60% weniger Mitarbeiter: Metas radikaler KI-Umbau gerät ins Wanken

Meta hatte intern eine weitreichende Umstrukturierung vorbereitet, bei der Künstliche Intelligenz einen großen Teil der bisherigen Arbeit von Mitarbeitern übernehmen sollte. Das Vorhaben gilt inzwischen allerdings als weitgehend gescheitert.
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WinFuture/KI-generiert

    Zuckerberg stoppt Project OT

    Unter dem Codenamen "Project OT" erwog der Facebook- und Instagram-Konzern, die Belegschaften einzelner Teams um bis zu 60 Prozent zu verkleinern. Nach einer ersten Entlassungswelle im Mai stoppte Konzernchef Mark Zuckerberg jedoch die geplante zweite Runde. Das gehe aus internen Dokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, sowie aus Gesprächen mit mehr als 20 mit den Vorgängen vertrauten Personen.

    Im Zentrum des Projekts stand die Idee einer "AI-native"-Organisation. Statt große, hierarchisch aufgebaute Abteilungen zu unterhalten, sollten kleine Teams mit wenigen Mitarbeitern und umfangreichen KI-Werkzeugen eingesetzt werden. KI-Agenten sollten dabei zunehmend Aufgaben selbstständig erledigen. Meta bezeichnete diese kleinen Einheiten als "Pods", ihre Mitglieder sollten überwiegend als "Builder" arbeiten.


    In internen Planspielen wurde demnach untersucht, wie sich die Größe zahlreicher Teams drastisch reduzieren ließe. Einige Beschäftigte sollten in neue Bereiche wechseln, andere ihre Stellen verlieren. Zusätzlich sollten offene Stellen gestrichen und Mitarbeiter mit schwacher Leistung aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die ursprünglich geplante Umstrukturierung wollte man in zwei Wellen im Mai und November umsetzen.

    Tatsächlich strich Meta am 20. Mai rund zehn Prozent der Stellen im Unternehmen. Die zweite Entlassungswelle für November wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Nach Darstellung des Unternehmens war nie vorgesehen, 60 Prozent der gesamten Belegschaft abzubauen. Die Szenarien hätten sich vielmehr auf einzelne Teams bezogen und sowohl Versetzungen als auch Entlassungen umfasst.

    Widerstand in der Belegschaft

    Für den Verzicht auf die zweite Welle waren letztlich nicht nur technische Ursachen verantwortlich. Für zusätzlichen Druck sorgte der Widerstand der Mitarbeiter. Viele befürchteten, dass sie mit der Einführung von KI-Technologien letztlich ihre eigenen Nachfolger trainieren würden. Meta hatte zeitweise sogar Software zur Erfassung von Tastatureingaben und Mausklicks auf Geräten amerikanischer Mitarbeiter eingesetzt, um Daten für KI-Agenten zu gewinnen. Das Programm wurde später pausiert.

    Zudem zeigten interne Kennzahlen offenbar, dass die erhofften Produktivitätsgewinne ausblieben. Zwar stieg die Menge von KI-generiertem Code deutlich, doch Verbesserungen bei tatsächlich veröffentlichten Funktionen konnten dabei nicht mithalten. Gleichzeitig nahmen technische Probleme und Sicherheitsvorfälle zu.

    Zuckerberg räumte daraufhin Fehleinschätzungen beim Zeitplan ein. Die Entwicklung von KI-Agenten sei langsamer vorangekommen als erwartet. Gleichzeitig hält Meta an hohen KI-Investitionen fest: Für 2026 sind mindestens 130 Milliarden Dollar für Chips und Infrastruktur vorgesehen.

    Zusammenfassung
    • Meta plante mit dem Project OT eine massive Verkleinerung von Teams
    • Kleine, KI-gestützte Einheiten sollten künftig die Aufgaben übernehmen
    • Nach einer ersten Entlassungswelle stoppte der Konzern das Vorhaben
    • Widerstand der Belegschaft und technische Probleme bremsten Meta aus
    • Die erhofften Produktivitätsgewinne durch die KI blieben jedoch aus
    • Trotz der Probleme plant Meta weiterhin hohe Investitionen in die KI

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