Apple vs. Android: iPhone-Nutzer öfter Betrugsopfer - und selbst schuld

Eine neue Studie zeigt, dass sich iPhone-Besitzer online deutlich sorgloser verhalten als Android-Nutzer. Das vermeintlich sichere Apple-Image führt auf diesem Weg paradoxerweise zu einer höheren Gefährdung der Kunden des Unternehmens mit dem Apfel-Logo.
Apple, Sicherheit, Sicherheitslücke, Security, Fehler, Kriminalität, Virus, Exploit, Sicherheitsupdate, Wurm, Zero Day, Apfel, Makro, Obst, Verfall

iPhone-Nutzer fallen häufiger auf Betrug herein

Apple veröffentlichte erst diese Woche Updates für alle seine Betriebssysteme, mit dem das Unternehmen etliche teils kritische Schwachstellen in iOS, iPadOS und Co. stopfte. Zudem wurde etwa Mitte März bekannt, dass es eine nicht zu behebende Sicherheitslücke in den M-Chips gibt, die in den MacBooks aus Cupertino stecken. Trotzdem gelten Apple-Geräte seit Jahren bei vielen Nutzern als besonders sicher vor Malware und Cyberbedrohungen. Wie eine Studie jetzt herausgefunden hat, führt genau dieser gute Ruf paradoxerweise zu teils erheblichen Gefahren.

Denn iPhone-Besitzer wiegen sich fälschlicherweise in Sicherheit, verhalten sich online deutlich risikofreudiger und sorgloser als ihre Android-Kollegen und sind infolge häufiger Opfer von Betrugsmaschen. So sind bereits 53 Prozent der iPhone-Nutzer Opfer von Online-Betrug geworden, verglichen mit nur 48 Prozent der Android-Nutzer. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Untersuchung von Malwarebytes Labs, die 1300 Erwachsene in den USA, Großbritannien, Österreich, Deutschland und der Schweiz befragte.


Sorgloseres Verhalten beim Online-Shopping

Die Unterschiede werden besonders beim Einkaufsverhalten deutlich. 47 Prozent der iPhone-Nutzer haben bereits bei unbekannten Websites eingekauft, nur weil ein Produkt dort zu einem günstigeren Preis angeboten wurde. Bei Android-Nutzern taten das lediglich 40 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei der Preisgabe persönlicher Daten. So teilen iPhone-Besitzer häufiger persönliche Informationen online.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Kommunikation mit unbekannten Verkäufern. 41 Prozent der iPhone-Nutzer haben bereits Direktnachrichten an Verkäufer-Accounts in sozialen Medien verschickt, um Rabattcodes zu erhalten. Bei Android-Nutzern waren es nur 33 Prozent. Diese Praxis gilt als besonders riskant, da sie häufig den Ausgangspunkt für sogenannte Romance-Scams oder Investmentbetrug darstellt. Cyberkriminelle nutzen solche Erstkontakte gezielt, um Vertrauen aufzubauen und später größere Betrügereien zu initiieren.

Mangelhafte digitale Hygiene

Bei grundlegenden Sicherheits­maßnahmen zeigen sich iPhone-Nutzer ebenfalls nachlässiger. Nur 21 Prozent verwenden Sicherheitssoftware auf ihrem Smartphone, während 29 Prozent der Android-Nutzer entsprechende Apps installiert haben. Noch gravierender ist das Passwort-Verhalten. Denn lediglich 35 Prozent der iPhone-Besitzer nutzen einzigartige Passwörter für ihre Online-Konten, bei Android-Nutzern sind es immerhin 41 Prozent.

Besonders diese Zahlen sind etwas überraschend, da Apple seit Jahren stark auf integrierte Sicherheitsfunktionen wie den Schlüsselbund und automatische Passwortgenerierung setzt. Offenbar nutzen viele iPhone-Besitzer diese Features aber nicht konsequent oder verlassen sich zu sehr auf die vermeintliche Grundsicherheit ihres Geräts.

Falsches Sicherheitsgefühl als Ursache

Dass die Ursache für dieses riskante Verhalten im übertriebenen Vertrauen in Apples Sicherheitsmaßnahmen liegt, zeigen auch die Zahlen. 55 Prozent der iPhone-Nutzer vertrauen auf die Sicherheitsmaßnahmen ihres Smartphones, während nur 50 Prozent der Android-Anwender auf die eingebauten Sicherheitsfunktionen setzen.

Zu viele iPhone-Nutzer verlassen sich in Sachen Sicherheit auf den Ruf ihres iPhones, ohne selbst grundlegende Maßnahmen zu ihrem eigenen Schutz zu ergreifen. Dadurch sind sie anfälliger für Betrugsmaschen und versteckte Bedrohungen wie Infostealer.
Michael Sherwood, Produktchef bei Malwarebytes
Tatsächlich ist Apples Walled-Garden-Ansatz durchaus effektiv gegen traditionelle Malware. Der App Store wird streng kuratiert, und iOS beschränkt App-Berechtigungen deutlich stärker als Android. Doch diese technischen Schutzmaßnahmen helfen wenig gegen Social Engineering und Phishing-Angriffe, die auf menschliche Schwächen abzielen.

Verantwortung bei Nutzern

Die Studie verdeutlicht, dass technische Sicherheitsmaßnahmen allein nicht ausreichen. Unabhängig vom verwendeten Betriebssystem sollten Nutzer grundlegende Sicherheitsprinzipien befolgen, wie etwa einzigartige Passwörter zu verwenden, bei unbekannten Nachrichten skeptisch zu bleiben und zusätzliche Sicherheitstools in Betracht zu ziehen. Das iPhone mag technisch sicher sein, aber die finale Verantwortung liegt bei jedem einzelnen Anwender.

Nutzt ihr zusätzliche Sicherheitssoftware auf eurem iPhone oder vertraut ihr den eingebauten Schutzmaßnahmen? Und wie vorsichtig seid ihr beim Surfen und Einkaufen im Internet? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • iPhone-Nutzer fallen häufiger Online-Betrug zum Opfer als Android-Nutzer
  • Nutzer vertrauen zu stark auf gutes Image von Apple
  • Vermeintliches Sicherheitsgefühl führt zu riskanterem Verhalten im Internet
  • 47 Prozent der Apple-Nutzer kaufen bei unbekannten Websites mit niedrigen Preisen
  • iPhone-Besitzer verwenden seltener einzigartige Passwörter für ihre Konten
  • Nur 21 Prozent der Apple-Kunden nutzen zusätzliche Sicherheitssoftware
  • Technische Sicherheit schützt nicht vor Social Engineering und Phishing-Angriffen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Apples Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!