Pokémon-Vergleich in ICE-Abschiebe-Video - Firma protestiert nur leise

Das US Department of Homeland Security (DHS) hat jüngst ein Video veröffentlicht, in dem man die Jagd auf mutmaßlich illegal in den USA lebende Menschen mit der Jagd auf Pokémons gleichsetzt. Jetzt hat sich die Firma hinter dem populären Spiele-Franchise erstmals dazu geäußert.
Nintendo, Pokemon, Pikachu
The Pokémon Company

Festnahmen sind wie Pokémon-Jagd, sagt das DHS

Am Montag wurde vom DHS ein Video veröffentlicht, in dem Mitarbeiter der zum Heimatschutzministerium der USA gehörenden Immigration and Customs Enforcement (ICE) Behörde offenbar verschiedene Menschen festnehmen. Was in den USA inzwischen alltäglich ist, ist selbst fast schon nicht mehr aufsehenerregend. Der Stil, in dem das Video gestaltet war, sorgte allerdings für Aufsehen.

Zwischen den Szenen mit den eigentlichen Verhaftungen von mutmaßlich in den USA lebenden Personen wurden nämlich kurze Ausschnitte aus der Pokémon-Serie gezeigt. Hinzu kamen "Sammelkarten", auf denen die verhafteten Personen wie die in den Pokémon-Spielen zu sammelnden Charaktere dargestellt wurden.


In einer Stellungnahme gegenüber Kotaku erklärte die Pokémon Company, die zusammen mit Nintendo die Welt der Pokémons weltweit vermarktet, dass man in keiner Weise an der Erstellung und Verbreitung der Inhalte des DHS beteiligt war und zu keinem Zeitpunkt der Verwendung seines geistigen Eigentums durch das US-Ministerium zugestimmt habe. Die von vielen Pokémon-Fans geforderten rechtlichen Schritte stellte die Pokémon-Company in ihrem Statement allerdings nicht in Aussicht.

Rechtliche Schritte aus Angst vor Rache unwahrscheinlich

Dass die Firma tatsächlich gegen die US-Behörden wegen ihrer illegalen Verwendung von Pokémon-bezogenen Inhalten in einem derart menschenverachtenden Kontext vorgeht, gilt unterdessen als extrem unwahrscheinlich. Gegenüber IGN erklärte der frühere Chefanwalt der Pokémon Company Doug McGowan, dass das Unternehmen sich wahrscheinlich hüten werde, gegen die US-Behörden vorzugehen.

Einerseits sei die Firma extrem öffentlichkeitsscheu und darüber hinaus dürften die meisten Mitarbeiter der Pokémon Company in den Vereinigten Staaten mit "Greencards" arbeiten. Vermutlich dürfte man also auf Schritte gegen das DHS verzichten, um nicht einen Entzug der Aufenthaltserlaubnisse der Mitarbeiter zu riskieren, den die Behörde als eine Art Racheaktion anordnen könnte.

Die Pokémon Company gilt gemeinhin als extrem klagefreudig. So geht das Unternehmen seit einiger Zeit gegen den Publisher des als Nachahmer betrachteten Spiels Palworld vor und hat erst in jüngster Vergangenheit eine der grundlegendsten Spielmechaniken patentiert, nämlich das Herbeirufen von Spielhelden vor einem gemeinsamen Angriff.

Zusammenfassung
  • US-Heimatschutzministerium nutzte Pokémon-Inhalte für Abschiebungsvideo
  • Verhaftungsszenen wurden mit Pokémon-Elementen und Sammelkarten kombiniert
  • Pokémon Company dementiert jegliche Beteiligung an dem umstrittenen Video
  • Rechtliche Schritte gegen US-Behörden gelten als äußerst unwahrscheinlich
  • Firma könnte Nachteile für Green-Card-Inhaber unter ihren Mitarbeitern fürchten
  • Pokémon Company ist bekannt für konsequentes Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen

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