USA planen nach 50 Jahren das Ende des Verbots von Überschallflügen

Die US-Luftfahrtbehörde FAA plant das Ende des Verbots für zivile Überschallflüge über dem Festland. Neue Flugzeuge sollen den Lärm durch spezielle Designs nach oben ablenken. Am Boden kommt dann statt eines Knalls nur noch ein Grollen an.
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Boom Supersonic

Rückkehr der Überschallflüge

Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA plant, das seit 1973 bestehende Verbot für zivile Überschallflüge über dem Festland der USA aufzuheben. Anstelle der strengen Regelung soll ein neuer Lärmgrenzwert treten, der es Flugzeugen erlaubt, schneller als mit Mach 1 zu fliegen. Die Vorschrift sieht vor, dass der durch den Überschallknall verursachte Überdruck am Boden den Wert von 0,11 Pfund pro Quadratfuß (0,537 Kilogramm pro Quadratmeter) nicht überschreiten darf.

Möglich wird das Vorhaben durch technologische Fortschritte in der Luftfahrt. Ingenieure nutzen ein Verfahren namens Mach-Cutoff, bei dem das Flugzeugdesign und spezifische atmosphärische Bedingungen den Schall gezielt nach oben ablenken. Am Boden kommt dadurch lediglich ein tiefes Grollen anstelle des lauten Knalls an. Die dafür verantwortliche Druckwelle hatte in der Vergangenheit auch konkrete Folgen, denn sie führte oft zu erheblichen Gebäudeschäden. Das soll künftig eine wesentlich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewährleisten.

Boom Supersonic will ein Revival ziviler Überschallflüge einleiten

Chancen und Kritik

Wie Bloomberg berichtet, könnten Unternehmen wie Boom Supersonic stark von den neuen Richtlinien profitieren. Der Hersteller entwickelt derzeit das Passagierflugzeug Overture. Das Modell soll die Reisezeit zwischen New York und London halbieren. Befürworter der neuen Regelung versprechen sich durch die Wiederbelebung der Technologie neue Arbeitsplätze und einen starken Innovationsschub für die Wirtschaft. Die Luftfahrtbranche hofft auf ein lukratives neues Marktsegment.

Die Pläne stoßen jedoch nicht nur auf Zustimmung. Umweltschutzorganisationen kritisieren die vorgeschlagenen Grenzwerte als unzureichend. Der gewählte physikalische Messwert erfasse nicht, wie stark Menschen den Lärm im Alltag tatsächlich als störend empfinden. Zudem wiesen Experten der Vereinten Nationen diese Metrik bereits im Jahr 2014 als veraltet zurück. Kritiker fordern daher eine umfassende Überarbeitung der Standards.

Weitere Regeln folgen bald

Ein weiteres erhebliches Hindernis für den zuverlässigen Betrieb stellen die wechselhaften Wetterbedingungen dar. Die Lärmvermeidung durch das neue Verfahren funktioniert in der Praxis bei Gegenwind deutlich zuverlässiger als bei Rückenwind. Das könnte die Routenplanung für die Fluggesellschaften verkomplizieren. Bei ungünstigen Windverhältnissen müssten Piloten die Geschwindigkeit reduzieren, um den Lärmschutz am Boden jederzeit zu gewährleisten.

Die aktuellen Vorschläge der US-Regierung behandeln ausschließlich den Flugbetrieb in großer Höhe. Spezifische Lärmvorschriften für Start und Landung der Jets sollen bis Ende des Jahres präsentiert werden. Ziel ist es, das gesamte Regelwerk bis Mitte des Jahres 2027 final zu verabschieden. Dadurch erhalten Hersteller die notwendige rechtliche Planungssicherheit für ihre zukünftigen Flugzeugdesigns.

Würdet ihr in ein modernes Überschallflugzeug steigen oder überwiegen für euch die Bedenken beim Lärmschutz? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Die FAA plant eine Aufhebung des Verbots für zivile Überschallflüge in den USA
  • Technik soll durch Schallablenkung den lauten Knall durch ein Grollen ersetzen
  • Unternehmen wie Boom Supersonic erwarten durch neue Regeln große Marktchancen
  • Umweltschützer kritisieren die neuen Grenzwerte als medizinisch unzureichend fundiert
  • Wetterabhängigkeit der Lärmminderung erschwert die Planung effizienter Flugrouten
  • Bis Mitte 2027 soll ein vollständiges Regelwerk für Überschallflüge vorliegen

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