Nvidia-Chef Huang: China ist nur noch Nanosekunden hinter uns

Nvidia-Chef Jensen Huang hat sich für eine Lockerung des Emb­ar­gos gegen China ausgesprochen. Denn die Chinesen würden ohne­hin aufholen und ein Exportverbot in das Land treffe letztlich vor allem die US-Wirtschaft.
Logo, Nvidia, Jensen Huang, Schriftzug, Lederjacke

Schnelle Entwicklung

Die USA sollten ihrer Industrie ermöglichen, weltweit und auch in China zu konkurrieren, betonte Huang in einem Podcast der Investoren Brad Gerstner und Bill Gurley. Nur so könne US-amerikanische Technologie international verbreitet, wirtschaftlicher Erfolg maximiert und geopolitischer Einfluss gesichert werden. China sei in der Chipentwicklung nur "Nanosekunden" hinter den USA, so Huang. Das Land verfüge über hoch qualifizierte Fachkräfte, eine ausgeprägte Wettbewerbskultur zwischen den Provinzen und enorme Fertigungskapazitäten.

Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass China weiterhin offen für ausländische Investitionen bleibe. Peking habe zuletzt wiederholt betont, an einem offenen Markt festzuhalten. "Es ist im Interesse Chinas, wenn ausländische Unternehmen investieren und sich dort behaupten - und wenn chinesische Firmen ihrerseits weltweit mitmischen", sagte Huang.


Der weltgrößte Hersteller von Grafikprozessoren profitiert enorm vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Die Chips von Nvidia gelten als unverzichtbar für das Training und den Betrieb moderner KI-Modelle. Dennoch leidet das Geschäft mit China, einem der wichtigsten Absatzmärkte, unter geopolitischen Spannungen. So untersagte Washington zeitweise den Export bestimmter Produkte, darunter auch einer speziell angepassten Version des H20-Chips. Erst nach einer Einigung über eine Abgabe an die US-Regierung wurde das Verbot teilweise gelockert.

Viel Chip-Engagement

Parallel treibt China seine Bemühungen um technologische Eigenständigkeit voran. Der Telekomkonzern Huawei stellte kürzlich eine neue Chip-Roadmap vor, die Nvidia umgehen soll. Auch Internetkonzerne wie Alibaba, Tencent, ByteDance und Baidu investieren massiv in eigene Halbleiterprojekte. Zudem sammeln Start-ups wie Cambricon, Moore Threads oder Enflame immer mehr Kapital und Aufmerksamkeit.

Nvidia selbst setzt im Gegenzug auf gigantische Investitionen: Neben dem Kauf eines vierprozentigen Intel-Anteils für fünf Milliarden Dollar, kündigte das Unternehmen an, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu stecken, um weltweit neue Rechenzentren aufzubauen. Der Börsenwert des Konzerns ist dadurch in den vergangenen sechs Monaten auf 4,3 Billionen US-Dollar gestiegen.

Zusammenfassung
  • Nvidia-Chef plädiert für Lockerung des China-Embargos zur Stärkung der US-Wirtschaft
  • China liegt laut Huang in der Chipentwicklung nur 'Nanosekunden' hinter den USA
  • Gegenseitige Marktöffnung zwischen USA und China wird als vorteilhaft angesehen
  • Exportbeschränkungen für Nvidia-Chips nach China wurden teilweise gelockert
  • Chinesische Unternehmen treiben eigene Halbleiterentwicklung massiv voran
  • Nvidia investiert gigantische Summen, darunter bis zu 100 Milliarden in OpenAI
  • Börsenwert des Konzerns stieg in sechs Monaten auf 4,3 Billionen US-Dollar

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