Übler Amateur-Fehler: Pressefoto kostet Krypto-Fahnder 4,4 Mio. Dollar

Ein Fehler der südkoreanischen Steuerfahndung sorgt derzeit für Aufsehen. Denn ein Foto in einer Pressemitteilung enthüllte versehentlich den Zugang zu beschlagnahmten Kryptowährungen. Unbekannte nutzten das sofort und erbeuteten Millionenbeträge.
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Steueramt verschusselt Millionen

Bitcoin befindet sich zwar seit Monaten im Sinkflug, dennoch ist Kryptowährung weiterhin ein begehrtes Gut. Immer wieder kommt es zudem zu teuren Missgeschicken. So verlor ein Krypto-Besitzer kürzlich rund 50 Millionen Dollar, indem er Coins an ein falsches Wallet sendete. Ein unglaublicher Fauxpas ist jetzt auch einer koreanischen Behörde unterlaufen.

Eigentlich wollte die südkoreanische Steuerbehörde (NTS) einen Erfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung verkünden. Doch die Veröffentlichung einer Pressemitteilung endete in einem Fiasko für die Ermittler. Denn durch ein unbedachtes Foto, das eine sogenannte Seed Phrase zeigte, ermöglichten die Beamten unbekannten Tätern den Zugriff auf beschlagnahmte Kryptowährungen. Innerhalb kürzester Zeit wurden digitale Vermögenswerte im Wert von 4,4 Millionen Dollar (etwa 3,7 Millionen Euro) entwendet, noch bevor die Behörden reagieren konnten.


Der Fehler unterlief den Beamten bei der Präsentation der sichergestellten Hardware-Wallets. Im Rahmen einer Aktion gegen mutmaßliche Steuersünder hatte die Behörde diverse Assets beschlagnahmt. Auf einem der veröffentlichten Pressebilder war neben einem Ledger-Gerät jedoch gut lesbar ein Zettel mit der handschriftlichen Wiederherstellungsphrase zu sehen.

Zugriff ohne Hardware möglich

Für Laien mag das wie eine harmlose Notiz wirken, Krypto-Anleger wissen jedoch um die Bedeutung. Die Seed Phrase besteht meist aus zwölf oder 24 Wörtern und fungiert als Generalschlüssel. Wer diese Wörter besitzt, kann das Wallet auf jedem beliebigen Gerät wiederherstellen. Der physische Besitz des Ledger-Sticks ist für den Zugriff auf die Coins dann nicht mehr erforderlich. Krypto: Koreanische Pressemitteilung enthüllt Wallet SeedDie Wiederherstellungsphrase für das Wallet ist auf dem Foto klar zu erkennen Wie Bleeping Computer unter Berufung auf koreanische Medien berichtet, bemerkten Blockchain-Analysten die Transaktionen fast unmittelbar nach der Publikation des Bildes. Die Täter gingen methodisch vor. Zuerst überwiesen sie geringe Mengen Ethereum auf das kompromittierte Wallet, um die nötigen Netzwerkgebühren bezahlen zu können. Anschließend transferierten sie in drei Transaktionen insgesamt vier Millionen Token der Währung Pre-Retogeum (PRTG) auf eigene Konten.

Vergleich mit offener Geldbörse

Experten reagierten fassungslos auf den Vorfall. Cho Jae-woo, Professor an der Hansung-Universität in Seoul, verglich das Vorgehen der Behörde damit, eine Geldbörse weit geöffnet auf die Straße zu legen und die Nation einzuladen, sich zu bedienen. Das zeuge von einem mangelnden Grundverständnis für die Sicherheit virtueller Assets bei den staatlichen Stellen.

Die Steuerbehörde hat den Fehler mittlerweile eingeräumt und eine offizielle Entschuldigung veröffentlicht. Man habe die internen Richtlinien für den Umgang mit digitalen Beschlagnahmungen überarbeitet, um künftige Datenlecks dieser Art zu verhindern. Die Polizei wurde eingeschaltet, um die Täter zu ermitteln.

Pannen im Krypto-Sektor

Das ist nicht der erste kuriose Vorfall im südkoreanischen Krypto-Sektor. Erst vor wenigen Wochen unterlief der Börse Bithumb ein teurer Tippfehler im Rahmen einer Werbeaktion. Statt eines geringen Betrags in der Landeswährung in From von 2000 Won wurden Nutzern versehentlich 2000 Bitcoin gutgeschrieben. Während die Börse damals fast alle Gelder zurückholen konnte, dürften die PRTG-Token der Steuerfahnder schwieriger wiederzubeschaffen sein.

Wie bewertet ihr diesen Vorfall bei einer staatlichen Behörde? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Südkoreanische Behörden beschlagnahmten große Menge an Kryptowährung
  • Steuerbehörde zeigte versehentlich eine Seed Phrase auf einem Foto
  • Unbekannte stahlen daraufhin Kryptowährungen im Wert von 4,4 Millionen Dollar
  • Die Seed Phrase war auf einem Zettel neben einem Ledger-Gerät zu erkennen
  • Täter überwiesen zunächst Ethereum für Gebühren auf das betroffene Wallet
  • Anschließend transferierten sie vier Millionen Pre-Retogeum-Token (PRTG)
  • Ein Experte verglich den Fehler mit einer offen auf der Straße liegenden Börse
  • Die Behörde entschuldigte sich und überarbeitete ihre internen Richtlinien

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