Streaming-Betrug mit KI-Bots:
Erster Täter muss jetzt in Haft
Ein US-Gericht hat einen 54-jährigen Mann wegen eines millionenschweren Betrugs mit KI-generierten Songs zu 18 Monaten Haft verurteilt. Es ist das erste Mal, dass eine Person wegen einer solchen Tat hinter Gitter muss.
Nach der Haftstrafe stehen für den Verurteilten weitere zwei Jahre unter gerichtlicher Aufsicht an. Das Urteil sprach ein Bundesgericht in Manhattan, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann hatte sich bereits im März in einem Anklagepunkt wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig bekannt und sich verpflichtet, mehr als acht Millionen Dollar (etwa sieben Millionen Euro) aus den Betrugserlösen abzugeben.
Seine Verteidiger hatten vor der Urteilsverkündung beantragt, auf eine Gefängnisstrafe zu verzichten. Sie argumentierten, der Schaden für einzelne Künstler sei äußerst gering und kein Opfer habe einen unmittelbar spürbaren Verlust erlitten. Die Staatsanwaltschaft widersprach dieser Darstellung. Der Angeklagte habe Streaming-Plattformen mit automatisierten Abrufen überschwemmt und dadurch die Einnahmen zahlreicher Künstler und Songwriter geschmälert.
Streaming-Betrug ist in der Musikbranche grundsätzlich kein neues Phänomen. Künstlich erzeugte Abrufe können die Popularität einzelner Songs verfälschen und einen größeren Anteil der verfügbaren Tantiemen auf bestimmte Titel lenken. Der Einsatz von KI verschärft das Problem jedoch, weil sich damit große Mengen neuer Musik vergleichsweise einfach produzieren lassen. Gleichzeitig können automatisierte Systeme die Titel rund um die Uhr wiedergeben.
Siehe auch:
- Ein US-Gericht verurteilte einen Mann wegen milliardenteuren Streaming-Betrugs
- Per KI erstellte Songs wurden mithilfe automatisierter Bots millionenfach gehört
- Über acht Millionen Dollar an Tantiemen wurden durch das System unrechtmäßig erbeutet
- Der Verurteilte bekannte sich der Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig
- Nach der Gefängnisstrafe folgt eine zweijährige Phase unter gerichtlicher Aufsicht
- Die Masche begann 2017 und betraf Anbieter wie Spotify sowie Apple Music
Tausende virtuelle Zuhörer
Der Verurteilte hatte mithilfe Künstlicher Intelligenz Tausende Musikstücke erzeugt und diese anschließend durch automatisierte Bots milliardenfach auf Streaming-Plattformen abspielen lassen. Dadurch soll er mehr als acht Millionen Dollar (etwa sieben Millionen Euro) an Tantiemen erbeutet haben. Es handelt sich um den ersten Strafprozess wegen Streaming-Betrugs dieser Art überhaupt.Nach der Haftstrafe stehen für den Verurteilten weitere zwei Jahre unter gerichtlicher Aufsicht an. Das Urteil sprach ein Bundesgericht in Manhattan, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann hatte sich bereits im März in einem Anklagepunkt wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig bekannt und sich verpflichtet, mehr als acht Millionen Dollar (etwa sieben Millionen Euro) aus den Betrugserlösen abzugeben.
Seine Verteidiger hatten vor der Urteilsverkündung beantragt, auf eine Gefängnisstrafe zu verzichten. Sie argumentierten, der Schaden für einzelne Künstler sei äußerst gering und kein Opfer habe einen unmittelbar spürbaren Verlust erlitten. Die Staatsanwaltschaft widersprach dieser Darstellung. Der Angeklagte habe Streaming-Plattformen mit automatisierten Abrufen überschwemmt und dadurch die Einnahmen zahlreicher Künstler und Songwriter geschmälert.
KI verschärft das Problem
Nach Angaben der Ermittler begann der Mann bereits 2017 damit, die Abrufzahlen seiner eigenen Musik künstlich in die Höhe zu treiben. Später setzte er offenbar in großem Umfang auf KI-generierte Songs, um sein Betrugssystem mit zusätzlichen Titeln zu versorgen. Die Stücke wurden unter anderem bei Spotify und Apple Music abgespielt. 2024 wurde der Mann festgenommen.Streaming-Betrug ist in der Musikbranche grundsätzlich kein neues Phänomen. Künstlich erzeugte Abrufe können die Popularität einzelner Songs verfälschen und einen größeren Anteil der verfügbaren Tantiemen auf bestimmte Titel lenken. Der Einsatz von KI verschärft das Problem jedoch, weil sich damit große Mengen neuer Musik vergleichsweise einfach produzieren lassen. Gleichzeitig können automatisierte Systeme die Titel rund um die Uhr wiedergeben.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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