NASAs X-59 durchbricht die Schallmauer:
Leiser Überschallflug gelingt

Das Experimentalflugzeug X-59 hat erstmals die Schallmauer durchbrochen. Mit einer Geschwindigkeit von Mach 1,1 absolvierte der Jet einen wichtigen Testflug. Ziel des Projekts ist es, den lauten Überschallknall auf ein leises Geräusch zu reduzieren.
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NASA

Erster Überschallflug erfolgreich

Das Experimentalflugzeug X-59 hat vor einigen Tagen über der kalifornischen Edwards Air Force Base erstmals die Schallmauer durchbrochen. Testpilot Jim Less erreichte während des 81-minütigen Fluges eine Höhe von 13.200 Metern und eine Geschwindigkeit von Mach 1,1. Das entspricht etwa 1147 Kilometern pro Stunde. Ziel des Projekts ist die Entwicklung leiserer Überschallflugzeuge für den zivilen Luftverkehr.

Der Testflug markiert einen wichtigen Schritt für die sogenannte Quesst-Mission. Seit 1973 sind zivile Überschallflüge über dem Festland der USA verboten, da der entstehende Überschallknall Menschen und Gebäude belasten kann. Die X-59 besitzt eine extrem lange und spitze Nase, die fast ein Drittel der gesamten Flugzeuglänge ausmacht. Sie verteilt die Schockwellen so, dass am Boden nur noch ein leises Klopfen zu hören sein soll.

Wie die Raumfahrtbehörde NASA schreibt, verlief der Test nach Plan. Der Pilot habe den Übergang in den Überschallbereich nur an den Instrumenten ablesen können. Gebaut wurde das Flugzeug in enger Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern Lockheed Martin. Die Entwicklungskosten belaufen sich auf rund 247,5 Millionen Dollar (etwa 215 Millionen Euro).

Video des ersten Flugs mit Überschallgeschwindigkeit von NASAs X-59

Während der Flug die aerodynamische Stabilität bewies, konnte die genaue Lautstärke der X-59 noch nicht gemessen werden. Schuld daran hatte aber nicht das Testflugzeug selbst: Ein begleitendes F-15-Kampfflugzeug übertönte nämlich mit seinem eigenen Überschallknall die verbauten Sensoren. Zudem schränkt die komplexe Formgebung der X-59 die Sicht des Piloten ein. Daher müssen die Ingenieure auf ein hochauflösendes externes Kamerasystem vertrauen, das die fehlende Frontscheibe ersetzt.

Zukünftige Tests und Ziele

In den kommenden Tagen steht der erste Flug unter realen Einsatzbedingungen an. Dabei soll die X-59 eine Geschwindigkeit von Mach 1,4 und eine Flughöhe von knapp 16.800 Metern erreichen. Diese Parameter entsprechen genau jenen Bedingungen, unter denen spätere kommerzielle Passagierflüge stattfinden könnten.

In einer späteren Testphase wird das Flugzeug über ausgewählten bewohnten Gebieten fliegen. Dabei sammeln Experten Daten zur tatsächlichen Lärmbelastung am Boden. Diese Ergebnisse werden anschließend mit nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden geteilt. Sollten die Messwerte die strengen Lärmschutzvorgaben erfüllen, könnten die bestehenden Flugverbote für zivile Überschallflüge über Land langfristig gelockert werden.

Das würde Fluggesellschaften völlig neue Routenplanungen ermöglichen. Reisen zwischen den großen Kontinenten ließen sich zeitlich nahezu halbieren. Bis dahin stehen jedoch noch zahlreiche Überprüfungen der komplexen Technik auf dem Programm - und natürlich müssten auch die passenden Maschinen gebaut werden.

Würdet ihr für einen deutlich kürzeren Flug in einem Überschallflugzeug einen höheren Ticketpreis in Kauf nehmen? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Die NASA und Lockheed Martin testen das neue Überschallflugzeug X-59
  • Testpilot Jim Less erreichte Mach 1,1 in einer Höhe von 13.200 Metern
  • Ziel der Quesst-Mission ist die Rückkehr ziviler Überschallflüge über Land
  • Eine extrem lange Flugzeugnase reduziert den Knall auf ein leises Klopfen
  • Moderne Kamerasysteme ersetzen die bauartbedingt fehlende Frontscheibe
  • Begleitende F-15-Kampfflugzeuge störten die Lärmmessung beim Testflug
  • Geplante Tests über Städten sollen die Lärmbelastung am Boden prüfen

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