Flaggschiff-TV: LG Micro RGB evo soll neue Maßstäbe bei Farben setzen

LG Electronics präsentiert kurz vor der CES 2026 mit dem Micro RGB evo ein neues LCD-Flaggschiff, das OLED-Qualität angreift. Statt herkömmlicher Mini-LEDs sorgen diskrete RGB-Cluster für eine Farbabdeckung, die bisher nur teure Studio-Monitore boten.
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LGs Angriff auf die LCD-Spitzenklasse

Kurz vor dem Start der CES 2026 in Las Vegas hat LG Electronics sein neuestes TV-Flaggschiff für das kommende Jahr präsentiert. Mit dem LG Micro RGB evo (Modellbezeichnung MRGB95) führt das südkoreanische Unternehmen eine Weiterentwicklung der LCD-Technologie ein, die sich technisch signifikant von herkömmlichen Mini-LED-Geräten abhebt.

Das Gerät wird in den Größen 75, 86 und 100 Zoll auf den Markt kommen und zielt auf Heimkino-Enthusiasten ab, die maximale Farbpräzision bei gleichzeitig hoher Spitzenhelligkeit suchen. Anders als bei bisherigen Quantum-Dot-Displays kommen hier keine blauen LEDs mit Farbkonversionsschicht zum Einsatz, sondern diskrete Cluster aus roten, grünen und blauen Leuchtdioden.

Das Herzstück der neuen Serie bildet der aktualisierte Alpha 11 AI Processor Gen 3. Dieser Chip nutzt eine überarbeitete "Dual AI Engine", um Bildschärfe und Rauschunterdrückung simultan zu optimieren, was besonders bei den großen Diagonalen von bis zu 100 Zoll essenziell ist. Ein wesentliches Merkmal ist die sogenannte "Micro Dimming Ultra"-Technologie. Diese steuert Tausende von Dimmzonen an, um Blooming-Effekte zu minimieren. Das Ziel von LG ist es, den Kontrastumfang so weit zu steigern, dass er in die Nähe der hauseigenen OLED-Panels rückt, ohne auf die für LCD typische hohe Leuchtkraft in hellen Räumen zu verzichten.

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Farbpräzision auf Referenzniveau

Wie LG in einer offiziellen Mitteilung im LG Newsroom ausführt, ermöglicht die neue Backlight-Technologie eine vollständige Abdeckung aller für HDR relevanten Farbräume. Das Prüfunternehmen Intertek hat dem Panel eine 100-prozentige Abdeckung von BT.2020, DCI-P3 und Adobe RGB bescheinigt. Solche Werte waren bislang meist teuren RGB-Laser-Projektoren oder professionellen Mastering-Monitoren vorbehalten. Das Erreichen des vollen BT.2020-Farbraums gilt als "Heiliger Gral" der Displayindustrie, da er Farben darstellen kann - etwa tiefes Türkis oder intensives Karmesinrot -, die herkömmliche Fernseher schlicht nicht reproduzieren können.

Neu ist die Idee eines RGB-Backlights nicht, ganz im Gegenteil, scheiterte aber oft an den Kosten und der Baugröße. Bereits 2004 experimentierte Sony mit dem "Qualia 005" an einer ähnlichen Technik. LG gelingt es nun jedoch, diese Technologie mithilfe mikroskopisch kleiner LEDs in ein verhältnismäßig flaches Gehäuse zu integrieren.


Der technische Vorteil gegenüber klassischen weißen LEDs liegt in der reineren spektralen Zusammensetzung des Lichts. Da das Hintergrundlicht bereits in den exakten Wellenlängen für Rot, Grün und Blau emittiert wird, müssen die Farbfilter des LCD-Panels weniger aggressiv filtern. Das steigert die Energieeffizienz und sorgt für eine Farbreinheit, die mit Phosphor-beschichteten weißen LEDs physikalisch kaum erreichbar ist.

Kein MicroLED, aber technisch nah dran

Für IT-Profis ist eine technische Unterscheidung wichtig: Bei "Micro RGB" handelt es sich nicht um selbstleuchtende MicroLED-Displays, bei denen jedes Subpixel aus einer eigenen anorganischen LED besteht und die keine Flüssigkristallschicht benötigen. Stattdessen beleuchten die RGB-Cluster weiterhin ein LCD-Panel von hinten. Wie The Verge anmerkt, benötigt der Fernseher daher weiterhin Farbfilter und Flüssigkristalle zur Lichtsteuerung. Das Verfahren reduziert jedoch das Übersprechen zwischen den Farbkanälen drastisch und nutzt den sogenannten Helmholtz-Kohlrausch-Effekt, durch den gesättigte Farben vom menschlichen Auge als heller wahrgenommen werden.

Die Software des Geräts unterstützt nun auch eine präzisere Kalibrierung via Smartphone, die direkt auf die Steuerung der RGB-Hintergrundbeleuchtung zugreift. Das soll sicherstellen, dass die Farbtreue auch über die Lebensdauer des Geräts hinweg erhalten bleibt, da rote, grüne und blaue LEDs unterschiedlich schnell altern können - eine Herausforderung, die LG laut eigenen Angaben durch intelligente Kompensationsalgorithmen gelöst hat.

Marktumfeld und Preissegment

Das Jahr 2026 entwickelt sich zum Jahr der RGB-Hintergrundbeleuchtung im High-End-Segment. LG ist nicht der einzige Hersteller, der diese Technik forciert. Samsung hatte bereits im August ein entsprechendes Modell vorgestellt, das laut Beobachtern herkömmliche OLEDs in puncto reiner Farbwirkung unterlegen wirken ließ. Auch Hisense und Sony - letztere mit einem für Anfang 2026 angekündigten "TrueRGB"-TV - drängen in dieses Segment. Damit positioniert sich die Technik als Brückentechnologie, bis echtes MicroLED für den Massenmarkt erschwinglich wird.

Während offizielle Preise für den europäischen Markt noch ausstehen, dürfte sich der LG Micro RGB evo im absoluten oberen Preissegment ansiedeln. Das zeigt ein Blick auf die Historie: Referenzmonitore wie der Sony BVM-HX310, die eine ähnliche RGB-Technik nutzen, kosteten zur Einführung rund 30.000 Dollar. Zwar zielt LG auf den Consumer-Markt, doch dürften die Einstiegspreise für das 75-Zoll-Modell deutlich über denen klassischer Mini-LED-TVs liegen.

Glaubt ihr, dass diese Technik OLED im High-End-Bereich ablösen kann oder bleibt sie eine Nische für sehr helle Räume? Teilt eure Einschätzung gerne in den Kommentaren.

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Zusammenfassung
  • LG stellt neuen Micro RGB evo Fernseher mit diskreten RGB-Clustern vor
  • Neue Technologie bietet vollständige Abdeckung aller HDR-Farbräume
  • Der Alpha 11 AI Processor Gen 3 optimiert Bildschärfe und Rauschunterdrückung
  • Modell kommt in den Größen 75, 86 und 100 Zoll auf den Markt
  • LG zielt auf Kontrast wie bei OLED bei gleichzeitig höherer Leuchtkraft
  • Spezielle Smartphone-Kalibrierung gleicht die unterschiedliche Alterung der LEDs aus
  • Preise dürften deutlich über denen klassischer Mini-LED-Fernseher liegen

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