Tabellen und KI: Klassisches Notepad wird immer stärker aufgebläht

Microsoft arbeitet weiter daran, den Funktionsumfang des klas­si­schen Windows-Editors Notepad auszubauen. Allerdings gefällt auch nicht jedem, dass das schlanke Programm dabei immer komplexer wird.
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Neue Features im Test

Nutzer des Windows-Insider-Programms in den Canary- und Dev-Kanälen können derzeit zwei neue Funktionen für Notepad testen, die Microsoft jetzt vorgestellt hat. Eine der wichtigsten Neuerungen: Notepad unterstützt nun das Einfügen von Tabellen. Die Funktion richtet sich an alle, die ihre Notizen übersichtlicher strukturieren möchten.

Tabellen lassen sich entweder über eine Formatierungsleiste oder per Markdown-Syntax einfügen. Damit setzt Microsoft den im Frühjahr begonnenen Ausbau fort. Bereits im Mai hatte der Konzern Formatierungen wie fett und kursiv, Überschriften, Listen sowie Hyperlinks ergänzt. Schon das war ein deutlicher Schritt weg vom einst rein textbasierten Minimalwerkzeug. Tabellen in NotepadJetzt auch Tabellen in Notepad Deutlich umstrittener als das Tabellen-Feature ist die zweite Neuerung. Notepad soll künftig bei den KI-gestützten Werkzeugen "Write", "Rewrite" und "Summarize" schneller reagieren, indem Antworten gestreamt angezeigt werden. Die Funktion soll das Schreiben und Überarbeiten von Texten beschleunigen. Doch vielen geht dieser Schritt zu weit: In sozialen Netzwerken und Foren mehren sich Stimmen, die sich grundsätzlich gegen KI in einem Programm wie Notepad aussprechen.

Kritik von Nutzern

Auf Reddit etwa zeigen sich Nutzer frustriert über die Richtung, die Microsoft einschlägt. Ein User kritisiert, Notepad verliere seinen ursprünglichen Charakter als "superleichtes und effizientes Tool" und werde zunehmend mit Funktionen "aufgebläht". Andere beklagen, sie könnten dem Programm nicht mehr vertrauen, weil es statt einer simplen Notiz-App nun ein weiteres KI-Werkzeug geworden sei. Manche ziehen sogar Parallelen zu WordPad, das Microsoft eingestellt hat und aus dem indessen scheinbar Stück für Stück Funktionen in Notepad einfließen.

Hinter der Kritik steht ein größeres Thema, das in vielen Online-Diskussionen aufflammt: eine wachsende Müdigkeit gegenüber allgegenwärtiger KI-Integration. Für viele Nutzer wirkt es so, als würden große Techkonzerne, allen voran Microsoft, KI auch dort erzwingen, wo sie als unnötig empfunden wird. Die Reaktionen auf das jüngste Notepad-Update zeigen erneut, wie gespalten die Community in dieser Frage ist.

Zusammenfassung
  • Microsoft erweitert Notepad mit Tabellenfunktion und Markdown-Syntax
  • Nach Formatierungen wie Fett, Kursiv und Listen folgen weitere Neuerungen
  • KI-Funktionen wie Write und Summarize sollen durch Streaming schneller werden
  • Nutzer kritisieren die zunehmende Komplexität des einst schlanken Programms
  • Viele befürchten, dass Notepad seinen minimalistischen Charakter verliert
  • Die KI-Integration wird als unnötig und vertrauensmindernd wahrgenommen
  • Parallelen werden zu WordPad gezogen, dessen Funktionen nun in Notepad landen

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