Google Glass: Als Sergey Brin dachte, er hat seinen 'Steve-Jobs-Moment'
Google Glass scheiterte einst spektakulär. Nun räumt Mitgründer Sergey Brin ein, dass sein Anspruch, der "nächste Steve Jobs" zu sein, zum verfrühten Start führte. Ein Rückblick auf die Hintergründe und die aktuelle Marktlage bei Smart Glasses.
Das Gerät kam im Jahr 2013 auf den Markt, noch bevor die Technologie für den Massenmarkt wirklich ausgereift war. Getrieben war dieser Schritt von Brins damaliger Ambition, sich als visionärer Produktentwickler zu beweisen. Er habe damals geglaubt, er sei "der nächste Steve Jobs" und könne den Erfolg des Produkts durch reinen Willen und Marketing erzwingen, auch wenn die Hardware noch nicht bereit war.
Brin habe aber auf die harte Tour gelernt, dass er falsch gelegen hat. Er bezog sich dabei auf die spektakuläre Präsentation auf der Google I/O im Jahr 2012, bei der Fallschirmspringer mit der Datenbrille live auf dem Dach des Moscone Centers landeten. Diese Inszenierung weckte enorme Erwartungen, die das Produkt im Alltag dann aber nicht erfüllen konnte.
Neben massiven Datenschutzbedenken, die Nutzern schnell den abfälligen Spitznamen "Glassholes" einbrachten, schreckte vor allem der Preis von damals 1500 Dollar ab.
Nutzt ihr bereits Smart Glasses oder war Google Glass eher für euch eine Warnung? Wir sind gespannt auf eure Meinungen in den Kommentaren.
Siehe auch:
Ehrliches Geständnis im Rückblick
Bei einem Auftritt an der Stanford University gewährte Google-Mitgründer Sergey Brin ungewohnt offene Einblicke in die Hintergründe des Scheiterns von Google Glass. Brin gestand vor den Studenten, dass persönliche Selbstüberschätzung eine zentrale Rolle bei der verfrühten Veröffentlichung des Wearables gespielt habe.Das Gerät kam im Jahr 2013 auf den Markt, noch bevor die Technologie für den Massenmarkt wirklich ausgereift war. Getrieben war dieser Schritt von Brins damaliger Ambition, sich als visionärer Produktentwickler zu beweisen. Er habe damals geglaubt, er sei "der nächste Steve Jobs" und könne den Erfolg des Produkts durch reinen Willen und Marketing erzwingen, auch wenn die Hardware noch nicht bereit war.
Brin habe aber auf die harte Tour gelernt, dass er falsch gelegen hat. Er bezog sich dabei auf die spektakuläre Präsentation auf der Google I/O im Jahr 2012, bei der Fallschirmspringer mit der Datenbrille live auf dem Dach des Moscone Centers landeten. Diese Inszenierung weckte enorme Erwartungen, die das Produkt im Alltag dann aber nicht erfüllen konnte.
Wenn Sie eine coole neue Idee für ein tragbares Gerät haben, sollten Sie diese wirklich gründlich ausarbeiten, bevor Sie einen coolen Stunt mit Fallschirmspringen und Luftschiffen planen. Das ist ein Tipp, den ich Ihnen geben würde.Die Entscheidung, das Gerät zu schnell zu kommerzialisieren, führte dazu, dass Google nötige Maßnahmen für die technische Reife und Ergonomie für Endverbraucher aus dem Auge verlor. Das Resultat war ein Gerät, das zwar technisch faszinierte, aber an viel zu vielen Hürden scheiterte, die das Unternehmen nicht bedacht hatte.
Neben massiven Datenschutzbedenken, die Nutzern schnell den abfälligen Spitznamen "Glassholes" einbrachten, schreckte vor allem der Preis von damals 1500 Dollar ab.
Die Marketinglektion und der 'Steve-Jobs-Moment'
Brin riet angehenden Unternehmern in seiner Rede dringend davon ab, diesen Fehler zu wiederholen. Sobald man den "Beschleunigungsknopf" bei der Produktentwicklung drücke, stiegen die Kosten und Erwartungen so rasant, dass kaum Zeit für notwendige Iterationen und Fehlerkorrekturen bleibe.Ich habe mich irgendwie zu früh gefreut und dachte: ‚Oh, ich bin der nächste Steve Jobs, ich kann das Ding bauen. Ta-da!Ähnlich wie Apple nach dem Misserfolg des Newton in den 90er Jahren wichtige Lehren für spätere mobile Geräte zog, scheint auch die Industrie aus dem Glass-Debakel gelernt zu haben.
Nutzt ihr bereits Smart Glasses oder war Google Glass eher für euch eine Warnung? Wir sind gespannt auf eure Meinungen in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- Sergey Brin gesteht Selbstüberschätzung bei Google Glass als Ursache
- Verfrühte Markteinführung 2013 getrieben durch Steve-Jobs-Ambitionen
- Spektakuläre Präsentation weckte Erwartungen, die das Produkt nicht erfüllte
- Datenschutzbedenken und hoher Preis von 1500 Dollar verhinderten Erfolg
- Intelligente Brillen erleben Renaissance mit Fokus auf Audio und KI-Assistenten
- Meta bietet heute mit Ray-Ban-Reihe eine unauffälligere Alternative
- Hardware benötigt Produktreife, akzeptables Design und klaren Mehrwert
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