Dänemark gibt auf: Pläne für neue EU-"Chatkontrolle" offiziell verworfen
Dänemark, das derzeit den Vorsitz im Rat der Europäischen Union stellt, hat seine Pläne für die Einführung einer Überwachung der Online-Kommunikation zum Kampf gegen die Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten aufgegeben. Die sogenannte "EU-Chatkontrolle" ist damit erneut vom Tisch.
Laut dem Portal Euractiv verbreiteten die Dänen unter EU-Landesvertretern jüngst ein Diskussionspapier, mit dem man die Vertreter der verschiedenen Staaten dazu bringen will, sich zumindest auf einen Kompromiss rund um das Thema zu einigen. Hintergrund ist, dass die bisher bestehenden EU-Vorgaben, die zumindest freiwillige Überwachung von Chatinhalten auf sogenanntes "Child Sex Abuse Material" (CSAM) ermöglichen, zum April 2026 auslaufen.
Dies würde allerdings das Recht auf Privatsphäre in der EU praktisch hinfällig machen und die sichere Kommunikation mit verschlüsselten Messengern unmöglich werden lassen. Entsprechend groß war die Kritik an dem Vorhaben, was letztlich zur Folge hatte, dass keine Unterstützung der einzelnen EU-Länder im erhofften Umfang zustande kam. Zuvor hatten diverse Anbieter von Messenger-Lösungen harsche Kritik geäußert. Signal drohte sogar mit einem Rückzug aus der EU, weil die Pläne für eine verpflichtende, generelle Überwachung der Kommunikation nicht umsetzbar seien.
Das Thema der Chat-Überwachung zum Kampf gegen CSAM ist in Europa seit vielen Jahren Gegenstand umfangreicher Diskussionen. Sollte der jetzt von Dänemark angestrebte Kompromiss, der zumindest eine Fortführung der bisherigen Praxis der freiwilligen Überwachung von Chats auf CSAM vorsieht, bei den anderen EU-Ländern Anklang finden, würde man bei dem Thema zumindest Rechtssicherheit schaffen, nachdem es seit Jahren eher Stillstand gab.
Siehe auch:
Keine Pflicht zur Chat-Überwachung mehr vorgesehen
Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hat heute gegenüber der dänischen Zeitung Politiken verlauten lassen, dass man sich von der ursprünglichen Idee der verpflichtenden Maßnahmen zur Überwachung der Messenger-Kommunikation bei Diensten wie WhatsApp, Signal oder Telegram verabschiedet. Stattdessen solle weiter auf freiwillige Kontrollen gesetzt werden.Laut dem Portal Euractiv verbreiteten die Dänen unter EU-Landesvertretern jüngst ein Diskussionspapier, mit dem man die Vertreter der verschiedenen Staaten dazu bringen will, sich zumindest auf einen Kompromiss rund um das Thema zu einigen. Hintergrund ist, dass die bisher bestehenden EU-Vorgaben, die zumindest freiwillige Überwachung von Chatinhalten auf sogenanntes "Child Sex Abuse Material" (CSAM) ermöglichen, zum April 2026 auslaufen.
Kinderpornografie im Visier
Dänemark hatte seit einiger Zeit dafür geworben, dass sich die EU auf eine verpflichtende Überwachung von Chats auf CSAM durch die jeweiligen Diensteanbieter einigen sollte. Von Gegnern dieses Vorhabens wurde schnell von einer "Chatkontrolle" gesprochen, schließlich müsste man für die Umsetzung eines solchen Vorhabens praktisch alle Chats von allen Nutzern überwachen.Dies würde allerdings das Recht auf Privatsphäre in der EU praktisch hinfällig machen und die sichere Kommunikation mit verschlüsselten Messengern unmöglich werden lassen. Entsprechend groß war die Kritik an dem Vorhaben, was letztlich zur Folge hatte, dass keine Unterstützung der einzelnen EU-Länder im erhofften Umfang zustande kam. Zuvor hatten diverse Anbieter von Messenger-Lösungen harsche Kritik geäußert. Signal drohte sogar mit einem Rückzug aus der EU, weil die Pläne für eine verpflichtende, generelle Überwachung der Kommunikation nicht umsetzbar seien.
Das Thema der Chat-Überwachung zum Kampf gegen CSAM ist in Europa seit vielen Jahren Gegenstand umfangreicher Diskussionen. Sollte der jetzt von Dänemark angestrebte Kompromiss, der zumindest eine Fortführung der bisherigen Praxis der freiwilligen Überwachung von Chats auf CSAM vorsieht, bei den anderen EU-Ländern Anklang finden, würde man bei dem Thema zumindest Rechtssicherheit schaffen, nachdem es seit Jahren eher Stillstand gab.
Zusammenfassung
- Dänemark gibt Pläne für verpflichtende EU-Chatkontrolle offiziell auf
- Statt Überwachung von WhatsApp und Co soll auf freiwillige Kontrollen gesetzt werden
- Bestehende freiwillige EU-Vorgaben zur CSAM-Überwachung laufen im April 2026 aus
- Verpflichtende Chatkontrolle hätte das Recht auf Privatsphäre in der EU gefährdet
- Signal drohte bei Umsetzung der Überwachungspläne mit Rückzug aus der EU
- Dänemark strebt nun Kompromiss für Fortführung freiwilliger Überwachung an
- Jahrelanger Stillstand beim Thema könnte durch neuen Kompromiss beendet werden
Siehe auch:
- Chatkontrolle: EU-Abstimmung über Massenüberwachung ist vom Tisch
- Kampagne gegen Chatkontrolle: Politiker gehen in Protest-Mails unter
- Chatkontrolle: Signal-Messenger droht mit Rückzug aus Europa
- Chatkontrolle ist gescheitert, Messenger-Privatsphäre bleibt gewahrt
- Chatkontrolle: SPD setzt mehr Überwachung von Nutzern durch
Thema:
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