Klage: Sonos und Napster sollen Millionen an Lizenzgebühren schulden

Napster und Sonos wurden wegen unbezahlter Lizenzgebühren in Millionenhöhe verklagt. Die Klage bezieht sich auf den Sonos Radio-Dienst und fordert über 3,4 Millionen Dollar. Die Zahlungsprobleme begannen 2022.
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Die Non-Profit-Organisation SoundExchange hat eine Klage gegen Napster und den Audio-Hardware-Hersteller Sonos eingereicht. Der Vorwurf: Die beiden Unternehmen sollen Lizenzgebühren in Höhe von mehr als 3,4 Millionen Dollar nicht bezahlt haben. Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht und bezieht sich auf unbezahlte Urheberrechtsabgaben im Zusammenhang mit dem Sonos Radio-Dienst.

Der Streit begann im Jahr 2022, als die Zahlungen für den Musikstreamingdienst Sonos Radio plötzlich ausblieben. Sonos Radio war im April 2020 gestartet und nutzte den Musikkatalog von Napster. Zunächst lief alles reibungslos - Napster fungierte als autorisierter Vertreter und übermittelte die erforderlichen Lizenzberichte und Gebühren an SoundExchange. Doch ab Mai 2022 stockten die Zahlungen.

Wie Digital Music News berichtet(via TorrentFreak), fiel dieser Zeitpunkt mit der Übernahme von Napster durch die Risikokapitalfirmen Hivemind und Algorand zusammen. Die neuen Eigentümer setzten verstärkt auf Web3-Technologien wie Kryptowährungen und Blockchain. Laut der Klageschrift führte diese Übernahme zu einem "vollständigen Zusammenbruch der Berichterstattung und Zahlung für den Sonos Radio-Dienst".


Ironische Wendung für Napster

Die Situation ist durchaus ironisch, wenn man die Geschichte von Napster betrachtet. Einst war der Name Napster das Synonym für Musikpiraterie schlechthin. Die 1999 von Shawn Fanning und Sean Parker gestartete Filesharing-Plattform revolutionierte die Musikindustrie und ermöglichte es Millionen von Nutzern, kostenlos Musik zu tauschen. Auf dem Höhepunkt hatte Napster über 80 Millionen registrierte Nutzer.

Die Musikindustrie reagierte jedoch schnell und hart, im Jahr 2001 wurde Napster schließlich zur Einstellung des Dienstes gezwungen. Nach mehreren Eigentümerwechseln und Konkursen wurde aus Napster ein legaler Musikstreamingdienst - eine komplette Kehrtwende vom einstigen Piraten zum lizenzierten Anbieter.

Partnerschaft beendet, Schulden bleiben

Sonos und Napster sind mittlerweile keine Partner mehr. Der Audiotechnik-Hersteller wechselte im April 2023 zu Deezer als neuen Anbieter für seinen Radiodienst. Dieser Wechsel scheint die Lizenzprobleme für zukünftige Zahlungen gelöst zu haben, doch SoundExchange besteht weiterhin auf der Begleichung der ausstehenden Schulden aus der Zeit der Napster-Partnerschaft.

SoundExchange ist eine gemeinnützige Organisation, die 2003 gegründet wurde und als einzige in den USA von der Regierung bestimmte Stelle für die Erhebung und Verteilung digitaler Performance-Lizenzgebühren fungiert. Die Organisation vertritt über 245.000 Aufnahmekünstler und Plattenlabels und hat seit ihrer Gründung mehr als neun Milliarden Dollar an Lizenzgebühren ausgeschüttet.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Empfindet ihr es als ironisch, dass ausgerechnet Napster - einst das Gesicht der Musikpiraterie - nun selbst wegen Lizenzproblemen verklagt wird? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • SoundExchange verklagt Napster und Sonos wegen unbezahlter Lizenzen
  • Klageforderung von mehr als 3,4 Millionen Dollar für Sonos Radio
  • Zahlungsprobleme begannen im Mai 2022 nach Übernahme von Napster
  • Napster entwickelte sich vom Pirateriesymbol zum legalen Anbieter
  • Sonos wechselte im April 2023 von Napster zu Deezer als Anbieter
  • SoundExchange ist offizielle US-Stelle für digitale Lizenzgebühren
  • Die Non-Profit-Organisation vertritt über 245.000 Künstler und Labels

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