Kalifornien übersteht Hitzerekord dank vieler neuer Batteriespeicher
Der US-Bundesstaat Kalifornien hat den heißesten August seit Beginn der Aufzeichnungen ohne großflächige Stromausfälle überstanden. Möglich wurde dies durch den zuletzt massiven Ausbau von Speicherkapazitäten im Stromnetz.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der massive Ausbau von Batteriespeichern, berichtet die Los Angeles Times. Sie nehmen tagsüber überschüssigen Solarstrom auf und können ihn vor allem morgens und abends wieder ins Netz einspeisen, wenn der Verbrauch durch Klimaanlagen und andere Haushaltsgeräte besonders hoch ist. Nach Angaben des California Independent System Operator (CAISO) standen während der Hitzewelle im August 2020 weniger als 100 Megawatt Batteriespeicher zur Verfügung. Inzwischen sind es mehr als 17.000 Megawatt.
Damit hat Kalifornien seine verfügbare Speicherkapazität innerhalb weniger Jahre erheblich gesteigert. Bis 2045 sollen weitere 20.000 bis 25.000 Megawatt hinzukommen. Für dasselbe Jahr strebt der Bundesstaat Klimaneutralität an. Dafür soll der Anteil erneuerbarer Energien weiter wachsen und die Abhängigkeit von Erdgas sinken, das derzeit ungefähr ein Drittel der Stromerzeugung ausmacht.
Neben Batteriespeichern profitiert das Stromnetz vom starken Ausbau von Solar-, Wind-, Geothermie- und Wasserkraft. Auch private Solaranlagen auf Hausdächern tragen zur Versorgung bei. Im Mai stammte erstmals in einem ganzen Monat mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms aus Solarenergie. Zudem ist das kalifornische Netz mit Stromsystemen großer Teile des Westens der USA verbunden. Bei regionalen Engpässen kann dadurch Energie aus weniger stark belasteten Gebieten importiert werden.
Entwarnung für die Zukunft bedeutet das allerdings nicht. Häufigere Extremhitze infolge der Klimakrise erhöht die Belastung des Netzes. Gleichzeitig dürfte der steigende Strombedarf von KI-Rechenzentren zusätzliche Kapazitäten erfordern. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Waldbrände oder hitzebedingte Ausfälle können weiterhin lokale Stromprobleme oder im Extremfall erneut Flex Alerts auslösen.
Siehe auch:
- Trotz extremer Rekordhitze blieben geplante Stromabschaltungen nun aus
- Massive Investitionen in Großbatteriespeicher stabilisieren das Netz
- Die nutzbare Speicherkapazität stieg seit 2020 auf über 17.000 Megawatt an
- Erneuerbare Energien decken einen wachsenden Anteil des Strombedarfs ab
- Kalifornien strebt bis zum Jahr 2045 vollständige Klimaneutralität an
- Steigende Hitze und KI-Rechenzentren fordern das Stromnetz weiterhin
Keine Abschaltungen
Obwohl insbesondere Südkalifornien auch zuletzt mit Rekordtemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hatte, musste der Netzbetreiber bislang weder zu groß angelegten Stromsparaufrufen noch zu den aus der Vergangenheit durchaus bekannten rotierenden Abschaltungen greifen. Die letzte "Flex Alert"-Warnung gab es 2022, geplante rollierende Stromausfälle wurden zuletzt 2020 umgesetzt.Eine wichtige Rolle spielt dabei der massive Ausbau von Batteriespeichern, berichtet die Los Angeles Times. Sie nehmen tagsüber überschüssigen Solarstrom auf und können ihn vor allem morgens und abends wieder ins Netz einspeisen, wenn der Verbrauch durch Klimaanlagen und andere Haushaltsgeräte besonders hoch ist. Nach Angaben des California Independent System Operator (CAISO) standen während der Hitzewelle im August 2020 weniger als 100 Megawatt Batteriespeicher zur Verfügung. Inzwischen sind es mehr als 17.000 Megawatt.
Damit hat Kalifornien seine verfügbare Speicherkapazität innerhalb weniger Jahre erheblich gesteigert. Bis 2045 sollen weitere 20.000 bis 25.000 Megawatt hinzukommen. Für dasselbe Jahr strebt der Bundesstaat Klimaneutralität an. Dafür soll der Anteil erneuerbarer Energien weiter wachsen und die Abhängigkeit von Erdgas sinken, das derzeit ungefähr ein Drittel der Stromerzeugung ausmacht.
Neben Batteriespeichern profitiert das Stromnetz vom starken Ausbau von Solar-, Wind-, Geothermie- und Wasserkraft. Auch private Solaranlagen auf Hausdächern tragen zur Versorgung bei. Im Mai stammte erstmals in einem ganzen Monat mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms aus Solarenergie. Zudem ist das kalifornische Netz mit Stromsystemen großer Teile des Westens der USA verbunden. Bei regionalen Engpässen kann dadurch Energie aus weniger stark belasteten Gebieten importiert werden.
Stress nimmt zu
Wie belastbar das System inzwischen ist, zeigte sich in dieser Woche: Die Nachfrage überschritt an einem Tag die Marke von 50.000 Megawatt. Der bisherige Rekord liegt bei 52.061 Megawatt und wurde im September 2022 erreicht.Entwarnung für die Zukunft bedeutet das allerdings nicht. Häufigere Extremhitze infolge der Klimakrise erhöht die Belastung des Netzes. Gleichzeitig dürfte der steigende Strombedarf von KI-Rechenzentren zusätzliche Kapazitäten erfordern. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie Waldbrände oder hitzebedingte Ausfälle können weiterhin lokale Stromprobleme oder im Extremfall erneut Flex Alerts auslösen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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