10.000 Heimspeicher: Bisher größtes virtuelles Kraftwerk wird getestet
Im US-Bundesstaat Kalifornien erfolgt derzeit der Tests des bisher größten virtuellen Kraftwerkes. Dabei kann der Stromnetz-Betreiber in bestimmten Situationen auf die Speicher in über 10.000 Haushalten zugreifen und Strom aus diesen ins Netz einspeisen.
An einem besonders heißen Dienstagabend zwischen 19 und 21 Uhr - der typischen Spitzenlastzeit - speisten über 100.000 Haushalte Strom aus ihren Batteriespeichern ins kalifornische Netz ein. Das Ergebnis: 535 Megawatt zusätzliche Leistung, vergleichbar mit einem großen Wasserkraftwerk oder einem halben Atomreaktor - jedoch zu einem Bruchteil der Kosten. "Vor vier Jahren gab es diese Kapazität noch gar nicht", sagte Kendrick Li, Direktor für saubere Energieprogramme bei PG&E. "Heute wäre es geradezu fahrlässig, sie nicht zu nutzen."
Dieses Konzept der virtuellen Kraftwerke (VPP) vernetzt dezentrale Energiequellen wie Heimspeicher, intelligente Thermostate oder Elektroautos und macht sie steuerbar für den Versorger. So lassen sich Spitzenlasten abfedern, ohne neue fossile Kraftwerke zu bauen. Besonders wertvoll ist das in Kalifornien, wo steigender Stromverbrauch durch Rechenzentren und Hitzewellen auf langwierige und teure Netzausbauten trifft - und wo zugleich die US-Bundespolitik den Ausbau erneuerbarer Energien bremst.
Li sieht großes Potenzial: Innerhalb von fünf Jahren könnte Kalifornien über ein Gigawatt VPP-Kapazität erreichen. US-weit schätzt das Energieministerium, dass bis 2030 bis zu 160 Gigawatt möglich wären - genug, um Dutzende fossile Kraftwerke überflüssig zu machen.
Hürden bleiben dennoch: Laut Ben Brown, Chef des VPP-Betreibers Renew Home, schrecken komplizierte Anmeldeprozesse viele Haushalte ab. Zudem geben Teilnehmer ein Stück Kontrolle über ihre Batterie ab und riskieren, im Extremfall kurz vor einem Stromausfall mit leerem Speicher dazustehen. Hier ist es nötig, Möglichkeiten für eine bessere Feinsteuerung zu schaffen.
Siehe auch:
Peaks abfangen
In Zusammenarbeit mit Tesla und dem führenden US-Anbieter für Solardachanlagen nutzten Unternehmen wie Pacific Gas & Electric (PG&E) und andere Versorger in der vergangenen Woche erstmals im großen Stil private Batteriespeicher, um das Stromnetz zu stabilisieren, berichtet das US-Magazin Semafor. Diese übernehmen in Peak-Zeiten dann die Aufgabe, die bisher eigentlich schnell zuschaltbare Anlagen wie Gaskraftwerke leisteten.An einem besonders heißen Dienstagabend zwischen 19 und 21 Uhr - der typischen Spitzenlastzeit - speisten über 100.000 Haushalte Strom aus ihren Batteriespeichern ins kalifornische Netz ein. Das Ergebnis: 535 Megawatt zusätzliche Leistung, vergleichbar mit einem großen Wasserkraftwerk oder einem halben Atomreaktor - jedoch zu einem Bruchteil der Kosten. "Vor vier Jahren gab es diese Kapazität noch gar nicht", sagte Kendrick Li, Direktor für saubere Energieprogramme bei PG&E. "Heute wäre es geradezu fahrlässig, sie nicht zu nutzen."
Dieses Konzept der virtuellen Kraftwerke (VPP) vernetzt dezentrale Energiequellen wie Heimspeicher, intelligente Thermostate oder Elektroautos und macht sie steuerbar für den Versorger. So lassen sich Spitzenlasten abfedern, ohne neue fossile Kraftwerke zu bauen. Besonders wertvoll ist das in Kalifornien, wo steigender Stromverbrauch durch Rechenzentren und Hitzewellen auf langwierige und teure Netzausbauten trifft - und wo zugleich die US-Bundespolitik den Ausbau erneuerbarer Energien bremst.
Viele Gigawatt möglich
Ein weiterer Vorteil: VPPs lösen das Problem der zeitlichen Diskrepanz zwischen maximaler Solarstromproduktion am Mittag und höchster Nachfrage am Abend. Überschüsse können gespeichert und später wieder ins Netz eingespeist werden, was Strom günstiger macht und Netzausfälle verhindert. Für die Batteriebesitzer selbst soll die Teilnahme kaum spürbar sein - außer durch eine Gutschrift auf der Stromrechnung.Li sieht großes Potenzial: Innerhalb von fünf Jahren könnte Kalifornien über ein Gigawatt VPP-Kapazität erreichen. US-weit schätzt das Energieministerium, dass bis 2030 bis zu 160 Gigawatt möglich wären - genug, um Dutzende fossile Kraftwerke überflüssig zu machen.
Hürden bleiben dennoch: Laut Ben Brown, Chef des VPP-Betreibers Renew Home, schrecken komplizierte Anmeldeprozesse viele Haushalte ab. Zudem geben Teilnehmer ein Stück Kontrolle über ihre Batterie ab und riskieren, im Extremfall kurz vor einem Stromausfall mit leerem Speicher dazustehen. Hier ist es nötig, Möglichkeiten für eine bessere Feinsteuerung zu schaffen.
Zusammenfassung
- Kalifornien testet das größte virtuelle Kraftwerk mit 10.000 Heimspeichern
- 535 Megawatt zusätzliche Leistung durch vernetzte Haushaltsbatterien
- Virtuelle Kraftwerke lösen Diskrepanz zwischen Solarproduktion und Bedarf
- Teilnehmende Haushalte erhalten finanzielle Vergütung auf der Stromrechnung
- Potenzial von bis zu 160 Gigawatt durch virtuelle Kraftwerke bis 2030
- Komplizierte Anmeldeprozesse und Kontrollverlust bleiben Herausforderungen
Siehe auch:
Thema:
Videos zum Thema
- Strom für Notebooks per USB-C: Netzteile von Anker im Test
- EcoFlow Delta 2: Powerstation bewährt sich im Langzeit-Test
- EcoFlow Stream AC Pro: Heimspeicher mit fast 2 kWh im Test
- EcoFlow Stream Ultra X: Stromspeicher für den Haushalt im Test
- Tour durch ein OVH-Datenzentrum: Wasserkühlung für alle Server
Bluetti AC200Max im Preisvergleich
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- GTA 6: Preis ist nun bekannt, Box-Version kommt ohne Datenträger
- 1000-Dollar-Spiel, das nur 10 Minuten dauert, sorgt für Diskussionen
- Wer braucht schon Prime: Neue Top-Deals bei Media Markt & Saturn
- Abgeschossener US-Pilot: Iranische Drohnen flogen "Quallen-Formation"
- Gegen US-Zahlungssysteme: Der digitale Euro nimmt wichtige Hürde
- One UI 9: Samsung erweitert interne Tests - diese 22 Geräte sind dabei
- China hat stärksten Supercomputer der Welt, ganz ohne Nvidia und Co.
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen