Donald Trump bringt inzwischen die NASA als Ganzes in Gefahr

Sechs Monate nach seiner zweiten Amtseinführung scheint nicht nur US-Präsident Donald Trumps ambitionierte Vision, Astronauten zum Mars zu schicken, zunehmend infrage gestellt. Es steht die Frage im Raum, ob die NASA als Ganzes überlebt.
Logo, Weltraum, Nasa, National Aeronautics and Space Administration

Noch ein Abgang

Trotz seiner markigen Ankündigung, das "offenkundige Schicksal" der USA im All zu verwirklichen, steht die US-Raumfahrtbehörde NASA vor einer tiefen Krise. Am Montag kündigte nun auch Makenzie Lystrup, Direktorin des Goddard Space Flight Center, ihren Rücktritt zum 1. August an. Die Einrichtung in Maryland spielt eine zentrale Rolle bei bedeutenden NASA-Missionen wie dem Hubble-Weltraumteleskop und der Asteroidenmission OSIRIS-REx. Lystrups Entscheidung folgt nur wenige Wochen nach dem Rücktritt von Laurie Leshin, der Leiterin des Jet Propulsion Laboratory.

Diese hochrangigen Abgänge reihen sich ein in eine Serie von Rückschlägen, die die NASA in jüngster Zeit erschüttert haben. Darunter fällt auch die umstrittene Ernennung von Verkehrsminister Sean Duffy zum NASA-Chef - ein Schritt, der angesichts seiner parallelen Verantwortung für andere Regierungsbereiche vielfach kritisiert wurde. Zusätzlich verliert die Behörde derzeit massiv an erfahrenem Personal: Laut eines Berichts von Politico stehen mehr als 2000 leitende Angestellte vor dem Abschied - viele davon aus zentralen wissenschaftlichen Bereichen.


Besonders besorgniserregend sind die geplanten Haushaltskürzungen der Trump-Regierung. Das neue Budget sieht eine Halbierung der NASA-Mittel für wissenschaftliche Programme vor. Sollte der republikanisch dominierte Kongress dem Vorschlag zustimmen, müsste die Raumfahrtbehörde mit dem kleinsten Etat und Personalbestand seit den frühen 1960er-Jahren auskommen - also vor der ersten Mondlandung.

Trump hat noch Jahre

In einem offenen Brief äußerten NASA-Mitarbeitende nun öffentlich Kritik an der politischen Einflussnahme und warnten vor "verheerenden Folgen" für Wissenschaft, Sicherheit und Innovationskraft. Die geplanten Einschnitte seien willkürlich und stünden im Widerspruch zu den Prioritäten des Kongresses.

Ein NASA-Sprecher wies die Bedenken zwar als unbegründet zurück. Dennoch mehren sich die Stimmen, die bezweifeln, ob Trumps großspurige Mars-Pläne unter diesen Bedingungen überhaupt noch realisierbar sind - oder ob eine künftige Regierung die US-Raumfahrt erst wieder auf Kurs bringen muss. Und das gilt nicht nur für die NASA: Auch die privaten Partner haben massive Probleme. Ob beispielsweise SpaceX das für die Mond- und Mars-Missionen so wichtige Starship je fertig bekommt, steht längst nicht fest. Und der große Luftfahrtkonzern Boeing eilt ebenso von Fehlschlag zu Fehlschlag.

Zusammenfassung
  • NASA in der Krise: Direktorin des Goddard Space Flight Center kündigt Rücktritt an
  • Über 2000 leitende NASA-Angestellte verlassen die Behörde, viele aus Wissenschaft
  • Geplante Haushaltskürzungen halbieren Budget für wissenschaftliche Programme
  • NASA-Mitarbeitende warnen in offenem Brief vor verheerenden Folgen
  • Die Ernennung von Verkehrsminister Sean Duffy zum NASA-Chef stößt auf Kritik
  • Zweifel an Umsetzbarkeit der ambitionierten Mars-Pläne von Donald Trump
  • Private Partner wie SpaceX und Boeing kämpfen ebenfalls mit großen Problemen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Bresser National Geographic
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!