Microsoft Teams: Nutzer verärgert über auffällige Premium-Werbung

Eine Neuerung in Microsoft Teams sorgt weltweit für Unmut bei Unternehmenskunden: Microsoft blendet in der Desktop-Anwendung nun deutlich sichtbarer eine Werbefläche für das kostenpflichtige Zusatzpaket "Teams Premium" ein.
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    Offensive Platzierung

    Bislang war der Zugang zu erweiterten Angeboten eher unauffällig im Drei-Punkte-Menü der Programmleiste versteckt. Dort finden sich üblicherweise Einstellungen wie Zoom, Anheften des Fensters oder Feedback-Funktionen. Mit einem aktuellen Update hat Microsoft den Hinweis auf "Unlock Premium" jedoch aus diesem Untermenü herausgelöst und direkt neben dem Drei-Punkte-Menü platziert, wie die Kollegen von Neowin berichten. Ein Diamant-Symbol macht den kostenpflichtigen Zusatzbereich zusätzlich auffällig.

    Wer auf die neue Schaltfläche klickt, erhält Informationen zu den Vorteilen von Teams Premium. Außerdem bietet Microsoft einen kostenlosen 60-Tage-Test an, der laut Berichten sofort aktiviert wird und keine Kreditkarte voraussetzt. Das Zusatzpaket kostet regulär rund zehn Dollar pro Nutzer und Monat.


    Gerade diese direkte Vermarktung innerhalb des Programms stößt jedoch auf Unmut. Viele Anwender weisen darauf hin, dass sie selbst gar nicht über zusätzliche Lizenzen entscheiden können. In den meisten Unternehmen liegen solche Entscheidungen bei der IT-Abteilung oder dem Management. Normale Beschäftigte sehen sich daher mit einem Angebot konfrontiert, auf das sie keinen Einfluss haben. Premium-Werbung in TeamsDie Premium-Werbung im Teams-Fenster (Screenshot: Neowin) Hinzu kommt ein weiterer Kritikpunkt: Die neue Premium-Schaltfläche lässt sich offenbar nicht ausblenden. Nutzer berichten, dass dadurch das bekannte Drei-Punkte-Menü schwerer zu finden sei. Einige sprechen von einer Verschlechterung der Bedienbarkeit und werfen Microsoft sogenannte "Dark Patterns" vor - also Designentscheidungen, die Nutzer zu bestimmten Aktionen drängen sollen.

    Viele Beschwerden

    Im offiziellen Feedback-Portal des Konzerns häufen sich seit einiger Zeit entsprechende Beschwerden. Dort fordern Kunden unter anderem, die Schaltfläche zu entfernen, Pop-ups zu stoppen und die Anwendung wieder professioneller wirken zu lassen. Andere beklagen, sie müssten Kollegen regelmäßig erklären, warum das Unternehmen sich das Zusatzangebot nicht leisten könne.

    Microsoft selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu der Kritik geäußert. Beobachter vermuten jedoch, dass der Konzern hofft, durch direkte Testangebote in der Belegschaft Interesse zu wecken und so zusätzlichen Umsatz bei Firmenkunden zu erzielen.

    Zusammenfassung
    • Microsoft blendet jetzt direkt Werbung für Teams Premium in der Desktop-App ein
    • Die neue Premium-Schaltfläche wurde aus dem Drei-Punkte-Menü herausgelöst
    • Unternehmensmitarbeiter kritisieren, dass sie nicht über Lizenzen entscheiden können
    • Die auffällige Werbeschaltfläche lässt sich nicht ausblenden und stört die Nutzung
    • Nutzer werfen Microsoft Dark Patterns vor und fordern im Feedback-Portal Änderungen
    • Microsoft bietet einen kostenlosen 60-Tage-Test an, um Firmenkunden zu gewinnen

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