Gigantische Galaxie im frühen Universum gibt Forschern neue Rätsel auf
Das James Webb Space Telescope (JWST) hat eine Galaxie entdeckt, die vor rund zwölf Milliarden Jahren existierte, als das Universum noch keine zwei Milliarden Jahre alt war. Anders als die meisten bekannten Galaxien rotiert sie jedoch nicht um ihre Achse.
Bisherige Erklärungsmodelle gingen davon aus, dass riesige Strukturen erst nach vielen Milliarden Jahren durch unzählige Verschmelzungen entstehen. Nach etablierten Annahmen hätte das Teleskop ein solches System dort niemals finden dürfen. Das Auftreten eines derart reifen Systems war unerwartet.
Ein seitlicher Lichtüberschuss auf den vom Webb-Teleskop aufgenommenen Infrarotaufnahmen deutet auf eine abrupte Veränderung der Dynamik durch ein massereiches Objekt hin.
Die Beobachtung war nur durch die Infrarottechnik des JWST möglich. Durch die Expansion des Raums verschiebt sich das Licht ferner Objekte in den roten Wellenlängenbereich (Rotverschiebung). Vorgänger wie das Hubble-Teleskop arbeiteten primär im sichtbaren Licht und konnten solche Systeme nicht auflösen.
Wie bewertet ihr die ständigen Korrekturen bisheriger Theorien durch das JWST? Teilt eure Sichtweisen und diskutiert das Thema gerne unten in den Kommentaren.
Siehe auch:
Rätselhafte Galaxie ohne Rotation
Die Sterneninsel XMM-VID1-2075 besitzt ein Vielfaches der Masse der Milchstraße. Astronomen bezeichnen solche Gebilde als langsame Rotatoren. In ihnen bewegen sich Sterne völlig chaotisch in verschiedene Richtungen.Bisherige Erklärungsmodelle gingen davon aus, dass riesige Strukturen erst nach vielen Milliarden Jahren durch unzählige Verschmelzungen entstehen. Nach etablierten Annahmen hätte das Teleskop ein solches System dort niemals finden dürfen. Das Auftreten eines derart reifen Systems war unerwartet.
Kollision als Ursache?
Wie es im Nature-Magazin heißt, vermutet der Astronom Ben Forrest von der University of California eine massive Kollision zweier gegenläufiger Galaxien als Ursache für die fehlende Rotation.Ein seitlicher Lichtüberschuss auf den vom Webb-Teleskop aufgenommenen Infrarotaufnahmen deutet auf eine abrupte Veränderung der Dynamik durch ein massereiches Objekt hin.
Die Beobachtung war nur durch die Infrarottechnik des JWST möglich. Durch die Expansion des Raums verschiebt sich das Licht ferner Objekte in den roten Wellenlängenbereich (Rotverschiebung). Vorgänger wie das Hubble-Teleskop arbeiteten primär im sichtbaren Licht und konnten solche Systeme nicht auflösen.
Tote Galaxie im frühen Kosmos
Erdgebundene Observatorien hatten XMM-VID1-2075 bereits als massereich identifiziert, doch erst das JWST wies die fehlende Rotation nach. Zudem fehlt Sternentstehung, weshalb Astronomen die Galaxie als "tot" klassifizieren. Solche Systeme galten im frühen Universum als extrem selten. Infografik Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail
Falsche Annahme
Die Daten zwingen Forscher nun, etablierte Theorien zur Galaxienentwicklung anzupassen. Die Annahme einer schnellen Rotation früher Galaxien erweist sich als falsch. Die geringe scheinbare Größe erschwert die Analyse der internen Sternenbewegungen. Zukünftige JWST-Beobachtungen sollen weitere solcher Galaxien aufspüren. Parallel arbeiten NASA-Ingenieure an Softwareupdates zur Verbesserung der Auflösung.Wie bewertet ihr die ständigen Korrekturen bisheriger Theorien durch das JWST? Teilt eure Sichtweisen und diskutiert das Thema gerne unten in den Kommentaren.
Was ist XMM-VID1-2075 genau?
XMM-VID1-2075 ist eine massereiche Galaxie aus dem frühen Universum. Sie besitzt ein Vielfaches der Sternenanzahl unserer eigenen Milchstraße und gilt als sogenannter "Slow Rotator" (langsamer Rotator).
Im Gegensatz zu den meisten heutigen Galaxien, die durch eine geordnete Rotation zusammengehalten werden, bewegen sich die Sterne in XMM-VID1-2075 völlig chaotisch. Solche Systeme kannte man bisher nur aus unserer kosmischen Nachbarschaft.
Im Gegensatz zu den meisten heutigen Galaxien, die durch eine geordnete Rotation zusammengehalten werden, bewegen sich die Sterne in XMM-VID1-2075 völlig chaotisch. Solche Systeme kannte man bisher nur aus unserer kosmischen Nachbarschaft.
Warum ist die Entdeckung besonders?
Bisher gingen Astronomen davon aus, dass frühe Galaxien extrem schnell rotieren. Die geordnete Drehung sollte sich erst über Milliarden von Jahren durch unzählige Verschmelzungen mit anderen Systemen verlangsamen.
Dass ein derart massereiches und scheinbar weit entwickeltes System bereits in der Frühzeit des Kosmos existierte, widerspricht den bisherigen Modellen. Es zeigt, dass dynamische Veränderungen im Universum viel schneller ablaufen können als gedacht.
Dass ein derart massereiches und scheinbar weit entwickeltes System bereits in der Frühzeit des Kosmos existierte, widerspricht den bisherigen Modellen. Es zeigt, dass dynamische Veränderungen im Universum viel schneller ablaufen können als gedacht.
Wie alt ist diese Galaxie?
Durch die enorme Entfernung blicken wir weit in die Vergangenheit zurück. Das Licht der Galaxie weist eine Rotverschiebung von z=3,449 auf. Wir sehen das System also so, wie es vor etwa 12 Milliarden Jahren aussah.
Zu diesem Zeitpunkt war das gesamte Universum weniger als zwei Milliarden Jahre alt. Für IT-Profis, die mit Lebenszyklen von Systemen arbeiten: Diese Galaxie hatte ihr "End of Life" in Bezug auf ihre strukturelle Entwicklung extrem früh erreicht.
Zu diesem Zeitpunkt war das gesamte Universum weniger als zwei Milliarden Jahre alt. Für IT-Profis, die mit Lebenszyklen von Systemen arbeiten: Diese Galaxie hatte ihr "End of Life" in Bezug auf ihre strukturelle Entwicklung extrem früh erreicht.
Warum rotiert die Galaxie nicht?
Die genaue Ursache ist noch Gegenstand aktueller Forschung. Laut Dr. Ben Forrest von der UC Davis könnte eine einzige, hochenergetische Kollision zweier gegenläufiger Galaxien für den Stillstand verantwortlich sein.
Es heißt, dass ein ungewöhnlicher Lichtüberschuss an der Seite der Galaxie auf ein solches externes Ereignis hindeutet. Angeblich hat dieses singuläre Event die gesamte Rotationsdynamik des Systems schlagartig neutralisiert.
Es heißt, dass ein ungewöhnlicher Lichtüberschuss an der Seite der Galaxie auf ein solches externes Ereignis hindeutet. Angeblich hat dieses singuläre Event die gesamte Rotationsdynamik des Systems schlagartig neutralisiert.
Bildet die Galaxie noch neue Sterne?
Nein, XMM-VID1-2075 ist eine sogenannte "ruhende" (quiescent) Galaxie. Obwohl sie extrem massereich ist, hat sie die Produktion neuer Sterne bereits vor langer Zeit vollständig eingestellt.
Auch das ist für diese frühe kosmische Epoche ungewöhnlich. Normalerweise war das junge Universum ein Ort rasanter Sternentstehung. Warum dieses System so früh "abgeschaltet" wurde, ist eine der Kernfragen der aktuellen Auswertungen.
Auch das ist für diese frühe kosmische Epoche ungewöhnlich. Normalerweise war das junge Universum ein Ort rasanter Sternentstehung. Warum dieses System so früh "abgeschaltet" wurde, ist eine der Kernfragen der aktuellen Auswertungen.
Was bedeutet das für die Forschung?
Die Entdeckung zwingt Astrophysiker dazu, bestehende Simulationsmodelle zur Galaxienentstehung anzupassen. Der klassische, langsame Weg über stetige Verschmelzungen ist offensichtlich nicht der einzige Mechanismus.
Die Rohdaten des JWST sind übrigens öffentlich über das STScI-Archiv zugänglich. Interessierte Datenanalysten können sich die Datensätze (Programm 2913) selbst herunterladen und die Auswertungen nachvollziehen.
Die Rohdaten des JWST sind übrigens öffentlich über das STScI-Archiv zugänglich. Interessierte Datenanalysten können sich die Datensätze (Programm 2913) selbst herunterladen und die Auswertungen nachvollziehen.
Zusammenfassung
- JWST entdeckt massereiche Galaxie XMM-VID1-2075 ohne Rotation
- Die Sterneninsel besitzt ein Vielfaches der Masse der Milchstraße
- XMM-VID1-2075 existierte vor rund zwölf Milliarden Jahren
- Astronomen klassifizieren sie als langsamen Rotator mit chaotischem Verhalten
- Forscher vermuten eine massive Kollision zweier Galaxien als Ursache
- Nur die Infrarottechnik des JWST ermöglichte diese Entdeckung
- Das System wird als tote Galaxie ohne Sternentstehung eingestuft
- Etablierte Theorien zur Galaxienentwicklung müssen angepasst werden
Siehe auch:
Thema:
Videos zum Thema
- Video von Blue Ghost: Erstmals wurde eine Mondlandung in HD gefilmt
- NASA-Video zeigt Blick auf den Starship-Start von der ISS
- Reise in ein schwarzes Loch: Die NASA zeigt, wie das aussehen würde
- Solar Orbiter: Spektakuläres Video zeigt faszinierende Sonnenaktivität
- NASA-Video zeigt beeindruckende Vorschau auf die Projekte von 2024
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- Disney+ europaweit eingeschränkt: Dolby-Vision-Streit geht weiter
- Nach Flugzeugabsturz: Spielebranche trauert um Ubisoft-Gründer
- Galaxy Watch 9 & Ultra 2: Leak enthüllt Design der neuen Smartwatches
- Neue Weekend-Deals sind da: Media Markt & Saturn senken die Preise
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Ryzen-CPUs: AMD killt RAM-Verschlüsselung - und rudert jetzt zurück
- Windows 11 26H2: Microsoft veröffentlicht allererste Vorschau-Version
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen