US-Bundesstaaten im Konflikt mit Trump um billige Windenergie

In den US-Bundesstaaten versucht man die Steigerung der Energie­preise einzudämmen, um Verbraucher und Wirtschaft nicht weiter zu belasten. Die Bundesregierung unter Donald Trump hat allerdings einen gegenteiligen Kurs eingeschlagen - das sorgt für Konflikte.
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Brauchen mehr Strom

Maura Healey, Gouverneurin des Bundesstaates Massachusetts, hat Trump scharf dafür kritisiert, dass seine Regierung den Ausbau der Offshore-Windkraft behindert. Angesichts steigender Energiekosten sei eine zuverlässige Ausweitung der Stromversorgung dringend notwendig, betonte sie in einem Interview mit Bloomberg News. "Der Bund sollte mit den Bundesstaaten zusammenarbeiten, nicht gegen sie. Alles andere ergibt keinen Sinn", so Healey laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Hintergrund ist die Entscheidung der US-Regierung, die Genehmigung für die Offshore-Windparks New England Wind 1 und 2 vor Nantucket zurückzuziehen. Erst wenige Tage zuvor hatte Washington bereits die Zulassung für ein weiteres Projekt vor der Küste von Massachusetts erneut zur Prüfung gestellt.


Seit seinem Amtsantritt im Januar hat Präsident Trump mehrere Anordnungen erlassen, die den Ausbau der noch jungen US-Offshore-Windindustrie bremsen. Damit stehen milliardenschwere Investitionen, hunderte Arbeitsplätze und zusätzliche Stromkapazitäten auf dem Spiel. Healey warnte, ein Stopp der Projekte werde die Belastungen für private Haushalte noch verschärfen. Auch für Rechenzentren, deren Zahl rasant wächst, werde mehr Strom benötigt.

Die Trump-Regierung argumentiert dagegen, Offshore-Wind sei angeblich teuer, unzuverlässig und stelle ein Risiko für die nationale Sicherheit dar. Fakt ist, dass Offshore-Windparks mit den günstigsten Strom überhaupt liefern. Gouverneure demokratisch geführter Bundesstaaten im Nordosten - darunter Healey - forderten in dieser Woche das Weiße Haus auf, bestehende Genehmigungen zu respektieren und den Bau geplanter Windparks zu ermöglichen.

Auch New York betroffen

In New York konnte unterdessen ein Projekt vor Long Island wieder aufgenommen werden. Gouverneurin Kathy Hochul hatte mit Washington einen Kompromiss ausgehandelt, indem sie im Gegenzug keine weiteren Energieprojekte blockierte und damit auch neuen Gaspipelines den Weg ebnete. Auch Healey zeigte sich offen für Gasprojekte und sprach sich für einen Zehn-Jahres-Vertrag des Versorgers Eversource Energy aus, der Kapazitäten der Algonquin-Pipeline ausbauen will.

Neben Energiefragen kritisierte Healey auch Trumps verschärfte Einwanderungspolitik. Zwar unterstütze sie Maßnahmen gegen gewalttätige Kriminelle, doch in der Praxis treffe die Abschiebung vor allem Arbeitskräfte wie Bauarbeiter, Pflegekräfte oder Haushaltsangestellte. "Das ergibt wirtschaftlich keinen Sinn", sagte sie. Zusätzlich warnte die Gouverneurin vor den Folgen der Kürzungen bei der staatlichen Forschungsförderung. Massachusetts mit seiner hohen Dichte an Universitäten und Kliniken sei besonders betroffen. Das entstehende Vakuum nutze vor allem China, das gezielt Fachkräfte abwerbe.

Zusammenfassung
  • Gouverneure kritisieren Trumps Blockade von Offshore-Windprojekten
  • US-Regierung zieht Genehmigungen für Windparks in Massachusetts zurück
  • Trump bremst mit Anordnungen die noch junge US-Offshore-Windindustrie
  • Milliardenschwere Investitionen und hunderte Arbeitsplätze stehen auf Spiel
  • Offshore-Windparks liefern entgegen Trumps Behauptungen günstigen Strom
  • New York handelt Kompromiss für Windpark-Projekt vor Long Island aus
  • Healey kritisiert auch Trumps Einwanderungspolitik und Forschungskürzungen

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