Was, wenn Linus Torvalds weg ist? Linux-Entwickler haben einen Plan
Was passiert eigentlich mit der Linux-Entwicklung, wenn der Gründer des freien Betriebssystems, Linus Torvalds, nicht mehr über alles wacht? Das Kernel-Team hat sich jetzt endlich mit diesem Problem beschäftigt und einen Plan erarbeitet.
Ausgearbeitet wurde das Dokument hauptsächlich von Dan Williams, einem langjährigen Kernel-Entwickler. Vorgestellt wurde es jetzt auf dem jüngsten Linux Kernel Maintainer Summit in Tokio. Dort wurde das Thema mit einem Schuss Galgenhumor als "aufmunternde Auseinandersetzung mit unserem unvermeidlichen Weg Richtung Ende" beschrieben.
Einen klar benannten Nachfolger gibt es bewusst nicht. Stattdessen definiert der Plan einen Prozess, mit dem eine oder mehrere geeignete Personen ausgewählt werden sollen. Vorgesehen ist unter anderem ein Treffen erfahrener Kernel-Maintainer, die gemeinsam abwägen, welche Lösung der langfristigen Stabilität des Projekts am besten dient. Ein Teilnehmer scherzte, man könne es wie bei der Papstwahl handhaben - inklusive abgeschlossener Räume und weißem Rauch bei einer Entscheidung.
Allerdings ist auch Kroah-Hartman nicht jünger als Torvalds. Daher wird zunehmend diskutiert, ob das Modell eines einzelnen "wohlwollenden Diktators auf Lebenszeit" noch zeitgemäß ist. Stattdessen könnte die Verantwortung künftig auf mehrere erfahrene und breit akzeptierte Entwickler verteilt werden.
Torvalds selbst macht kein Hehl daraus, dass der innere Kreis der Kernel-Entwicklung altert und es schwieriger wird, Nachwuchs für zentrale Führungsrollen zu gewinnen. Ein Rückzug steht für ihn dennoch nicht unmittelbar bevor. Er bleibt vorerst die letzte Instanz für Änderungen am Kernel. Neu ist jedoch: Für den Tag, an dem sich das ändert, gibt es nun zumindest einen Plan.
Siehe auch:
Drei Jahrzehnte an der Spitze
Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze der Linux-Entwicklung rückt die Frage nach einer Zeit ohne Torvalds immer stärker in den Fokus. Die Kernel-Community hat nun erstmals einen formellen Plan erarbeitet, um genau dieses Szenario abzusichern. Konkret handelt es sich um einen sogenannten Kontinuitätsplan, der beschreibt, wie die Rolle des obersten Maintainers im Fall eines plötzlichen Ausfalls oder eines geordneten Rückzugs von Torvalds neu besetzt werden soll.Ausgearbeitet wurde das Dokument hauptsächlich von Dan Williams, einem langjährigen Kernel-Entwickler. Vorgestellt wurde es jetzt auf dem jüngsten Linux Kernel Maintainer Summit in Tokio. Dort wurde das Thema mit einem Schuss Galgenhumor als "aufmunternde Auseinandersetzung mit unserem unvermeidlichen Weg Richtung Ende" beschrieben.
Einen klar benannten Nachfolger gibt es bewusst nicht. Stattdessen definiert der Plan einen Prozess, mit dem eine oder mehrere geeignete Personen ausgewählt werden sollen. Vorgesehen ist unter anderem ein Treffen erfahrener Kernel-Maintainer, die gemeinsam abwägen, welche Lösung der langfristigen Stabilität des Projekts am besten dient. Ein Teilnehmer scherzte, man könne es wie bei der Papstwahl handhaben - inklusive abgeschlossener Räume und weißem Rauch bei einer Entscheidung.
Keine Diktatur mehr?
Hintergrund ist das sogenannte "Bus-Faktor"-Problem: Die Entwicklung des Linux-Kernels ist bislang stark auf eine einzelne Person zugeschnitten. Sollte diese unerwartet wegfallen, könnte das theoretisch den Entwicklungs- und Veröffentlichungsprozess gefährden oder zumindest entscheidend verzögern. In der Praxis gilt Greg Kroah-Hartman, der für die stabilen Kernel-Zweige verantwortlich ist, seit Jahren als naheliegende Vertretung. Er hat diese Rolle bereits 2018 zeitweise übernommen, als Torvalds eine Pause einlegte, um an seinem Umgangston innerhalb der Community zu arbeiten.Allerdings ist auch Kroah-Hartman nicht jünger als Torvalds. Daher wird zunehmend diskutiert, ob das Modell eines einzelnen "wohlwollenden Diktators auf Lebenszeit" noch zeitgemäß ist. Stattdessen könnte die Verantwortung künftig auf mehrere erfahrene und breit akzeptierte Entwickler verteilt werden.
Torvalds selbst macht kein Hehl daraus, dass der innere Kreis der Kernel-Entwicklung altert und es schwieriger wird, Nachwuchs für zentrale Führungsrollen zu gewinnen. Ein Rückzug steht für ihn dennoch nicht unmittelbar bevor. Er bleibt vorerst die letzte Instanz für Änderungen am Kernel. Neu ist jedoch: Für den Tag, an dem sich das ändert, gibt es nun zumindest einen Plan.
Zusammenfassung
- Linux-Kernel-Team erarbeitet Plan für die Zeit nach Linus Torvalds
- Sogenannter Kontinuitätsplan regelt Nachfolge des obersten Maintainers
- Prozess sieht Auswahl durch erfahrene Kernel-Maintainer vor
- Greg Kroah-Hartman gilt seit Jahren als naheliegender Vertreter
- Diskussionen über Verteilung der Verantwortung auf mehrere Entwickler
- Lösung des 'Bus-Faktor'-Problems zur Sicherung der Entwicklung
- Torvalds bleibt vorerst letzte Instanz für Änderungen am Kernel
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