Abrufe ergaunert: Deutsche Plattform für Streaming-Betrug eingestellt

Followerschmiede.de hatte die Manipulation von Abrufzahlen auf Plattfor­men wie Spotify zum Geschäft gemacht. Jetzt wurde gegen den Strea­ming-Manipulations-Anbieter eine einstweilige Verfügung erwirkt. Bran­chenverbände feiern dies als Schlag gegen solche Machenschaften.

Abrufzahlen zu manipulieren ist laut Berliner Landgericht nicht rechtens

Streaming-Anbieter wie Spotify haben die Art, wie ein Großteil des Musik-Konsums abgerechnet wird, komplett verändert, zentraler Faktor ist hier die korrekte Berechnung der Abrufzahlen von Titeln - auch Charts beziehen diese Werte mit ein. Genau diesen Umstand hat die in Deutschland gehostete Plattform Followerschmiede.de zu einem zweifelhaften Geschäft gemacht. Das Angebot: Nutzer können Fake-Abrufe für Inhalte auf Streaming-Plattformen kaufen und so die Berechnung von Ausschüttungen und Chartplatzierungen manipulieren. Infografik: So viel zahlende Kunden hat SpotifySo viel zahlende Kunden hat Spotify Wie jetzt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mitteilt, konnte gegen die Plattform vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung erwirkt werden, die dazu führt, dass diese ihren Dienst einstellen muss. Frances Moore, Geschäftsführerin des internationalen Dachverbands IFPI: "Diejenigen, die Musik schaffen, müssen für ihre Arbeit und ihre Investitionen fair und korrekt entlohnt werden. Dies wird durch die Manipulation von Streams verhindert - unter anderem, indem die Genauigkeit der Charts beschädigt und Lizenzzahlungen an Musikschaffende verhindert werden; sie kann deshalb nicht toleriert werden."

Wie Moore betont, sei es aber auch wichtige Aufgabe der Streaming-Anbieter, "robuste technische Lösungen für dieses Problem zu finden". Mit dem jetzigen Vorgehen gegen die Anbieter von Streaming-Manipulation habe man ein deutliches Zeichen gesetzt, dass man als Verband auch weiterhin "rechtliche Schritte" nutzen werde, "wo immer es notwendig ist". "Das aktuelle Verfahren sollte von vergleichbaren Diensten als Signal verstanden werden", so auch Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI.

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