Reaktoren aus alten Atom-U-Booten sollen KI-Rechenzentren versorgen
Beim Aufbau neuer Kapazitäten für die Energieversorgung von KI-Rechenzentren setzt man in den USA zunehmend auf Atomreaktoren. Ein Startup-Unternehmen hat jetzt beantragt, zwei zuvor an Bord von Atom-U-Booten betriebene Reaktoren weiternutzen zu dürfen.
Laut eines Berichts des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg will HGP zwei Nuklearreaktoren aus dem Besitz der US Navy nutzen, um damit 450 bis 520 Megawatt für den Betrieb eines neuen Rechenzentrums am Oak Ridge National Laboratory im US-Bundesstaat Tennessee zu erzeugen. Offen ist bisher, woher die Reaktoren stammen sollen.
Sollte die Behörde dem Antrag des Unternehmens zustimmen, wird davon ausgegangen, dass die Umwandlung der aus den Schiffen und U-Booten der Navy stammenden Reaktoren für die zivile Nutzung wohl zwischen einer und vier Millionen Dollar pro Megawatt letztendlicher Leistung kosten wird.
Natürlich entstehen somit zunächst hoch erscheinende Kosten. Im Vergleich zum Neubau eines Atomkraftwerks oder den von Microsoft und anderen US-Technologiekonzernen angestrebten modularen Kleinreaktoren dürften die Kosten dennoch erheblich niedriger sein. Das Unternehmen HGP will außerdem eine Kreditgarantie des Energieministeriums beantragen, schließlich werden die Gesamtkosten des Projekts bis zu 2,1 Milliarden Dollar betragen.
Im Gegenzug will HGP die Einnahmen aus dem weiteren Betrieb der Marine-Reaktoren mit dem Energieministerium teilen und plant außerdem die Einrichtung eines Fonds für die Abwicklung der langfristigen Einlagerung der verbrauchten Brennstäbe, die bei der künftigen Außerbetriebssetzung der Reaktoren sicher gelagert werden müssen.
Siehe auch:
Alte Reaktoren für neues Rechenzentrum
Auf der Suche nach Energiequellen für die überall in den Vereinigten Staaten mit Milliardenaufwand entstehenden Rechenzentren für Anwendungen aus dem Bereich der "Künstlichen Intelligenz" werden teilweise sehr "kreative" Ideen aufgegriffen. Das aus Texas stammende Startup-Unternehmen HGP Intelligent Energy will jetzt das US-Energieministerium davon überzeugen, dass auch alte Atomreaktoren aus Schiffen und U-Booten der US Navy für die Energiegewinnung für Rechenzentren verwendet werden können.Laut eines Berichts des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg will HGP zwei Nuklearreaktoren aus dem Besitz der US Navy nutzen, um damit 450 bis 520 Megawatt für den Betrieb eines neuen Rechenzentrums am Oak Ridge National Laboratory im US-Bundesstaat Tennessee zu erzeugen. Offen ist bisher, woher die Reaktoren stammen sollen.
Mehrere mögliche Spenderschiffe
Die Flugzeugträger der US-Marine werden aktuell von Reaktoren des Typs Westinghouse A4W angetrieben, während die verbleibenden US-Atom-U-Boote Reaktoren des Typs General Electric S8G nutzen. Ein Drittel der U-Boote aus der sogenannten "Los Angeles"-Klasse wurde bereits außer Dienst gestellt, nachdem sie seit 1976 erstmals eingesetzt wurden. Mit der USS Nimitz wird außerdem in Kürze ein nuklearbetriebener Flugzeugträger außer Dienst gestellt.Sollte die Behörde dem Antrag des Unternehmens zustimmen, wird davon ausgegangen, dass die Umwandlung der aus den Schiffen und U-Booten der Navy stammenden Reaktoren für die zivile Nutzung wohl zwischen einer und vier Millionen Dollar pro Megawatt letztendlicher Leistung kosten wird.
Natürlich entstehen somit zunächst hoch erscheinende Kosten. Im Vergleich zum Neubau eines Atomkraftwerks oder den von Microsoft und anderen US-Technologiekonzernen angestrebten modularen Kleinreaktoren dürften die Kosten dennoch erheblich niedriger sein. Das Unternehmen HGP will außerdem eine Kreditgarantie des Energieministeriums beantragen, schließlich werden die Gesamtkosten des Projekts bis zu 2,1 Milliarden Dollar betragen.
Im Gegenzug will HGP die Einnahmen aus dem weiteren Betrieb der Marine-Reaktoren mit dem Energieministerium teilen und plant außerdem die Einrichtung eines Fonds für die Abwicklung der langfristigen Einlagerung der verbrauchten Brennstäbe, die bei der künftigen Außerbetriebssetzung der Reaktoren sicher gelagert werden müssen.
Zusammenfassung
- US-Startup HGP plant Nutzung von Navy-Reaktoren für KI-Rechenzentren
- Die Militärreaktoren sollen 450 bis 520 Megawatt Strom in Tennessee erzeugen
- Umrüstung der Marinereaktoren kostet 1-4 Millionen Dollar pro Megawatt
- Gesamtprojektkosten belaufen sich auf bis zu 2,1 Milliarden Dollar
- HGP will Einnahmen mit dem US-Energieministerium teilen
- Ein Fonds für die sichere Lagerung verbrauchter Brennstäbe ist geplant
Siehe auch:
- Forschern gelingt erstaunlicher Blick ins Chaos von Fusionsreaktoren
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- Nuklearreaktor: Amazon zeigt erste Bilder seines Atomkraftwerks
- MIT-Forscher erzielen Durchbruch bei Steuerung von Fusionsreaktoren
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Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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