Konfisziert: Zollbeamte halten Gaming-Artbook für historisches Artefakt

Irakische Zollbeamte hielten das Artbook der Collector's Edition des Videospiels Clair Obscur: Expedition 33 aufgrund seiner Aufmachung für ein antikes Artefakt und beschlagnahmten es. Nun müssen Experten des Kulturministeriums das vermeintliche Relikt prüfen.
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Sandfall Interactive

Merchandise für Relikt gehalten

Das Videospiel Clair Obscure: Expedition 33 war der Überraschungshit des vergangenen Jahres. Das Erstlingswerk des französischen Studios Sandfall Interactive räumte etliche Preise ab. Zwar wurden einige davon auch wieder aberkannt, dennoch gilt das Spiel als exzellent. Das kann anscheinend auch von der Qualität des Marketingmaterials für den Titel behauptet werden. Denn eine Sammleredition inklusive Artbook sorgte jetzt für einen kuriosen Vorfall an der irakischen Grenze.

So wurde ein Exemplar des Buches mit Zeichnungen vom dortigen Zoll beschlagnahmt. Die zuständigen Beamten vermuteten, dass es sich bei dem beiliegenden Artbook der teuren Sammleredition nicht um modernes Merchandise, sondern um ein echtes antikes Artefakt von historischem Wert handele. Der betroffene Käufer, der rund acht Monate auf die Lieferung gewartet hatte, erhielt lediglich die restlichen Inhalte des Pakets zurück.


Überprüfung durch Experten

Der Vorfall ereignete sich im Februar 2026, als das Paket mit dem sogenannten "Monolith Set" des Spiels den irakischen Zoll passierte. Die Beamten öffneten die Sendung zur routinemäßigen Kontrolle und stießen auf das sogenannte "Expedition Journal". Aufgrund der optischen Gestaltung, die handschriftliche Notizen, Skizzen, okkulte Symbole und ein verwittertes Design imitiert, stuften die Behörden das Buch als potenzielles nationales Kulturgut ein. Das Objekt wurde daraufhin an das irakische Ministerium für Kultur und Altertümer sowie an eine technische Kommission des Nationalmuseums weitergeleitet. Diese Institutionen müssen jetzt offiziell bestätigen, dass es sich lediglich um ein Begleitbuch eines Videospiels handelt und nicht um einen illegal geschmuggelten archäologischen Fund.

Wie der betroffene Nutzer Ahmed15252 auf Reddit (via Polygon) berichtet, erhielt er offizielle Dokumente der Behörden, die den Vorgang bürokratisch bestätigen. In den Schreiben wird ausgeführt, dass das Buch "Zeichnungen von monetärem Wert" enthalte und einer genauen Untersuchung bedürfe. Der Nutzer reagierte trotz des Ärgers und der Wartezeit mit Humor und kommentierte den Vorfall sarkastisch als "10/10-Erfahrung".
Clair Obscur: Expedition 33 - Monolith SetDas Monolith Set Clair Obscur: Expedition 33 - Monolith SetDas Expedition Journal

Visueller Stil als Ursache

Dass ausgerechnet das Artbook von Clair Abscure: Expedition 33 für Verwirrung sorgt, ist bei näherer Betrachtung des Spiels nicht völlig unverständlich. Schon das Spiel setzt bewusst auf eine ästhetische Richtung, die stark von der französischen Belle Époque und klassischen Kunststilen inspiriert ist. Das Ziel der Designer war es, eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichermaßen historisch verankert wie fantastisch wirkt. Das beschlagnahmte "Expedition Journal" dient im Spielkontext als Tagebuch der Charaktere. Die detailverliebte Umsetzung dieses fiktiven Dokuments in ein physisches Produkt war offenbar so überzeugend, dass sie die Grenze zwischen Requisite und Realität für die Zollbeamten verschwimmen ließ.

Beobachter zeigen sich dennoch über die Einschätzung der Beamten verwundert. Obwohl das Design des Buches auf den ersten Blick authentisch wirken mag, weisen bei genauerer Betrachtung mehrere Merkmale eindeutig auf eine moderne industrielle Fertigung hin. So verwendet das Buch modernes Hochglanzpapier und aktuelle Bindetechniken. Der Text auf dem Einband und im Inneren ist zudem in modernem Englisch verfasst, nicht in historischen Dialekten. Zusätzlich befinden sich im Inneren Copyright-Vermerke, ein Impressum, die ISBN und das Veröffentlichungsdatum.

Dass diese offensichtlichen Hinweise bei der ersten Inspektion übersehen wurden, deutet darauf hin, dass sich die Beamten bei ihrer Beurteilung alleine vom visuellen Ersteindruck hatten leiten lassen. Es bleibt jetzt abzuwarten, wie lange die bürokratische Prüfung andauern wird. Der Besitzer rechnet damit, dass sich das Missverständnis schnell aufklären lässt. Bis dahin verbleibt das Artbook als vermeintlicher Nationalschatz in staatlichem Gewahrsam.

Was meint ihr zu dieser kuriosen Verwechslung? Seid ihr beeindruckt vom anscheinend täuschend echten Design des Buches oder eher schockiert von der Beurteilungsfähigkeit der Zollbeamten? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Irakische Zollbeamte hielten Artbook eines Videospiels für antikes Artefakt
  • Expedition Journal von Clair Obscur: Expedition 33 wurde beschlagnahmt
  • Antikes Design mit Skizzen und okkulten Symbolen führte zur Verwechslung
  • Ministerium für Kultur und Altertümer muss nun Echtheit des Buches prüfen
  • Trotz moderner Merkmale wie ISBN und Impressum wurde es als Kulturgut eingestuft
  • Das preisgekrönte Spiel von Sandfall Interactive ist für seinen Art-Stil bekannt

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