KI-Training um jeden Preis:
Meta zeichnet auf, wie Mitarbeiter PCs nutzen

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat angekündigt, dass Mitarbeiter ein neues Programm auf ihren geschäftlich genutzten Computern installieren müssen, mit dem das Unternehmen sämt­liche Eingaben aufzeichnet. Der Zweck der Überwachung: KI-Training.

Meta will Trainingsdaten für KI-Agenten

Weil es bisher wohl an "hochwertigem" Material für das Training von sogenannter agentischer Künstlicher Intelligenz mangelt, hat Meta einen neuen Weg gefunden, entsprechende Daten zu sammeln. In einer internen Mitteilung kündigte man an, dass die Mitarbeiter des Unternehmens künftig Tastatureingaben, Mausbewegungen und weitere Daten zu ihrem Nutzungsverhalten von einem konzerneigenen Programm aufzeichnen lassen müssen.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will Meta so neue Daten für das Training von KI-Modellen gewinnen, mit denen bestimmte Aufgaben künftig automatisiert werden sollen. Im Grunde leisten die Mitarbeiter mit der Aufzeichnung aller ihrer Aktivitäten auf den Firmenrechnern somit einen Beitrag dazu, künftig durch KI-Systeme ersetzt zu werden.

Mittlerweile hat der Mutterkonzern von Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads den Einsatz des Tools zur Aufzeichnung von Nutzeraktionen auf seinen Mitarbeiter-PCs auch offiziell bestätigt. In einer Stellungnahme gegenüber US-Medien erklärte ein Sprecher, dass man daran arbeitet, KI-Agenten zu schaffen, "die Menschen bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben mit Computern helfen".


Mausbewegungen, Klicks & Navigation durch Menüs

Die dafür entwickelten KI-Modelle benötigten reale Beispiele dafür, wie die Nutzer mit ihren PCs tatsächlich umgehen, darunter Mausbewegungen, das Anklicken von Buttons oder die Navigation durch Drop-down-Menüs. Um dies zu ermöglichen, führe man ein internes Tool ein, das derartige Eingaben in bestimmten Anwendungen aufzeichnet, so der Sprecher.

Dabei würden Schutzmaßnahmen integriert, die die Erfassung von sensiblen Inhalten und deren Verwendung für andere Zwecke unterbinden. In einer weiteren internen Mitteilung an die Mitarbeiter hieß es aus der Führungsetage von Meta, dass man klar darauf hinarbeite, KI-Agenten primär die Arbeit erledigen zu lassen, während "unsere Rolle das Lenken, Prüfen und Verbessern" ihrer Aktivitäten sein soll.

Meta bereitet derzeit übrigens erneut eine riesige Entlassungswelle vor, die ab der zweiten Maihälfte bis zu 10 Prozent der Belegschaft treffen könnte, was knapp 8000 der aktuell rund 79.000 Mitarbeiter des Unternehmens entspricht. Für den weiteren Jahresverlauf sollen weitere umfangreiche Stellenstreichungen anvisiert werden, hieß es in der letzten Woche aus dem Umfeld des Konzerns.

Zusammenfassung
  • Meta verlangt ein Tool, das Eingaben auf Firmenrechnern protokolliert
  • Erfasst werden Tastatur, Mausbewegungen und Nutzung in Anwendungen
  • Ziel sind Trainingsdaten für agentische KI zur Aufgabenautomatisierung
  • Meta bestätigt das Vorgehen und nennt KI-Hilfe bei Computeralltag
  • Schutzmaßnahmen sollen sensible Inhalte von der Erfassung ausnehmen
  • Ab Mai 2026 drohen Entlassungen für bis zu zehn Prozent der Belegschaft

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