Solarmodule in Dachziegel-Optik:
Fraunhofer stellt ShadeCut-Folien vor
Solarmodule kommen mittlerweile überall zum Einsatz, sind aber oft ein optischer Störfaktor. Die neue ShadeCut-Technologie des Fraunhofer-Instituts verwandelt die Paneele in normal aussehende Dachziegel bei nahezu gleichbleibender Energieausbeute.
Bisherige Ansätze zur Einfärbung von Solarzellen nutzten oft Streufolien, die das Sonnenlicht in verschiedene Richtungen verteilen. Der Nachteil der Methode ist ein Leistungsverlust, der bis zu 50 Prozent betragen kann. Die neue Beschichtungstechnik umgeht das Problem durch einen physikalischen Effekt, der sich an der Natur orientiert. Anstatt klassische Farbpigmente zu verwenden, erzeugen mikroskopisch kleine und dreidimensionale Strukturen die gewünschte Farbe.
Der Morphofalter besitzt auf seinen Flügeln Schuppen, die wie winzige Tannenbäume geformt sind. Das einfallende Licht wird an den unterschiedlichen Ebenen der Strukturen reflektiert. Je nach Abstand der Ebenen zueinander entstehen Farben. Die Wissenschaftler haben das Prinzip im Labor nachgebaut. Sie tragen eine wenige Mikrometer dünne Schicht auf, die das Sonnenlicht fast ungehindert zu den darunterliegenden Solarzellen passieren lässt.
Auch komplexe Muster sind mit ShadeCut möglich
Trotz des Verlustes von etwa 5 Prozent der Energie bietet das Verfahren eine echte Alternative zu bisherigen farbigen Solarlösungen. Die Öffentlichkeit soll die 'getarnten' Module erstmals auf der Fachmesse Intersolar Europe 2026 in München begutachten können, die vom 23. bis zum 25. Juni stattfindet. Ob und wann entsprechende Solarelemente für normale Käufer verfügbar werden, steht bisher nicht fest.
Würdet ihr für eine schönere Optik eures Daches auf fünf Prozent Leistung verzichten? Teilt eure Gedanken und Präferenzen zu farbigen Solarmodulen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Neue Optik für Photovoltaik-Anlagen
Photovoltaik-Module auf Hausdächern prägen zunehmend das Stadtbild, stoßen unter anderem bei denkmalgeschützten Gebäuden jedoch oft auf optische Bedenken. Schon in der Vergangenheit hatte das Fraunhofer-Institut an Lösungen gearbeitet. Jetzt präsentieren die Forscher eine neu entwickelte Folientechnik, die Standardmodule dem Aussehen nach in klassische Dachziegel, Natursteinmauern oder individuelle Grafiken verwandelt. Die Paneele liefern trotz der farbigen Beschichtung dabei angeblich weiterhin bis zu 95 Prozent der Energie von unbeschichteten Modulen.Bisherige Ansätze zur Einfärbung von Solarzellen nutzten oft Streufolien, die das Sonnenlicht in verschiedene Richtungen verteilen. Der Nachteil der Methode ist ein Leistungsverlust, der bis zu 50 Prozent betragen kann. Die neue Beschichtungstechnik umgeht das Problem durch einen physikalischen Effekt, der sich an der Natur orientiert. Anstatt klassische Farbpigmente zu verwenden, erzeugen mikroskopisch kleine und dreidimensionale Strukturen die gewünschte Farbe.
Schmetterling als Vorbild
Vorbild für das Verfahren ist der südamerikanische Morphofalter. Wie das Fraunhofer-Institut beschreibt, erzeugen die Flügel des Schmetterlings ihre leuchtenden Farben durch eine besondere Brechung von Lichtwellen. Forscher haben diesen Effekt der sogenannten destruktiven Interferenz nun per MorphoColor-Technologie auf das Deckglas von Solarmodulen übertragen. Einfallendes Licht wird so gebrochen, dass sich bestimmte Wellenlängen verstärken, während sich andere gegenseitig aufheben. So entsteht Farbe ohne Pigmente.Der Morphofalter besitzt auf seinen Flügeln Schuppen, die wie winzige Tannenbäume geformt sind. Das einfallende Licht wird an den unterschiedlichen Ebenen der Strukturen reflektiert. Je nach Abstand der Ebenen zueinander entstehen Farben. Die Wissenschaftler haben das Prinzip im Labor nachgebaut. Sie tragen eine wenige Mikrometer dünne Schicht auf, die das Sonnenlicht fast ungehindert zu den darunterliegenden Solarzellen passieren lässt.
Auch komplexe Muster sind mit ShadeCut möglich
Präzise Muster durch Lasertechnik
Eine als ShadeCut bezeichnete Technologie bringt die photonischen Strukturen dabei auf die flexiblen Folien. Mithilfe von Lasern und computergestützten Designprozessen schneiden die Ingenieure genaue Muster in das Material. Durch das Übereinanderlegen mehrerer Folienschichten lassen sich komplexe Designs und Farbkombinationen realisieren. Die Folien sollen sich damit sowohl für die direkte Verkapselung in neuen Modulen als auch für die nachträgliche Anbringung auf bestehenden Anlagen eignen.Trotz des Verlustes von etwa 5 Prozent der Energie bietet das Verfahren eine echte Alternative zu bisherigen farbigen Solarlösungen. Die Öffentlichkeit soll die 'getarnten' Module erstmals auf der Fachmesse Intersolar Europe 2026 in München begutachten können, die vom 23. bis zum 25. Juni stattfindet. Ob und wann entsprechende Solarelemente für normale Käufer verfügbar werden, steht bisher nicht fest.
Würdet ihr für eine schönere Optik eures Daches auf fünf Prozent Leistung verzichten? Teilt eure Gedanken und Präferenzen zu farbigen Solarmodulen gerne mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- MorphoColor-Technologie tarnt Solarmodule als klassische Dachziegel
- Farbige Folie verursacht nur etwa fünf Prozent Leistungsverlust
- Vorbild ist der südamerikanische Morphofalter mit seinen Schuppen
- Farben entstehen durch Lichtbrechung statt durch klassische Pigmente
- ShadeCut-Folien lassen sich auch nachträglich auf Module anbringen
- Energieausbeute bleibt trotz Folien bei ungefähr 95 Prozent
- Erstmals zu sehen auf der Intersolar Europe vom 23. bis 25. Juni 2026
Siehe auch:
- IEA: Neue Ära im globalen Energiesystem - angetrieben von Solarstrom
- Pünktlich zur Ölkrise: China macht Solarzellen jetzt weltweit teurer
- Ein Modul pro Minute: Roboter baut Solarpark in Rekordgeschwindigkeit
- Solarförderung: Wirtschaftsministerium will Zuschuss streichen
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