verurteilte hatte dort 2009 bei einem Amoklauf 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt. Die Todesstrafe ist keine Überraschung, das Wie und dessen Umstände können aber als neuer moralischer Tiefpunkt bezeichnet werden.Die Exekution soll nämlich einerseits durch ein Erschießungskommando erfolgen und andererseits als öffentlicher Livestream im Internet übertragen werden. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Erschießung empfohlen und die in der modernen US-Geschichte beispiellose öffentliche Übertragung angekündigt. Präsident Donald Trump stimmte dem Vorhaben laut Angaben des Pentagons zu.
Hegseth rechtfertigte den Schritt damit, dass die Öffentlichkeit die Konsequenzen für derartige Taten sehen müsse. Die Rahmenbedingungen sind kein Zufall: Die Erschießung soll an einem Donnerstag um 13 Uhr stattfinden. Das entspricht dem Zeitpunkt des damaligen Attentats.
Das Vorgehen weckt bei Rechtsexperten und Historikern erhebliche Bedenken. Die USA wenden damit eine Praxis an, die heute vor allem in autoritär geführten Staaten wie dem Iran oder unter den Taliban in Afghanistan üblich ist.
Rechtliche Hürden erwartet
Wie Reuters berichtet, hält Eugene R. Fidell, Dozent für Militärrecht an der Yale Law School, das Vorhaben für "extrem seltsam". Wolle der Verurteilte die öffentliche Zurschaustellung seines Todes verhindern, müsse er vor einem Bundesgericht klagen.Ein solcher Rechtsstreit könnte den Termin verzögern und die aktuelle Regierung womöglich überdauern. Auf die Frage nach möglichen letzten Wünschen des Verurteilten entgegnete Verteidigungsminister Hegseth lediglich, dass ihn das nicht interessiere.
Bruch mit bisherigen Protokollen
Die geplante Übertragung stellt eine drastische Abkehr von bisherigen Vorgehensweisen dar. Die letzte staatlich legitimierte öffentliche Hinrichtung in den USA fand 1936 statt. Das Militär selbst hat seit 1961 keine Todesstrafe mehr vollstreckt und zuletzt 1945 ein Erschießungskommando eingesetzt.Üblicherweise sind bei Exekutionen nur kleine Gruppen von Beobachtern zugelassen. Trump hatte öffentliche Hinrichtungen im Iran in der Vergangenheit kritisiert und mögliche Tötungen von Demonstranten zeitweise als mögliche Begründung für ein militärisches Vorgehen angeführt.
Was haltet ihr von der Entscheidung des Pentagons, eine Exekution live ins Netz zu übertragen? Überschreitet die US-Regierung hier eine moralische Grenze? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Anthropic-Sperre: Gericht erklärt Pentagon-Blacklisting für illegal
- Pentagon kloppt Jahres-Budget für KI in wenigen Tagen auf den Kopf
- Pentagon vergibt Auftrag für eine Satelliten-Tankstelle im Weltall
- Pentagon stuft Alibaba, BYD und Baidu als Chinas Militär-Zulieferer ein
- Schwarze Liste: Pentagon warnt vor Alibaba, Baidu, BYD und anderen
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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