Grünes Kerosin: Bundesregierung verschleppt, lässt Investoren warten
Um die Luftfahrt endlich weniger umweltschädlich zu machen, wird unter anderem synthetisches Kerosin benötigt. Produziert werden könnte es auch in Brandenburg. Doch die Bundesregierung verschleppt seit einem hablen Jahr eine Entscheidung.
Dabei gab es in der Sache bereits einen Warnschuss: 2020 wurde im Rahmen der Planungen zum Ausstieg aus der Braunkohle geklärt, dass in der Lausitz ein Kompetenzzentrum für Power-to-X-Technologien entstehen soll. Ergänzt werden sollte dieses um eine Demonstrationsanlage. Die Umsetzung der Planung für Letztere dauerte aber so lange, bis sie schlicht hinfällig war. Denn international gibt es bereits Anlagen, die grünes Kerosin im industriellen Maßstab herstellen. Da muss in der Lausitz nicht noch einmal gezeigt werden, dass dies prinzipiell möglich ist.
Zur Zeit der Ampel-Regierung wurde daher entschieden, gleich in die Vollen zu gehen und eine industrielle Produktion aufzubauen, in der mit Erneuerbaren Energien produzierter Wasserstoff und Kohlendioxid aus der Luft zu Treibstoff für Flugzeuge synthetisiert werden. Es geht hier nun um ein Investitionsvorhaben im Milliarden-Bereich.
Seitdem herrscht im Hause Reiche aber Funkstille. "Seit einem halben Jahr trifft die Bundesregierung keine Entscheidung. Das hat die Lausitz nicht verdient", kritisierte Michael Kellner (Grüne), der bis zu Beginn dieses Jahres als parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium tätig war. Warum es nicht weitergeht ist derweil unklar.
Daher sind nun also Unternehmen, die in eine wichtige Zukunftstechnologie investieren wollen, zum Warten verdammt. Unter dessen werden andernorts längst solche Power-to-Liquid-Anlagen in den Regelbetrieb überführt und sorgen dafür, dass die Luftfahrtbranche die steigenden Pflichtquoten zur Beimischung klimaschonender Treibstoffe zum herkömmlichen Kerosin erfüllen kann.
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Alles viel zu langsam
Die deutsche Langsamkeit sorgt einmal mehr dafür, dass Deutschland bei einer wichtigen Zukunftstechnologie schlicht von der internationalen Entwicklung überrollt wird. Es geht um eine Anlage, die in der bisherigen Kohleregion der Lausitz grünen Treibstoff für Flugzeuge herstellen soll. Das Projekt könnte aufgrund "politische Zögerlichkeit und bürokratischem Stillstand" scheitern, wie aus einem Bericht der Lokalzeitung Lausitzer Rundschau hervorgeht.Dabei gab es in der Sache bereits einen Warnschuss: 2020 wurde im Rahmen der Planungen zum Ausstieg aus der Braunkohle geklärt, dass in der Lausitz ein Kompetenzzentrum für Power-to-X-Technologien entstehen soll. Ergänzt werden sollte dieses um eine Demonstrationsanlage. Die Umsetzung der Planung für Letztere dauerte aber so lange, bis sie schlicht hinfällig war. Denn international gibt es bereits Anlagen, die grünes Kerosin im industriellen Maßstab herstellen. Da muss in der Lausitz nicht noch einmal gezeigt werden, dass dies prinzipiell möglich ist.
Zur Zeit der Ampel-Regierung wurde daher entschieden, gleich in die Vollen zu gehen und eine industrielle Produktion aufzubauen, in der mit Erneuerbaren Energien produzierter Wasserstoff und Kohlendioxid aus der Luft zu Treibstoff für Flugzeuge synthetisiert werden. Es geht hier nun um ein Investitionsvorhaben im Milliarden-Bereich.
Anderswo läufts
Bis Mitte April hatten verschiedene mögliche Investoren insgesamt sechs Projektvorschläge beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Dieses müsste nun nur noch entscheiden, welche Variante man auf Grundlage der bestehenden Anforderungen bevorzugt. Dann könnte der jeweilige Investor den konkreten Antrag einreichen und nach Genehmigung mit dem Bau beginnen.Seitdem herrscht im Hause Reiche aber Funkstille. "Seit einem halben Jahr trifft die Bundesregierung keine Entscheidung. Das hat die Lausitz nicht verdient", kritisierte Michael Kellner (Grüne), der bis zu Beginn dieses Jahres als parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium tätig war. Warum es nicht weitergeht ist derweil unklar.
Daher sind nun also Unternehmen, die in eine wichtige Zukunftstechnologie investieren wollen, zum Warten verdammt. Unter dessen werden andernorts längst solche Power-to-Liquid-Anlagen in den Regelbetrieb überführt und sorgen dafür, dass die Luftfahrtbranche die steigenden Pflichtquoten zur Beimischung klimaschonender Treibstoffe zum herkömmlichen Kerosin erfüllen kann.
Zusammenfassung
- In Brandenburg geplante Anlage für grünes Flugzeug-Kerosin droht zu scheitern
- Bundesregierung lässt Projektentscheidung seit einem halben Jahr auf sich warten
- Sechs Investorenvorschläge liegen seit Mitte April im Wirtschaftsministerium
- Ursprünglich war nur eine Demonstrations-, jetzt eine Industrieanlage geplant
- Während Deutschland zögert, gehen anderswo bereits solche Anlagen in Betrieb
- Die Verzögerungen gefährden Deutschlands Position bei dieser Zukunftstechnologie
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