MethaneSAT verstummt: Bezos-Klimasatellit nach einem Jahr verloren

Der Methan-Überwachungssatellit MethaneSAT ist nach nur einem Jahr im All verstummt. Der 88 Millionen Dollar teure Satellit, der Emissionen von Öl- und Gasanlagen weltweit überwachen sollte, hat am 20. Juni den Kontakt zur Erde verloren.
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Kontaktverlust im All nach einem Jahr

Der auch von Amazon-Gründer Jeff Bezos finanzierte Satellit MethaneSAT hat nach nur einem Jahr im Orbit den Kontakt zur Erde verloren und ist wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Wie die Umweltschutzorganisation Environmental Defense Fund (EDF) am 1. Juli mitteilte, brach die Kommunikation mit dem Satelliten am 20. Juni ab. Trotz intensiver Bemühungen der Techniker, die Verbindung wiederherzustellen, musste das Team nun eingestehen, dass der Satellit einen Stromausfall erlitt und vermutlich endgültig verloren ist.

MethaneSAT wurde im März 2024 mit einer SpaceX Falcon 9-Rakete ins All befördert und sollte eigentlich fünf Jahre lang Methanemissionen überwachen. Der 350 Kilogramm schwere Satellit war mit hochpräzisen Spektrometern ausgestattet, die Methankonzentrationen bis zu drei Teile pro Milliarde messen konnten. Mit seiner 200 Kilometer breiten Erfassungsbreite umkreiste er die Erde 15 Mal täglich und lieferte detaillierte Daten über Methanquellen, insbesondere aus der Öl- und Gasindustrie.


Laut Reuters galt MethaneSAT als bahnbrechendes Projekt im Kampf gegen den Klimawandel. Der Satellit sollte dabei helfen, die Einhaltung internationaler Klimaversprechen zu überwachen. Mehr als 120 Länder hatten sich 2021 verpflichtet, ihre Methanemissionen zu reduzieren, und 50 Öl- und Gasunternehmen versprachen beim Klimagipfel COP28 in Dubai im Dezember 2023, Methanemissionen und routinemäßiges Abfackeln von Gas zu eliminieren.

Environmental Defense Fund erklärt in einem Video den MethaneSAT

Methan ist ein besonders potentes Treibhausgas, das in der Atmosphäre 20- bis 30-mal mehr Wärme speichert als Kohlendioxid. Die Reduzierung von Methanlecks aus Öl- und Gasanlagen gilt daher als eine der schnellsten Möglichkeiten, die globale Erwärmung zu bekämpfen. Methan entsteht nicht nur bei der Förderung fossiler Brennstoffe, sondern auch in der Landwirtschaft durch Viehzucht und Reisanbau sowie durch Mülldeponien und Kläranlagen.

Das 88 Millionen Dollar teure Projekt wurde durch Spenden finanziert, allen voran vom Bezos Earth Fund. Google war ebenfalls beteiligt und half dabei, eine öffentlich zugängliche globale Karte der Emissionen zu erstellen.

Wertvolle Daten trotz kurzer Lebensdauer

Obwohl MethaneSAT nur etwa ein Jahr lang Daten sammeln konnte, bezeichnete Steven Hamburg, Chefwissenschaftler beim EDF, die gewonnenen Erkenntnisse als "großartig". Das Team wird die bereits empfangenen Messungen weiterhin auswerten und in den kommenden Monaten zusätzliche Daten über Emissionen aus globalen Öl- und Gasförderregionen veröffentlichen.

Die frühen Messungen des Satelliten deuteten darauf hin, dass die Methanemissionen aus Öl- und Gasfördergebieten in Nordamerika und Zentralasien deutlich höher waren als bisher angenommen. Diese Erkenntnisse könnten trotz des Verlusts des Satelliten weiterhin wichtige Auswirkungen auf die Klimapolitik haben. "Wir betrachten dies als einen Rückschlag, nicht als ein Scheitern", sagte Amy Middleton, Senior Vice President beim EDF.

Was haltet ihr von diesem Rückschlag für die Klimaforschung? Glaubt ihr, dass solche Satellitenmissionen trotz der Risiken wichtig sind, oder sollten wir uns auf bodennähere Messmethoden konzentrieren? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • MethaneSAT verlor am 20. Juni 2024 nach nur einem Jahr im Orbit den Kontakt
  • Der von Jeff Bezos mitfinanzierte 88-Millionen-Dollar-Satellit ist vermutlich verloren
  • Das Gerät sollte fünf Jahre lang präzise Methanemissionen weltweit überwachen
  • Methan speichert 20- bis 30-mal mehr Wärme in der Atmosphäre als Kohlendioxid
  • Das Projekt wurde durch Spenden finanziert, u.a. vom Bezos Earth Fund
  • Trotz des kurzen Einsatzes lieferte der Satellit wertvolle Daten zu Emissionen
  • Die gemessenen Methanwerte waren höher als bisher von Experten angenommen

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