China nennt Details zum geplanten Frachtschiff mit Thorium-Reaktor
China arbeitet seit einiger Zeit an der Entwicklung eines Frachtschiffes, das von einem Thorium-Reaktor angetrieben wird. Jetzt wurden erste Details zu den Leistungsdaten veröffentlicht. Wann man das System in der Praxis sehen wird, ist noch völlig unklar.
Das Herzstück des Schiffes liefert eine thermische Reaktorleistung von rund 200 Megawatt - vergleichbar mit Antriebsreaktoren moderner Atom-U-Boote. Diese Wärme treibt jedoch nicht direkt den Antrieb an. Sie wird über den sogenannten Brayton-Kreisprozess in elektrische Energie umgewandelt. Dabei wird überkritisches Kohlendioxid durch Turbinen geleitet und erzeugt rund 50 Megawatt Strom. Das soll ausreichen, um das Schiff jahrelang ohne Auftanken zu betreiben, hieß es. Für Notfälle ist zusätzlich ein Dieselsystem mit bis zu 10 Megawatt Leistung an Bord.
Der Reaktor selbst arbeitet den Planungen zufolge bei Atmosphärendruck und benötigt keine großen Wasser- oder Dampfsysteme, was ihn wesentlich kompakter und leiser macht. Durch die Eigenschaften des flüssigen Salzkerns reagiert die Anlage zudem selbstregulierend: Steigt die Temperatur, verlangsamt sich die Kettenreaktion automatisch. Im Falle eines schweren Ausfalls würde das geschmolzene Salz in spezielle Auffangtanks ablaufen und dort erstarren, wodurch radioaktive Stoffe eingeschlossen bleiben.
China setzt damit auf eine Technologie, die bereits in den 1960er-Jahren in den USA erforscht, aber nicht zur Marktreife geführt wurde. Thorium kommt in China in großen Mengen vor, was langfristig Versorgungssicherheit verspricht. Dennoch bleiben Herausforderungen: Die Baukosten eines solchen Schiffes dürften erheblich über denen konventioneller Frachter liegen, zudem erschweren Versicherungs- und Finanzierungsfragen die Umsetzung. Fachleute gehen davon aus, dass staatliche Unterstützung nötig sein wird, um die Technologie in die kommerzielle Flotte zu überführen.
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China arbeitet an einem Frachtschiff, das die kommerzielle Schifffahrt grundlegend verändern soll. Nach Angaben aus chinesischen Fachkreisen entsteht derzeit ein nuklear betriebenes Containerschiff, das bis zu 14.000 Standardcontainer transportieren kann und ein völlig neuartiges Reaktorsystem nutzt, berichtet die South China Morning Post. Statt auf Uran setzt das Projekt auf einen Thorium-basierten Flüssigsalzreaktor (TMSR), der laut Entwicklern sicherer, kompakter und deutlich effizienter sein soll als bisherige maritime Kernreaktoren.Das Herzstück des Schiffes liefert eine thermische Reaktorleistung von rund 200 Megawatt - vergleichbar mit Antriebsreaktoren moderner Atom-U-Boote. Diese Wärme treibt jedoch nicht direkt den Antrieb an. Sie wird über den sogenannten Brayton-Kreisprozess in elektrische Energie umgewandelt. Dabei wird überkritisches Kohlendioxid durch Turbinen geleitet und erzeugt rund 50 Megawatt Strom. Das soll ausreichen, um das Schiff jahrelang ohne Auftanken zu betreiben, hieß es. Für Notfälle ist zusätzlich ein Dieselsystem mit bis zu 10 Megawatt Leistung an Bord.
Der Reaktor selbst arbeitet den Planungen zufolge bei Atmosphärendruck und benötigt keine großen Wasser- oder Dampfsysteme, was ihn wesentlich kompakter und leiser macht. Durch die Eigenschaften des flüssigen Salzkerns reagiert die Anlage zudem selbstregulierend: Steigt die Temperatur, verlangsamt sich die Kettenreaktion automatisch. Im Falle eines schweren Ausfalls würde das geschmolzene Salz in spezielle Auffangtanks ablaufen und dort erstarren, wodurch radioaktive Stoffe eingeschlossen bleiben.
Viele offene Fragen
Trotzdem birgt die Technologie insbesondere beim Einsatz auf einem Schiff erhebliche Risiken. Denn insbesondere bei einem schweren Unglück, das zum Sinken des Frachters führt, ließe sich eine nukleare Kontamination der Umwelt wohl kaum vermeiden. Das gesamte Reaktormodul soll aber zumindest geschlossen konstruiert werden. Es ist für einen Betriebszyklus von zehn Jahren konzipiert und wird anschließend komplett ausgetauscht. Es ist also nicht vorgesehen, im Betrieb Brennstoff nachzuführen.China setzt damit auf eine Technologie, die bereits in den 1960er-Jahren in den USA erforscht, aber nicht zur Marktreife geführt wurde. Thorium kommt in China in großen Mengen vor, was langfristig Versorgungssicherheit verspricht. Dennoch bleiben Herausforderungen: Die Baukosten eines solchen Schiffes dürften erheblich über denen konventioneller Frachter liegen, zudem erschweren Versicherungs- und Finanzierungsfragen die Umsetzung. Fachleute gehen davon aus, dass staatliche Unterstützung nötig sein wird, um die Technologie in die kommerzielle Flotte zu überführen.
Zusammenfassung
- China entwickelt Frachtschiff mit neuartigem Thorium-Flüssigsalzreaktor
- Containerschiff kann bis zu 14000 Standardcontainer transportieren
- Thermische Reaktorleistung von 200 Megawatt ermöglicht jahrelangen Betrieb
- Selbstregulierender Reaktor soll sicherer und kompakter als bisherige sein
- Geschlossenes Reaktormodul wird nach zehnjährigem Betriebszyklus ersetzt
- Bei schwerem Unglück besteht Risiko nuklearer Umweltkontamination
- Höhere Kosten erfordern voraussichtlich staatliche Unterstützung
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