Analysten sehen schwarz: 'Ära ultragünstiger Smartphones ist vorbei'

Dem Smartphone-Markt geht es aufgrund der auch für die nächsten Jahre erwarteten Speicherknappheit nicht gut. Das Marktfor­schungs­unternehmen IDC verkündet in Anbetracht der schwierigen Lage sogar das Ende der Ära der günstigen Smartphones.
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Xiaomi

Stärkster Rückgang seit Jahren

Geht es nach der International Data Corporation (IDC) steuert der Smartphone-Markt in eine tiefe Krise, denn während die Gerätepreise durch die stark erhöhten Speicherkosten und die zunehmende Preistendenz bei anderen Komponenten weiter zulegen, sinken die Verkaufszahlen in diesem Jahr wohl noch stärker als erwartet.

Laut dem von IDC veröffentlichten Quartalsbericht zum Smartphone-Markt werden die verkauften Stückzahlen in diesem Jahr wohl um mindestens 13,9 Prozent fallen. Ging man im Februar noch von 12,9 Prozent aus, so hat sich die Prognose nun offensichtlich weiter verschlechtert. Einer der Gründe dafür ist der Krieg im Iran.


Iran-Krieg verteuert Geräte zusätzlich

Durch den von Israel und den USA geführten Krieg gegen Iran und dadurch erfolgten Blockade der Straße von Hormus sind die Treibstoffpreise stark gestiegen, was sich inzwischen auch in höheren Transportkosten für die Gerätehersteller niederschlägt. Dies gilt sowohl für die zur Fertigung benötigten Komponenten als auch für fertige Produkte. Zusätzlich sind die Fracht- und Versicherungskosten weiter gestiegen, sodass gerade sehr günstige Smartphones immer schwerer realisierbar sind. IDC Quarterly Mobile Market Tracker Mai 2026IDC-Prognose: Wachstumsentwicklung im Smartphone-Markt Für die Gerätehersteller bedeutet dies eine Konzentration auf Produkte, die höhere Margen abwerfen, während die durchschnittlichen Gerätepreise steigen. Der sogenannte Average Sale Price (ASP) werde daher im Jahr 2026 wohl bei 550 Dollar liegen, was einer Steigerung um 100 Dollar im Jahresvergleich entspricht. IDC Quarterly Mobile Market Tracker Mai 2026IDC-Prognose: Entwicklung der Durchschnittspreise Gerade das Segment der Geräte mit Preisen unter 200 Dollar werde wohl am stärksten schrumpfen, was primär aufstrebende Märkte betrifft, wo günstige Android-Smartphones besonders gefragt sind. Für das kommende Jahr erwartet man bei IDC unterdessen eine weitere, wenn auch nicht so starke Steigerung des Durchschnittspreises von Smartphones um "nur" 4,2 Prozent, bevor es ab 2028 wieder leicht abwärtsgehen könnte (-1,8%).

Weil die Speicherpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben werden, geht man bei IDC davon aus, dass "für Endverbraucher die Ära der ultragünstigen Smartphones vorbei ist". Auch nach 2028 ist also davon auszugehen, dass sich die Lage vorerst nicht wieder entspannt und damit die Preise stark sinken.

Für 2027 prophezeit IDC deshalb einen weiteren Rückgang der Verkäufe im Gesamtmarkt um 1,1 Prozent, bevor dann 2028 mit einem gewissen Plus um 5,5 Prozent gerechnet wird.

Was die Entwicklung der Verkaufszahlen in 2026 im Detail angeht, so erwartet IDC einen besonders starken Rückgang der Verkäufe bei Android-Smartphones um rund 20 Prozent, während es bei Apple-Geräten nur um gut fünf Prozent abwärts gehen soll. iOS würde damit seinen bisher höchsten Marktanteil von rund 22 Prozent erreichen, heißt es.

Samsung hingegen könne ebenfalls zulegen, weil der Konzern seine Speicherversorgung langfristig gesichert hat und ein starkes Galaxy-S26-Line-up sowie aggressive Preisgestaltung in der Mittelklasse bieten kann.

Zusammenfassung
  • Smartphone-Markt 2026: IDC prognostiziert Rückgang um 13,9 Prozent
  • Speicherchip-Mangel und Nahost-Konflikt treiben Preise in die Höhe
  • Durchschnittspreis 2026 liegt bei 550 Dollar - plus 100 Dollar zu 2025
  • Smartphones unter 200 Dollar sind am stärksten von der Krise betroffen
  • IDC: Ära der ultragünstigen Smartphones ist für Endverbraucher vorbei
  • Android-Verkäufe sinken um 20 Prozent, iOS nur um gut fünf Prozent
  • Samsung kann Marktanteile sichern dank langfristig gesicherter Speicherversorgung

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