Wettlauf um TSMC-Kapazitäten:
Apple gerät massiv unter Druck

Die seit 15 Jahren enge Partnerschaft zwischen Apple und TSMC steht vor einer Belastungsprobe. Denn lukrative Aufträge von Nvidia vereinnahmen immer größere Produktionskapazitäten bei dem taiwanischen Chiphersteller.
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Plötzlich ist nichts mehr selbstverständlich

Während beide Unternehmen lange voneinander profitierten - Apple durch technologischen Vorsprung, TSMC durch stabile Großaufträge - verschiebt sich das Kräfteverhältnis zunehmend. Grund dafür ist der globale KI-Boom, der den Bedarf an Hochleistungsprozessoren explodieren lässt und mit Nvidia einen neuen Spitzenkunden nach vorn spült, wie der Branchenexperte Tim Culpan analysiert.

Als TSMC-Chef CC Wei im vergangenen August zu Gesprächen in Cupertino erschien, musste er Apples Führung nicht nur eine deutliche Preiserhöhung ankündigen. Apple muss sich inzwischen auch aktiv um Produktionskapazitäten bemühen, weil GPUs von Nvidia, AMD und anderen Kunden erheblich größere Kapazitäten beanspruchen. Der einst selbstverständliche bevorzugte Zugang zu modernsten Fertigungslinien ist für Apple somit nicht mehr garantiert.


Analysen und Insiderberichte deuten darauf hin, dass Nvidia Apple im vergangenen Jahr zeitweise sogar als größten Einzelkunden abgelöst hat. Offizielle Zahlen dazu veröffentlicht TSMC erst im Rahmen des kommenden Geschäftsberichts, doch Branchenbeobachter erwarten, dass Apples Vorsprung im Gesamtjahr stark geschrumpft sein könnte. Sollte der Wechsel nicht bereits 2025 endgültig sichtbar werden, gilt er für 2026 als wahrscheinlich.

Nvidia boomt

Die Gründe liegen auf der Hand: Während Nvidias Umsatz im Zuge der KI-Nachfrage regelrecht durch die Decke geht, wächst Apples Hardwaregeschäft nur moderat. Gleichzeitig steigert TSMC seine Erlöse kräftig: 2025 um 36 Prozent auf rund 122 Milliarden Dollar. Besonders stark ist das Segment der Hochleistungsrechner, zu dem KI-Chips gehören: Hier legte der Konzern im vergangenen Jahr um 48 Prozent zu, nach 58 Prozent im Vorjahr. Das Smartphone-Geschäft, einst Wachstumsmotor, stagniert dagegen zunehmend.

TSMC investiert derweil massiv in neue Fertigungstechnologien. Die Produktion der 2-Nanometer-Generation läuft an, weitere Varianten sowie die A16-Architektur folgen 2026. Diese sind besonders auf komplexe Supercomputing-Anwendungen zugeschnitten, was einen Vorteil für Nvidia und AMD darstellt. Erst mit der für 2028 erwarteten A14-Generation könnte sich das Gleichgewicht wieder zugunsten Apples verschieben.

Trotz dieser Verschiebungen bleibt Apple für TSMC ein unverzichtbarer Partner: breit aufgestellt, stabil planend und in zahlreichen Fabriken präsent. Doch kurzfristig gilt: Der Wettlauf um modernste Kapazitäten hat begonnen - und Apple muss stärker um seinen Platz kämpfen als je zuvor.

Zusammenfassung
  • Apple-TSMC-Partnerschaft unter Druck durch wachsende Nvidia-Aufträge
  • Apples bevorzugter Zugang zu modernsten Fertigungslinien nicht mehr sicher
  • Nvidia könnte Apple bereits als größten TSMC-Einzelkunden abgelöst haben
  • KI-Boom lässt Bedarf an Hochleistungsprozessoren massiv ansteigen
  • TSMC steigert Erlöse um 36 Prozent auf 122 Milliarden Dollar für 2025
  • Neue Fertigungstechnologien begünstigen zunächst Nvidia und AMD

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