Meta zahlt 18 Mrd. $, baut Instagram um, sperrt Teenager nachts aus

Meta beendet einen Prozess um Suchtdesign bei Facebook und Co. mit einer Milliardenzahlung und Auflagen: Für Unter-18-Jährige ein Maximum von zwei Stunden am Tag, Nachtsperre und versteckte Like-Zahlen. Es gibt allerdings das eine oder andere Aber.
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WinFuture/KI-generiert

    Teure Einigung

    Meta hat den Prozess um das laut den Vorwürfen suchtbildende Design von Facebook und Instagram für Jugendliche vorzeitig beendet. Der Konzern einigte sich am Mittwoch mit einer bundesweiten Koalition von Generalstaatsanwälten auf einen Vergleich. Er sieht eine Zahlung von rund 18 Milliarden Dollar über zehn Jahre und tiefgreifende Umbauten an beiden Plattformen vor.

    Laut NPR muss Richterin Yvonne Gonzalez Rogers am Bundesgericht in Oakland dem Papier noch zustimmen. Der Prozess hatte am 18. August begonnen und war bis Anfang Oktober angesetzt. Instagram-Chef Adam Mosseri stand gestern im Zeugenstand, Mark Zuckerberg sollte noch folgen.

    Geklagt hatten 29 Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey. Sie werfen Meta vor, Instagram bewusst auf Suchtwirkung getrimmt, interne Erkenntnisse über psychische Folgen zurückgehalten und Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne Zustimmung der Eltern erhoben zu haben, was gegen den Children's Online Privacy Protection Act verstoße. Meta bestreitet die Vorwürfe und räumt auch im Vergleich offiziell kein Fehlverhalten ein - das ist in solchen Fällen Standard.


    Zwei Stunden und Nachtruhe

    Für Nutzer unter 18 Jahren gilt künftig ein gemeinsames Tageslimit von zwei Stunden für Facebook und Instagram, mit erzwungenen Pausen nach 15, 60 und 90 Minuten Dauernutzung. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr sperren die Apps, an Schultagen entfallen Push-Benachrichtigungen zwischen 8 und 15 Uhr. Aufheben lassen sich Limit und Nachtsperre nur mit Freigabe der Eltern.

    Dazu kommen eine belastbarere Altersprüfung, versteckte Like-Zahlen, ein Verbot von Beauty- und Schönheitschirurgie-Filtern sowie ein nicht personalisierter Feed ohne Empfehlungsalgorithmus als wählbare Voreinstellung. Ein unabhängiger Prüfer soll die Umsetzung fünf Jahre lang jährlich kontrollieren.

    Zahlung mit Bedingung

    Die Summe des Vergleichs ist gestaffelt: Rund 12,7 Milliarden Dollar, also 70 Prozent, fließen fest an die beteiligten Staaten und sollen dort unter anderem Programme zur Online-Sicherheit finanzieren. Die restlichen 5,3 Milliarden Dollar gibt es nur, wenn TikTok und YouTube vergleichbare Regeln mitsamt Ein-Stunden-Limit, Nachtmodus und Altersprüfung einführen und selbst einen entsprechenden Betrag zahlen.

    Je nach Rechenweg kursieren daher Zahlen zwischen 16,7 und 18 Milliarden Dollar. Für das dritte Quartal 2026 erwartet Meta eine Belastung von etwa 10 Milliarden Dollar. Gemessen am Konzernumsatz von 201 Milliarden Dollar im Jahr 2025 bleibt der Vergleich überschaubar, zumal im Verfahren zeitweise dreistellige Milliardenforderungen im Raum standen.

    Kritik bleibt

    Kinderschutzfachleute und frühere Beschäftigte halten Metas Jugendschutzfunktionen seit Jahren für eine Fassade. Der ehemalige Engineering-Direktor Arturo Béjar sagte im Prozess aus, der Konzern habe Nutzungsdauer über das Wohlbefinden der Nutzer gestellt.

    Meta verweist dagegen auf bestehende Werkzeuge wie Teenagerkonten und ruft TikTok und YouTube auf, sofort nachzuziehen, ohne branchenweite Regeln bringe der Rahmen wenig. Das dürfte auch für die Limits selbst gelten, denn abschalten lassen sie sich weiterhin, nur eben mit elterlichem Segen.

    Wie seht ihr das? Sind harte Zeitlimits per Vergleich der richtige Weg, oder verlagert das Ganze nur die Verantwortung auf Eltern und andere Apps? Wir sind auf eure Sicht in den Kommentaren neugierig, gern auch auf die unbequeme.

    Zusammenfassung
    • Meta einigt sich in den USA auf einen Vergleich über 18 Milliarden Dollar
    • Der Konzern wendet damit ein Verfahren wegen Suchtwirkung bei Teenagern ab
    • Für Jugendliche unter 18 Jahren greift künftig ein Zwei-Stunden-Limit
    • Nachtsperren und strengere Altersprüfungen sollen ebenfalls kommen
    • Ein Teil der Strafzahlung ist an Regulierungen für YouTube und TikTok geknüpft

    Siehe auch:
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