Jeff Bezos nennt Washington-Post-Kauf sein "schlechtestes Geschäft"

Jeff Bezos kaufte die Washington Post einst als prestigeträchtiges Medienprojekt. Doch nach massiven Verlusten und einem Zerwürfnis mit der Redaktion bezeichnet der Amazon-Gründer die Zeitung nun als sein schlechtestes Investment.
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Bezos kritisiert Washington Post

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Amazon-Gründer Jeff Bezos die US-Tageszeitung Washington Post bei einem Abendessen im Dezember 2024 mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump in Washington als sein schlechtestes Investment überhaupt bezeichnet. Das geht aus dem bald erscheinenden Buch Regime Change von den US-Journalist*innen Maggie Haberman und Jonathan Swan hervor.

Bezos habe sich bei dem Treffen über die Belegschaft beschwert und "die Leute dort sind furchtbar" gesagt. Im Gegensatz zu seinen anderen Unternehmen würden die Mitarbeiter der Zeitung nicht auf seine Vorgaben hören, so der Amazon-Gründer.


Wie die New York Post berichtet, äußerte Bezos seinen Unmut vor allem über die geschäftliche Seite des Verlags: Die Zeitung verzeichnete im Jahr 2024 einen Verlust von über 100 Millionen Dollar (etwa 87 Millionen Euro).

Trump selbst habe sich bei dem Treffen über die seiner Meinung nach unfaire Berichterstattung der Zeitung beklagt. Der Politiker erklärte, er sei in seiner ersten Regierung fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Bezos die Artikel persönlich kontrolliere und habe ihn dafür gehasst - von journalistischer Unabhängigkeit halten also beide eher wenig.

Massive Entlassungen beim Verlag

Die Unzufriedenheit des Milliardärs gipfelte im Februar 2026 in einem Stellenabbau. Etwa ein Drittel der Belegschaft musste das Unternehmen verlassen, um die finanziellen Verluste einzudämmen. Dabei strichen die Verantwortlichen komplette Abteilungen wie die Sportredaktion und die Fotografie-Teams zusammen. Auch mehrere Auslandsbüros und die Literaturkritik fielen den Sparmaßnahmen zum Opfer.

Der Umstrukturierung gingen mehrere Entscheidungen des Eigentümers voraus, die das Verhältnis zur Redaktion belasteten. Im Oktober 2024 verhinderte Bezos eine Wahlempfehlung für Kamala Harris, im Februar 2025 folgte dann eine umstrittene Neuausrichtung der Meinungsseite auf persönliche Freiheiten und freie Märkte. Diese Eingriffe in die redaktionelle Unabhängigkeit führten zu einer Kündigungswelle bei den Abonnenten.

Wie bewertet ihr das Eingreifen von Investoren in redaktionelle Abläufe? Sind solche Schnitte zur Rettung nötig oder schaden sie der Glaubwürdigkeit? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Jeff Bezos bezeichnet Washington Post als sein bisher schlechtestes Investment
  • Der Amazon Gründer kritisierte bei einem Treffen mit Trump die Belegschaft hart
  • Finanzielle Verluste der Zeitung führten im Februar 2026 zu massiven Entlassungen
  • Bezos verhinderte eine Wahlempfehlung und änderte die Ausrichtung der Meinungsseite
  • Eingriffe in die redaktionelle Unabhängigkeit verursachten große Abonnentenzahlen

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