BitTorrent und Co.: Anthropic wegen massiver Rechteverletzung verklagt
Wofür private Nutzer seit vielen Jahren schnell zur Rechenschaft gezogen werden, ist bei den großen KI-Anbietern alltägliches Handeln: Sie nutzen ohne Erlaubnis massenhaft urheberrechtlich geschütztes Material. Anthropic wird nun aber verklagt.
Konkret verlangen die Kläger bis zu 150.000 Dollar (etwa 140.000 Euro) für jedes betroffene Werk. Zusätzlich sollen bis zu 25.000 Dollar (etwa 23.000 Euro) für jeden Fall gezahlt werden, in dem identifizierbare Copyright-Informationen aus den Werken entfernt worden sein sollen. Wie hoch die tatsächliche Summe ausfällt, hängt von einer möglichen Entscheidung des Gerichts ab.
Die Klage richtet sich nicht nur gegen Anthropic als Unternehmen. Auch die beiden Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann werden persönlich als Beklagte genannt. Den Vorwürfen zufolge soll Mann über BitTorrent mehr als fünf Millionen Bücher heruntergeladen haben. Anthropic-Mitarbeiter hätten zudem mindestens zwei Millionen weitere Bücher von der Plattform Pirate Library Mirror bezogen.
Für Anthropic ist die Klage ein weiterer Rechtsstreit über den Umgang mit geschützten Inhalten beim Training generativer KI. Das Unternehmen hatte erst kürzlich eine Auseinandersetzung mit Vertretern der Verlagsbranche für 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro) beigelegt. Daneben laufen beziehungsweise liefen Klagen von Universal Music Group, Concord und ABKCO sowie separate Verfahren von BMG und Round Hill Music. Anthropic äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Vorwürfen.
Siehe auch:
- Sony Music und Warner Chappell verklagen den KI-Anbieter Anthropic
- Die Musikverlage fordern Schadenersatz in Höhe mehrerer Milliarden
- Auch die beiden Mitgründer des Unternehmens werden persönlich verklagt
- Zudem wurden Millionen Bücher illegal über BitTorrent heruntergeladen
- Anthropic soll geschützte Liedtexte für das eigene KI-Training nutzen
- Das Unternehmen ist bereits mit mehreren anderen Klagen konfrontiert
Milliarden-Forderung steht im Raum
Sony Music und Warner Chappell gehen gegen den KI-Anbieter wegen der mutmaßlich unrechtmäßigen Nutzung zehntausender urheberrechtlich geschützter Werke vor, berichtet das US-Magazin The Verge. Die beiden Musikverlage haben vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien Klage eingereicht und fordern Schadenersatz in einer Höhe, die sich im Falle eines vollständigen Erfolgs auf mehrere Milliarden Dollar summieren könnte.Konkret verlangen die Kläger bis zu 150.000 Dollar (etwa 140.000 Euro) für jedes betroffene Werk. Zusätzlich sollen bis zu 25.000 Dollar (etwa 23.000 Euro) für jeden Fall gezahlt werden, in dem identifizierbare Copyright-Informationen aus den Werken entfernt worden sein sollen. Wie hoch die tatsächliche Summe ausfällt, hängt von einer möglichen Entscheidung des Gerichts ab.
Die Klage richtet sich nicht nur gegen Anthropic als Unternehmen. Auch die beiden Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann werden persönlich als Beklagte genannt. Den Vorwürfen zufolge soll Mann über BitTorrent mehr als fünf Millionen Bücher heruntergeladen haben. Anthropic-Mitarbeiter hätten zudem mindestens zwei Millionen weitere Bücher von der Plattform Pirate Library Mirror bezogen.
Liedtexte von ehrlichen Anbietern geklaut
Darüber hinaus werfen die Musikverlage Anthropic vor, Liedtexte von Webseiten wie MusixMatch und LyricFind übernommen zu haben. Diese Anbieter hätten die entsprechenden Inhalte zuvor gegen Lizenzgebühren von Musikunternehmen lizenziert. Die Kläger argumentieren, Anthropic habe auf diese Weise in großem Umfang urheberrechtlich geschütztes Material gesammelt, um seine Claude-KI-Modelle zu trainieren und kommerziell zu betreiben.Für Anthropic ist die Klage ein weiterer Rechtsstreit über den Umgang mit geschützten Inhalten beim Training generativer KI. Das Unternehmen hatte erst kürzlich eine Auseinandersetzung mit Vertretern der Verlagsbranche für 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro) beigelegt. Daneben laufen beziehungsweise liefen Klagen von Universal Music Group, Concord und ABKCO sowie separate Verfahren von BMG und Round Hill Music. Anthropic äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Vorwürfen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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