Billig und ohne Wasser: Startup kühlt Rechenzentren mit Raketentechnik

Ein großer Teil der Betriebskosten von Rechenzentren wird durch die Kühlung verursacht. Ein Startup will hier nun einen entscheidenden Durchbruch erzielt haben. Dabei setzt es auf Technologie, die eigentlich in Raketen von SpaceX zum Einsatz kommt.
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Spezielle Wärmepumpen

Angesichts des rasanten Booms der Künstlichen Intelligenz wächst auch der Energiehunger der zugrunde liegenden Infrastruktur. Ein junges Unternehmen aus Kalifornien will nun einen Teil dieses Problems entschärfen, wie die LA Times berichtet: Das Startup Karman Industries arbeitet an einer neuartigen Kühltechnologie für Rechenzentren, die deutlich weniger Platz, Strom und vor allem kein Wasser benötigt.

Kern der Idee ist ein Kühlsystem, das auf Technologien aus der Raumfahrt zurückgreift. Statt herkömmlicher Lüfter oder wasserintensiver Kühlschleifen setzt Karman auf Wärmepumpen, die mit flüssigem Kohlendioxid arbeiten. Die Zirkulation des Kühlmittels erfolgt über hochdrehende Kompressoren, deren Technik ursprünglich aus Raketentriebwerken stammt. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich der Platzbedarf für Kühlanlagen damit um bis zu 80 Prozent reduzieren.


Der Ansatz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche unter wachsendem Druck steht. Moderne KI-Chips entwickeln enorme Hitze und verlieren an Leistung oder schalten sich ab, wenn sie nicht ausreichend gekühlt werden. Daher verschlingen klassische Kühlsysteme bis zu 40 Prozent des Stroms, den ein Datenzentrum insgesamt verbraucht. Hinzu kommen oft noch zehntausende Liter Wasser am Tag. In den USA regt sich deshalb zunehmend Widerstand gegen neue Rechenzentrumsprojekte, da Anwohner steigende Energiepreise und Wasserknappheit befürchten.

Starke Kompressoren

Karman erklärt, dass sein System hier Abhilfe schaffen kann. Die firmeneigenen Kompressoren drehen sich mit rund 30.000 Umdrehungen pro Minute, das ist ein Vielfaches herkömmlicher Geräte, und ermöglichen so einen besonders effizienten Wärmetransport. Je nach Umgebung lasse sich die gleiche Kühlleistung mit weniger als der Hälfte der Energie erzielen, hieß es. Zudem könne die abgeführte Wärme flexibel genutzt werden, etwa zur zusätzlichen Kühlung oder sogar zur Stromerzeugung.

Ein weiterer Vorteil: Der vollständige Verzicht auf Wasser. Gerade in heißen und trockenen Regionen wie Texas oder Arizona stoßen bestehende Lösungen an ihre Grenzen. Wasserlose Systeme könnten dort neue Standorte für Rechenzentren erschließen, ohne die lokale Infrastruktur zu überlasten.

Investoren zeigen sich von dem Ansatz bereits überzeugt. Kürzlich sammelte Karman 20 Millionen Dollar ein, womit sich das Gesamtvolumen der Finanzierung auf über 30 Millionen erhöht. Unter den Geldgebern sind unter anderem bekannte Wagniskapitalgeber sowie der frühere Intel- und VMware-Chef Pat Gelsinger. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen mit dem Bau der ersten kommerziellen Kompressoren beginnen, so das erste Kunden beliefert werden können.

Zusammenfassung
  • Karman Industries entwickelt wasserfreie Kühltechnik für Datenzentren
  • CO2-basierte Wärmepumpen mit Raketenantriebstechnik sparen bis zu 80 % Platz
  • Kompressoren mit 30000 Umdrehungen pro Minute für effizientere Kühlung
  • Herkömmliche Kühlsysteme verbrauchen bis zu 40 % des Stroms in Datenzentren
  • Verzicht auf Wasser ermöglicht Standorte in trockenen Regionen wie Texas
  • Startup erhielt bereits über 30 Millionen Dollar an Investorengeldern
  • Produktion kommerzieller Kompressoren soll noch in diesem Jahr beginnen

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